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Forschen am Institut für Europäische Ethnologie
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Neuerscheinungen

Klausner, M and Niewöhner, J (2012)

Psychiatrie im Kiez. Alltagspraxis in den Institutionen der gemeindepsychiatrischen Versorgung

Die psychiatrische Versorgungslandschaft in Berlin hat sich in den letzten dreißig Jahren grundlegend verändert. Die großen Anstalten wurden dezentralisiert und durch ambulante Hilfen ergänzt. Unterstützungs- und Selbsthilfeangebote wie Tagesstätten oder betreutes Wohnen sind heute direkt im Kiez angesiedelt. Diesen gemeindepsychiatrischen Angeboten nähern sich die Beiträge aus einer ethnografischen Perspektive. Sie geben Einblicke in die Aushandlungen um Unabhängigkeit, Stabilität und Normalität, die die Alltage von Betroffenen und Institutionen auf vielfältige Weise prägen. Mit Beiträgen von Carolin Genz, Manuela Georgiew, Barbara Holli, Martina Klausner, Tillie Kluthe, Julie Mewes, Jörg Niewöhner und Simran Sodhi.   136 S., Klappenbroschur, 16 x 23 cm 14,90 € (D), 15,50 € (A), 24,90 sFr
 
Verse, J (2012)

Undoing Irishness. Antirassistische Perspektiven in der Republik Irland

Die sozioökonomischen Transformationen der letzten Jahrzehnte machen die Republik Irland zu einem der dramatischsten Räume Europas. Diese ethnografische Studie über Rassismus und Antirassismus in der irischen Gesellschaft untersucht die Konstruktionsbedingungen nationaler Identität und ihre Wirkmächtigkeit für irische Verhältnisse. »Irishness« steht als Schlüsselbegriff und hierarchisierende Kategorie sozialer Ordnung im Zentrum der Analysen. Julia Verse zeigt, wie die Perspektiven antirassistischer Akteure auf eine Neuverhandlung des nationalen Selbstverständnisses verweisen – und auf die Bedingungen emanzipativer Politik im heutigen Europa.  412 S., kart., 33,80 €   Die Autorin Julia Verse (Dr. phil.) lebt in Berlin und ist historisch arbeitende Kulturwissenschaftlerin. Ihre Interessensschwerpunkte sind soziale Inklusions- und Exklusionsprozesse, Rassismus, Nationalismus und Pop.    Leseprobe (pdf)
 
Tödt D (2012)

Vom Planeten Mars - Rap in Marseille und das Imaginäre der Stadt

Alltag im Ghetto, Gewalt auf der Straße, aber ein ungebrochener Stolz auf die städtische Herkunft: Weltweit berichtet Rap-Musik von den verrufenen Ecken der Stadt. Am Beispiel von Marseille diskutiert der vorliegende Band popkulturelle Repräsentationen des Urbanen. Auf der Grundlage von Liedtexten, Musikvideos und Medienberichten zeigt der Autor, dass Rap in und aus Marseille mehr ist als eine lokale Kopie des US-amerikanischen HipHop. Die Musik vermittelt vielmehr Besonderheiten der Mittelmeermetropole, wie sie seit langer Zeit in verschiedenen Feldern der Kultur zum Ausdruck kommen. 128 S., 19.90 EUR "Daniel Tödt ist es mit seiner Studie gelungen, dem Leser die Besonderheit des Marseiller Rap nicht zuletzt im Vergleich zur Rap-Szene in Paris zu verdeutlichen. Indem er die kulturelle Textur der Stadt entschlüsselt, glückt es ihm überdies, ein Bild von der Eigenart Marseilles zu zeichnen, wie sie im Imaginären der Stadt zur Geltung gelangt. Ein Buch, das Musik- und Stadtforschung aufs glücklichste vereinigt." Rolf Lindner
 
Binder, B, Kerner, I, Kilian, E, Jähnert, G, and Nickel, H (2011)

Travelling Gender Studies. Grenzüberschreitende Wissens- und Institutionentransfers

