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Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Europäische Ethnologie

Labor Wissenskulturen

Vor dem Hintergrund aktueller Debatten um die Rolle der Wissenschaften in der „Wissensgesellschaft“ vernetzt das Labor Forschungsinteressen, die die historischen wie gegenwärtigen Modi und Prozesse vor allem sozial- und kulturwissenschaftlicher Wissensproduktion thematisieren. Im Mittelpunkt stehen dabei die komplexen Wechselbeziehungen zwischen akademischen und nicht-akademischen Feldern in spezifischen gesellschaftlichen Konstellationen und politischen Kontexten.

Die zentralen Perspektiven innerhalb des Labors sind darauf gerichtet, zum ersten wie sozial- und kulturwissenschaftliches Wissen konstruiert wurde/wird und welchen Austauschprozessen es dabei unterliegt; zum zweiten wie Wissensräume, zum Beispiel regionaler/lokaler oder alltagskultureller Art, wissenschaftliches Interesse erzeugen, strukturieren und zugleich fokussieren; zum dritten wie dieses Wissen in einem Spektrum von wissenschaftlichen bzw. wissenschaftsnahen bis hin zu populären Formaten (Ausstellungen, Zeitschriften, (Volks-)Feste, Reiseführer etc.) generiert und medialisiert wird und zum vierten wie dieses Wissen mit spezifischen Akteuren (Trägermilieus, Generationen, Bewegungen) verknüpft ist.

Forschungen innerhalb des Labors reichen von Arbeiten zur spezifischen Geschichte der Berliner Volkskunde oder zur Genese von Bildwelten im Nationalsozialismus, über Wissensmodi in der Repräsentationsarbeit am Beispiel der Expo 2000 bis hin zur (Wissenschafts-)Geschichte der Cultural Studies. Ein Augenmerk liegt zudem auf volkskundlich-ethnologischer bzw. kulturwissenschaftlicher Methodik.

 


 

Forschungsprojekte

laufend:
  • Vom Heimatfest zum Stadtevent. Volkskundliches Wissen, Festivalisierung und die „Wende“ urbaner Festkultur in den 1980er Jahren am Beispiel Berlins (DFG)
  • Volkskunde in der Metropole. Die Produktion kultureller Wissenformate und das volkskundliche Wissensmilieu in Berlin (1900–1945) (DFG)
abgeschlossen:
  • EXHIBITING EUROPE. Politics of Display: Migration, Mobilities, and the Borders of "Europe" (Norwegischer Forschungsrat)

  • Inszenierung und Performativität von Wissen. Städtische Volksfeste in Berlin nach 1945 (DFG)

  • Volkskunde in der Metropole. Zur Entstehung eines volkskundlichen Wissensmilieus und zur Produktion kultureller Wissensformate in Berlin (DFG, 2006–2008)

  • Volkskunde als öffentliche Wissenschaft. Die Wissens- und Wissenschaftsgeschichte der Berliner Volkskunde 1860–1960 (DFG, 2003–2006)

  • Schmutz und Schund. Die soziale Konstruktion von Massenkultur: Die Auseinandersetzung um „Schmutz und Schund“ im deutschen Kaiserreich 1871–1918 (DFG, 1997–2000)

 

Dissertationen

laufend:
  • Imeri, Sabine: Volkskunde als „angewandte Wissenschaft“: die 1920er und 1930er Jahre.
abgeschlossen:
  • Kühn, Cornelia: Volkskunst als kreative Aneignung der Moderne? Die Laienzirkel in der frühen DDR zwischen politischer Lenkung und ästhetischer Praxis (2013)

 

Studienprojekte und Projektseminare

  • Geschlossene Wissenschaft? Akteure – Praxen – Theorien der Ethnographie in der DDR / 1960er bis 1980er Jahre (Bachelor, 2013)
  • Menschenbild und Volksgesicht. Porträtfotografie – Volkskunde – Nationalsozialismus (Magister, 2003/2005)
  • Henry Mayhew, Stadtethnograph. Eine historische Rekonstruktion (Magister, 2001/2002)
  • Heimatmuseum 2000 (Magister, 1999/2000)

 

Kooperationen