Ab ins Ausland
Ab ins Ausland
„In Frankreich würde einem auffallen, wie die Knöpfe gemacht sind, weil es ein fremder, neuer Mensch wäre, der sie in einem fremden, alten Land an seinen Kleidern hätte. Hier fehlen einem die Knöpfe nie, bis sie abfallen. Hier schaut man die Dinge an, weil man Augen hat. Dort hat einer Augen, damit er sich den Betrachtungen hingeben kann. Das ist die unausweichliche Tragödie der Vertrautheit mit dem eigenen Zuhause. Hier durchleben wir das tägliche Programm, weil wir müssen; doch erst wenn man reist […], macht man die Entdeckung, daß man, um würdigen und verstehen zu können, auf keinem allzu freundschaftlichen Fuß mit Architektur und Menschen stehen darf." (Djuna Barnes)
Das Studium der Europäischen Ethnologie hebt sich im Feld der
Sozialwissenschaften durch eine international-vergleichende Perspektive
auf die Ausdrucksformen kulturellen, sozialtechnischen und politischen
Wandels ab. Schon aus diesem Grund ist es für unsere Studierenden
wichtig, sich möglichst frühzeitig zu überlegen, ob und wo sie einen
Auslandsaufenthalt einplanen wollen. Zudem muss überlegt werden, wie
sich ein Auslandssemester inhaltlich und logistisch am besten in das
Studium einbauen lässt. Auslandsaufenthalte werden zunehmend Teil
vieler Studiengänge. Für die Europäische Ethnologie ist dies vor allem
aufgrund ihrer inhaltlichen Ausrichtung ebenso nahe liegend wie
empfehlenswert. Zentral ist hier zweierlei: Zum einen gehen wir davon
aus, dass die für unser Fach konstitutive Einübung des ethnographischen
Blickes in der Konfrontation mit ausländischen Lebensformen,
Institutionen und Forschungstraditionen ganz wesentlich erleichtert
wird. Zum anderen wird aber auch die „trügerische Vertrautheit“ mit der
eigenen Gesellschaft im Ausland auf besonders radikale Weise in Frage
gestellt – für die kritische Beobachtung zeitgenössischer
Gesellschaftsphänomene besonders wichtig.
Es ist diese Infragestellung, die das Studium im Ausland so reizvoll macht: Sie kommt meist überraschend und ihre Wirkung ist besonders nachhaltig. Aber auch im Kleinen werden das Studium an einer anderen Universität und das Leben in einer anderen Stadt, in einem anderen Land jenseits des Vertrauten Ihre Perspektiven erweitern und verändern. Theorie und Praxis gehen Hand in Hand – versuchen Sie daher, möglichst von Beginn Ihres Studiums an einen Auslandsaufenthalt einzuplanen und den Aufenthalt an einem unserer über 35 Partnerinstitute vielleicht sogar durch ein Praktikum im Rahmen von "Leonardo" zu ergänzen. Von Seiten unseres Instituts können Sie sowohl bei der inhaltlichen als auch praktischen Vorbereitung einer größtmöglichen Unterstützung sicher sein. Daher last but not least: Beziehen Sie uns vor Ihrer Bewerbung um einen Studienplatz im Ausland in Ihre Überlegungen mit ein – wir werden versuchen, Sie bei Ihren Ideen und Vorhaben zu unterstützen, wo wir können.
Erasmus-Studienplätze am Institut für Europäische Ethnologie für das akadem. Jahr 2013/14
- Liste der Restplätze (PDF; Stand: 11.02.2013)
- Bewerbungshinweise (PDF)

