Labor Museen/Ausstellungen
Museen sind populäre Medien der Wissensproduktion und -vermittlung. Als Institutionen des Sammelns, Bewahrens und Ausstellens sind sie symbolisch hoch besetzt und gleichsam kulturell umkämpft – nicht ohne Grund werden sie über die kultur- und sozialwissenschaftlichen Fachkontexte hinweg als „kultureller Schlüsselort“ betrachtet. Als Orte ästhetischer Praktiken sowie als umkämpfte Aushandlungsfelder von Identitäten und Zugehörigkeiten sind sie ein wichtiges Forschungsfeld der Europäischen Ethnologie. Dabei können Fragen der Repräsentation Europas – welche aktuellen wie historischen kollektiven Bilder von „Europäisch-Sein“ im Museum geschaffen, welche Grenzen dabei gezogen und welche Zugehörigkeiten definiert werden – ebenso zur Diskussion stehen wie die Debatte um die Musealisierung von Migration oder auch um Perspektiven von Arbeit, wie sie beipielsweise in Ausstellungen zum industriekulturellen Erbe verhandelt werden.
Das Labor „Theorie und Praxis von Museen und Ausstellungen“ versteht sich als statusübergreifender Diskussionsraum für am Institut angesiedelte Forschungsprojekte, Dissertationen und studentische Abschlussarbeiten. Gegenwärtige Trends (musealer) Ausstellungspraxen sind für uns Anlass, methodologische wie epistemologische Fragen neu zu stellen. Nicht zuletzt möchten wir auch über adäquate Werkzeuge der Ausstellungsanalyse wie über gute Formen selbstreflexiver Ausstellungspraxis nachdenken.