Stadtanthropologie: urbane Kulturen, Praktiken und Räume
Stadtanthropologie: urbane Kulturen, Praktiken und Räume
Der städtische Raum zählt zu den zentralen Forschungsfeldern der Europäischen Ethnologie. Wir verstehen Städte als Gesellschaftslabore der Moderne und Spätmoderne, in denen soziale und kulturelle Entwicklungen in Gang gesetzt und verdichtet werden. Die unterschiedlichen Forschungs-, Dissertations- und Studienprojekte am Institut bearbeiten sowohl Fragestellungen einer Anthropologie in der Stadt und der Stadt.
Drei Perspektiven sind dafür zentral: 1. die symbolischen und diskursiven Ordnungen, die urbane Alltagskulturen prägen und spezifische Formen von Urbanität hervorbringen; 2. die soziale und kulturelle Heterogenität städtischer Gesellschaften sowie die Symbole und Praktiken, in denen sich diese Differenzen verräumlichen und materialisieren; 3. die Selbst- und Fremdbilder einer Stadt in regionalen, nationalen und internationalen Referenzsystemen. Diese Perspektiven finden in Forschungen zu aktuellen wie historischen urbanen Formationen Anwendung, mit Blick auf postindustrielle und postsozialistische Transformationsprozesse und vor dem Hintergrund sich verstärkender Globalisierungsdiskurse.
Neben den Methoden der ethnografischen Stadtforschung beschäftigt sich das Labor Stadtanthropolgie auch mit Fragen des Städtevergleichs, in denen Unterschiede, Gemeinsamkeiten und Verflechtungen von Städten heraus gearbeitet werden. Im Fokus stehen dabei derzeit neben Berlin vor allem osteuropäische und kaukasische Städte.
Kontakt
Dr. Eszter B. Gantner gantnere@hu-berlin.de
Carolin Genz stadtlabor@hu-berlin.de
Aktuelles
- Aktuelle Informationen auf unserer Facebook-Seite: Stadtlabor
Vergangenes
- Programm Forschungslabor Stadtanthropologie WS 2011/2012
- Tagung: Kontrolle des urbanen Raumes: Akteure. Strategien. Topographien 29.06.-01.07.2011
- Programm Forschungslabor Stadtanthropologie WS 2010/2011
- Institutskolloquium Sommersemester 2010 "Wege zur ethnographischen Stadt: Urbane Aspiration, Assemblage, Affordanz"
Forschungsprojekte
- Identitätspolitiken
im Südkaukasus. Nationale Repräsentation, postsozialistische
Gesellschaft und urbane Öffentlichkeit (DFG-Projekt)
Dissertationen
- Kornelia Ehrlich: Stadtentwicklung unter dem Primat von Kreativität und Wissen: Eine Untersuchung der institutionellen und sozial-räumlichen Praktiken der politischen und kreativen Akteure Ljubljanas.
- Alina Gromova: Junge jüdische Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion in Berlin: urbane Räume und Praxen.
- Noa Ha: Handel(n) und Wandel(n). Migration und informelle Ökonomie am Beispiel des Straßenhandels in Berlin.
- Barbara Kiepenheuer-Drechsler: Vielfalt plus Zusammenhalt. Eine ethnologische Perspektive auf staatliche Integrationsstrategien und deren Aufnahme und Umgestaltung durch junge Migranten in Berlin.
- Maria Kudriavtseva: Die vergleichende Analyse von Bettelpraktiken in St. Petersburg und in Berlin.
- Robert Lorenz: Schlesische Metamorphosen. Ethnographie Görlitzer Identitätserzählungen nach 1990.
- Madlen Pilz: Tbilisi: Symbolische Konstruktion einer Hauptstadt.
- Viola-Donata Rauch: Städtische Identifikationen
und Aushandlungen von Zugehörigkeit von Nachkommen von Migranten in
Berlin.
Abgeschlossene Forschungsprojekte
- Identitätspolitik und nationale Repräsentation: Armenien auf dem Weg nach Europa? (DFG-Projekt)
- Bühnen der Macht: Zur
Inszenierung des Berliner 'Regierungsviertels' als
Repräsentationsraum
Abgeschlossene Dissertationen
- Synnove Bendixsen: Being Young, Muslim and Female: Creating Space(s) of Belonging in Berlin, 2010.
- Katja Grote: "Do svidaniya kommunalka? Kollektives Wohnen im post-sowjetischen Russland".
- Ignacio Farías: Touring Berlin.
- Victoria Hegner: Freiheit und historische Verpflichtung. Ein ethnographischer Vergleich der russisch-jüdischen Migration in den USA und in Deutschland am Beispiel von Chicago und Berlin ( Publikation).
- Christine Nippe: KUNST UND STADT. Bildende Künstler in New York und Berlin: zum symbolischen Kapital von Metropolen.
- Anja Schwanhäußer: Kosmonauten des Berliner
Untergrund. Oder: Urbanität als kulturelle Form (Publikation).
Abgeschlossene Studienprojekte
- Eine Straße in Berlin. Biographie und Ethnographie (2006/2007)
- DRESDEN. Ethnographische Erkundungen (in) einer Residenzstadt (2004/2005)
- Berlin – Gesichter einer Stadt (2003/2005)
- Das leise Sterben moderner Massenvergnügen? (2001/2003)
- Zwischen Weltstadtpolitik und lokaler Praxis: Karneval der Kulturen in Berlin (2001/2003)
- Durch Europa. In Berlin (2000)
- »Wer in den Osten geht, geht in ein anderes Land«
Die Settlementbewegung in Berlin zwischen Kaiserreich und Weimarer
Republik (1997)
Kooperationen
- Center for Metropolitan Studies (CMS), TU Berlin
- Transatlantisches Graduiertenkolleg Berlin-New York "Geschichte und Kultur der Metropolen im 20. Jahrhundert", CMS TU Berlin
- Arbeitsgruppe: stadtforschen - urbane kultur und ethnizität (kontakt)
- Centre for Independent Social Research, St. Petersburg
- Georg Simmel Zentrum für Metropolenforschung (GSZ), HU Berlin (Forschungskreis Metropolen in Osteuropa)
- DIAP. Dipartimento di Architettura e Pianificazione, Politecnico di Milano
- Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften, Abteilung für sozi-kulturelle Vielfalt und Abteilung für religiöse Vielfalt
- Novator, Center for Independent Social Research, Baku
- Tbilisi State University, Ivane Javakhishvili, Tbilisi, Fakultät für Archäologie und Ethnologie
- Berlin Labor - Berlin-Forschung für die Öffentlichkeit, Eine Kooperation mit der Agentur Zeitreisen