Travelling Gender Studies verfolgt Rezeptionen und Theorietransfers in den Gender Studies. Die Beiträge thematisieren im ersten Teil räumlich grenzüberschreitende Dynamiken und Theorietransfers an Beispielen der deutschen Frauen- und Geschlechterforschung vor und nach 1989. Gefragt wird danach, was Ost- und Westfeministinnen wechselseitig voneinander gelernt haben und inwiefern sich im Zuge dieser Lernprozesse Genderkonzepte, aber auch damit beispielsweise einhergehende Arbeits- und Politikbegriffe verändert haben – und wie diese theoretischen Debatten nach 1989 weitergeführt wurden. Der zweite Teil fokussiert gesamteuropäische Transformationsprozesse in den vormals sozialistischen Ländern Ost- und Mitteleuropas. Hier interessiert, welche Verständnisse von Gender und welche Zugänge zu Gender Studies in ausgewählten Ländern wie verhandelt werden, welche Theorien, Modelle und Ansätze erarbeitet, rezipiert, weiterentwickelt oder auch ignoriert wurden. Schließlich wird Gender als „weit gereistes“ Konzept im Lichte aktueller Theorieentwicklungen diskutiert. Die Autorinnen analysieren, welche theoretischen Konzepte das Feld der Gender Studies beeinflusst und verändert haben, aber auch welchen epistemologischen Wert Thematisierungen außerhalb des Wissenschaftskontextes – z.B. literarische Texte – für die Wissensgenerierung in den Gender Studies haben. 2011 - 244 Seiten - € 27,90  
 
Bürk, T (2012)

Gefahrenzonen, Angstraum, Feindesland: Stadtkulturelle Erkundungen zu Fremdenfeindlichkeit und Rechtsradikalismus in ostdeutschen Kleinstädten

Ostdeutsche Kleinstädte gelten häufig als der idealtypische Ort für rechtsradikale Strukturen und deren Aktivisten. Thomas Bürk untersucht in seiner Studie den Umgang von Flüchtlingen, MigrantInnen und nicht-rechten Jugendlichen in Städten, die von einer rassistischen Dominanz geprägt sind. Die lokalen Aushandlungskonflikte um das „Recht auf Stadt“ manifestieren sich für diese Gruppen in einer spezifischen sozialräumlichen Topologie der Stadt – einer Machtgeographie der alltäglichen Bewegungsmöglichkeiten. Der kontingente Charakter dieser symbolischen Ordnungen der Städte verdeutlicht die Bedeutung und Wirksamkeit eines lokalen Engagements nicht nur gegen die Präsenz von Neonazis, sondern auch gegen Formen eines strukturellen Rassismus wie etwa der Residenzpflicht oder der Lagerunterbringung von Flüchtlingen. Die Untersuchung verbindet Zugänge der Sozialgeographie und der empirischen Kulturwissenschaften, in einer Forschungskonzeption zur lokal-spezifischen Kleinstadtkultur in Ostdeutschland. ca. 330 Seiten - ca. € 34,90
 
Wellgraf, S (2012)

Hauptschüler. Zur gesellschaftlichen Produktion von Verachtung

Stigmatisierende Medienberichte, Demütigungen durch Pädagogen und abfällige Bemerkungen von Freunden oder Verwandten – all das sind Beispiele für Praktiken sozialer Abwertung, mit denen Hauptschüler tagtäglich konfrontiert werden. Wie kommen sie zustande? Wie werden sie erlebt und verarbeitet? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der Ethnografie von Stefan Wellgraf, die Hauptschüler in ihrem letzten Schuljahr und beim Versuch, sich eine berufliche Zukunft zu erarbeiten, begleitet. Mit Blick auf die Erfahrungen und Perspektiven der Schüler/-innen in Schule und Freizeit entsteht ein materialreicher Beitrag zur Debatte um gesellschaftliche Ungleichheit – und zugleich eine pointierte und beunruhigende Gesellschaftskritik.  334 S., kart., 24,80 €   Stefan Wellgraf (Dr. phil.) hat an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder promoviert und war Kollegiat im Graduiertenkolleg »Berlin – New York. Geschichte und Kultur der Metropolen im 20. Jahrhundert«. Leseprobe
 
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