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Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Europäische Ethnologie

Labor Kritische Europäisierungsforschung

Europa und Europäisierung aus ethnologischer Perspektive

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Aus der ethnologischen Perspektive ist Europa nicht einfach gegeben, sondern – historisch und aktuell – ein sich in vielen global verflochtenen Projekten entwickelnder, konfliktreicher politischer und kultureller Prozess. Das ethnologische Paradigma der Europäisierung steht für diesen Prozess. Dabei setzt es nicht nur im „Zentrum“, bei den Politiken und Institutionen der Europäischen Union oder der Definitionsmacht der westlichen europäischen Gesellschaften an, sondern gerade bei jenen Akteuren und Zonen an den Rändern des heutigen Europas, deren Zugehörigkeit historisch und aktuell umstritten ist: etwa den heutigen Grenzregionen des Mittelmeerraums und Osteuropas, den Migrant_innen, Minoritäten und Marginalisierten, die Europa mit seinen Widersprüchen in einer postkolonialen, postsozialistischen Welt konfrontieren. Gerade hier zeigen sich die Herausforderungen und Zumutungen der Europäisierung besonders deutlich, ebenso wie gerade diese scheinbar peripheren Akteure und Zonen sehr viel bedeutsamer sind für den Prozess Europa als vielfach angenommen.

Das Labor Kritische Europäisierungsforschung versteht sich als Hierarchien übergreifender, selbst gestalteter Diskussionsraum, in dem zu diesem Schwerpunktthema des Instituts nachgedacht und geforscht wird. Das Labor vernetzt Forscher_innen (Studierende, Doktorand_innen, Projektmitarbeiter_innen, Lehrende) im Institut und interessierte „Externe“ entlang von inhaltlichem Engagement und Expertise.

Seit einiger Zeit beschäftigt sich das Labor mit aktuellen Kritiken am Nexus Kolonialität/Modernität und seinen Folgen. Dabei hat sich diese Kritik (u.a. mit Dipesh Chakrabarty) längst von der Frage daraus entstehender sozialer, gesellschaftlicher Ungleichheiten auf eine planetare Dimension ungleicher ökologischer Bedrohung ausgedehnt. Diese postkoloniale Diskussion ist zentral für eine Kritische Europäisierungsforschung, die sich mit „Moderne“ als grundlegendem Konstruktions- und Herrschaftsmodus Europas beschäftigt.

In einer weiteren Reflexionsschleife gilt es nun, die Epistemologien und Praktiken der Ökologie als Wissensmodus selbst auf ihre Verflechtung mit Rassismus und Kolonialität zu befragen. So ist unübersehbar, dass der ökologische Diskurs und die mit ihm verbundenen wissenschaftlichen und politischen Projekte – von Energie- und Agrarwende bis zu alternativen Ernährungsformen - selbst in einem vorwiegend west/europäischen, weiß markierten Kontext verortet sind. Diese Positionierung und die mit ihr einhergehenden Ausschlüsse sind in Deutschland/Europa bislang nur sehr punktuell zum Gegenstand kritischer Selbstreflexion geworden.

 

Wie freuen uns über weitere Interessent_innen!

 


 

Forschungs- und Studienprojekte

laufend:
  • Gastropolis. Mobilitäten und Grenzen im Aushandlungsraum der Gastro-Ökonomie (2014/2015) (Studienprojekt)
abgeschlossen:

 

Dissertationen

laufend:
abgeschlossen:

 

Veranstaltungen (Auszug)

Hier sind Audio-Mitschnitte der Veranstaltungen zu finden

 

Kooperationen