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Das Institut für Europäische Ethnologie
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Profil

zuletzt geändert: 14.09.11 GW

Seit 1995 besteht am Institut als wissenschaftliche Abteilung die Landesstelle für Berlin-Brandenburgische Volkskunde. Sie verortet sich programmatisch zwischen dem theoretischen Instrumentarium der Europäischen Ethnologie, dem Profil einer empirisch arbeitenden Forschungseinrichtung mit regionalem Schwerpunkt und dem Aufgabenfeld  praktischer Servicefunktionen. Die Arbeit der Landesstelle ist darauf ausgerichtet, eine bessere und schnellere Verknüpfung zwischen Forschung und Lehre sowie deren öffentlicher Vermittlung zu erreichen. Dafür sollen weit reichende Konzepte koordiniert, Forschungsprogramme arbeitsteilig auf den Weg gebracht und vor allem auch wissenschaftliches wie politisches Problembewusstsein geschaffen werden. Neben eigenen Forschungsvorhaben sowie Lehrveranstaltungen am Institut gehören regelmäßig durchgeführte Exkursionen unter Gesichtspunkten der Landesstellenarbeit zum festen universitären Angebotsspektrum.

Die Landesstelle führt Forschungsprojekte zu ethnologischen, kulturhistorischen und sozialanthropologischen Themen durch. Schwerpunkt sind dabei historische und gegenwärtige Probleme der Alltagskultur in der Region Berlin-Brandenburg. Ergebnisse solcher Untersuchungen fließen beispielsweise auch in Studienprojekte ein, wie die Arbeiten zur Ungleichzeitigkeit parallel bestehender zeithistorischer Erinnerungen am Beispiel des Zwangsarbeiter-Durchgangslagers Ost/West in Berlin-Wilhelmshagen während des Zweiten Weltkriegs zeigen. Dabei unterhält die Landesstelle zu zahlreichen kultur- und sozialwissenschaftlich arbeitenden Institutionen und Projektgruppen in Berlin und Brandenburg Verbindungen. Fachliche Kooperationen reichen von der Regionalgeschichte über die Urbanethnologie und Großstadtsoziologie bis hin zu interdisziplinären und -kulturellen Forschungsprojekten.

Als Institutionen lokal-kultureller Repräsentation und regionaler Selbstvergewisserung wird den Museen besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Seit 1995 bietet die Landesstelle mit ihren Workshops ein Forum an, das Museologen und Fachwissenschaftler zur interdisziplinären Diskussion zusammenführt. Die mittlerweile in Form von Arbeitsheften dokumentierten Veranstaltungen widmeten sich der »Wiederkehr des Regionalen«, den Sammlungs- und Präsentationsstrategien von DDR-Produktkultur in der Gegenwart, den Transformationsprozessen in der ostdeutschen Landwirtschaft oder dem praktischen Selbstverständnis volkskundlicher Museen. Besonderes Engagement gilt derzeit dem noch jungen Komplex der brandenburgischen Industrie- und Technikmuseen. Bei dem Versuch, zumindest einen Teil der historischen Produktionsstandorte museal zu sichern, fehlt es vielen Projekten noch immer an klaren Konzepten, gesicherten Trägerschaften und versiertem Leitungspersonal. Gemeinsam mit den betroffenen Initiativen und Projekten, dem Museumsverband und dem zuständigen Kulturministerium werden hier langfristig tragbare Lösungsansätze entwickelt und vom neu geschaffenen Verein »Brandenburgische Museen für Technik, Arbeit und Verkehr e. V.« koordiniert.

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