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Das Institut für Europäische Ethnologie

Der Standort

„Ich dachte damals, ich sehe keine lebende Stadt, sondern ständig die Fotografien des Gestern einer Stadt und rutschte durch die Bilder in eine andere Zeit hinein (…). Die Ausländer redeten von diesem einen Jahr, für das sie nach Berlin gekommen waren, als ob es nicht zu ihrem Leben gehörte. Vielleicht sah Berlin deswegen nicht nur zwei-, sondern dreigeteilt aus. Westberlin, Ostberlin, Ausländerberlin. Die Ausländer waren die Vögel, die sich auf einer großen Reise mal kurz auf die Berliner Bäume gesetzt hatten, um dann weiterzufliegen. (…) Die Stadt, die vor 35 Jahren aussah wie ein Bühnenbild, das auf einen Regisseur wartete, der Berlin als lebendige Stadt inszeniert, sieht heute wie eine Opernbühne aus. Es scheint so, als würden alle Sprachen und Farben miteinander spielen.“

(Emine Sevgi Özdamar: Berlin, Stadt der Vögel. In: Wolfgang Eichwede u.a. (Hg.): Berlin, Moskau: Metropolen im Wandel. 2003, 140).


Großstädte wie Berlin sind ganz besondere Räume, in denen sich gesellschaftliche Prozesse und kulturelle Entwicklungen verdichten. Für Ethnolog/innen verkörpern sie damit fast ein Labor, weil sie zugleich Ort des Lebens und Raum des Forschens und Arbeitens sein können. Viele Themen und Fragestellungen, mit denen wir uns wissenschaftlich beschäftigen, sind zugleich Teil unseres urbanen Alltags. Berlin ist damit ein ungemein spannender und inspirierender Alltagsort. Es ist aber auch ein ungewöhnlicher Wissenschaftsort, weil es über eine vielfältige, gut ausgebaute und unkompliziert nutzbare wissenschaftliche Infrastruktur verfügt, zu der neben den vier Universitäten auch zahlreiche Bibliotheken, Archive, Museen und andere Kulturinstitutionen zählen.

Unser Institut, selbst in der historischen Mitte Berlins, ist für Studierende wie Forschende ein anregender Ort. Hinter dem Säulenvorbau der Mohrenkolonnaden, gebaut vom Architekten des Brandenburger Tores, herrscht nicht nur ein reger Lehrbetrieb. Vielmehr arbeitet das Institut auch wie eine Art „Forschungsatelier“. Studierende und Lehrende, Promovierende und Gastwissenschaftler/innen forschen gemeinsam in der Stadt, veranstalten Kolloquien und Tagungen, realisieren Ausstellungen und Bücher. Damit können Studierende wie Promovierende ihre eigenen Wissenskompetenzen und Forschungsprofile mitbestimmen – und darauf legen wir sogar besonderen Wert. Dies wird vor allem auch im Rahmen der Projektseminare (B.A.) und der Studienprojekte (M.A.) befördert, in denen Lehre mit eigener Forschung, theoretisches Wissen mit gesellschaftlichem Engagement, wissenschaftliches Formulieren mit medialem Schreiben verbunden ist.


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zuletzt geändert: 05.11.10 SI
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