Aktuelles Vorlesungsverzeichnis
Archiv (Lehrveranstaltungen
der vergangenen Semester seit WS 1997/98)
Vorschau für das WS 2005/06 (Vorläufiger
Stundenplan - Änderungen vorbehalten)
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis für das Sommersemester 1999
Montag
Dozent:
Dr. Hazel Rosenstrauch
Wissenschaftsessayistik - Theorie und Praxis
Beginn:
26.04.99
Kommentar : Die Veranstaltung wird sich erinerseits
damit beschäftigen, was Wissenschaftessayistik
- im Unterschied zu Wissenschaftsjournalismus, Feuilleton,
wissenschaftlichen Aufsätzen oder PR - ist, war,
sein könnte, und sie will animieren, zu probieren:
Verfassen, Umschreiben, Redigieren und Kritisieren eigener
und fremder Texte. Ausgangspunkt: Der Leguitimationsbedarf
und damit auch die Versuche, Wissenschaft zu vermitteln,
nehmen aus vielerlei Gründen zu, zugleich sind
die dafür verfügbaren Institutionen und Vorbilder
rar. Es können eigene Texte (z.B. mißglückte
Diplom- und Seminararbeiten) oder auch besonders schwer
verständliche Artikel von Koriphäen umgeschrieben
werden; ich erwarte, daß die Teilnehmer Beispiele
herankarren, nachahmen und zumindest versuchen, eine
eigene Sprasche zu entwickeln. Nebenbei soll erforscht
werden, warum die deutschsprachige Wissenschaft sich
besonders schwer tut mit dem Genre Essay und wo und
wie Kulturwissenschaftler sich zum eigenen und allgemeinen
Nutzen auf diesem Feld bewähren könnten.
Dozent:
M.A. Michaela Knecht
Das Elend der Welt
Beginn:
26.04.99
Kommentar : "Das Elend der Welt" - so lautet
der Titel einer ethno-soziologischen Studie über
Ausgrenzung, Abstiege und Zukunftslosigkeit in der französischen
Gegenwartsgesellschaft, die Pierre Bourdieu zusammen
mit einem großen ForscherInnenkollektiv erarbeitet
hat. In 48 "KLebensbildern" erzählen ganz verschiedene
Einzelpersonen, Paare und Familien von materiellem Mangel,
symbolischer Gewalt und Stigmatisierung, von Arbeitslosigkeit,
ins Rutschen gekommenen Lebensentwürfen und entwerteten
Biografien. Das seminar rekonstruiert das Forschungsprogramm
und die Perspektive dieser Kultur- und Sozialanalyse
"von unten" und setzt die in den Tiefeninterviews beschriebenen
Erfahrungen in einen Dialog mit anderen Texten Bourdiues
und vergleichbaren ethnografischen Untrersuchungen.
Dabei geht es um die zwei für Europäische
Ethnologie und für das Werk Bourdieus zentralen
Fragen: Welche kulturellenb Voraussetzungen und Folgen
hat die zunehmende soziale Polarisierung der Menschen
im Spätkapitalismus? Und wie kann man diese polarisierenden
Erfahrungen und Prozesse ethnologisch verstehen, erklären
und über sie berichten? Bei genügend Interesse
und Engagement gibt es auch die Möglichkeit, einige
der theoretischen und forschungspraktischen Anregungen
dieses Buches in einem empirischen Miniprojekt auszuprobieren.
Literatur:
Pierre Bourdieu u. a. (1997): Das Elend der Welt. Zeugnisse
und Diagnosen alltäglichen Leidens an der Gesellschaft.
Konstanz.
Dozent:
Dr. Beate Binder
BerlinerIn sein. Zur Konstruktion lokaler Identitäten
Beginn:
26.04.99
Kommentar : Im gegenwärtigen Diskurs um
gesellschaftliche Transformationsprozesse hat das Schlagwort
"Globalization" einen zentralen Platz: Globalisierung
geht offensichtlich einher mit einer veränderten
Bedeutung lokaler Räume und der Neugewichtung lokaler
Identitäten. Im erstern Teil des Seminars soll
dieses Konzept diskutiert werden. Darauf aufbauend will
das Seminar im zweiten Teil einen Frageleitfaden entwickeln,
BerlinerInnen zu "ihrer" Stadt, nach Praktiken der Stadtnutzung
und den darin eingelagerten symbolischen Ordnungen befragen
und das recherchierte Material gemeinsam auswerten und
diskutieren.
Dozent:
Dr. Renate Haas
Erfahrungen mit Integration und Migtration in Berliner Schulen (SP II)
Beginn:
26.04.99
Kommentar : Fortführung der im Wintersemester
1998/99 begonnenen Projektarbeit.
Dozent:
Dr. Christian Hirte
Heimatmuseum 2000 (SP II)
Beginn:
26.04.99
Kommentar : Fortführung der im Wintersemester
1998/99 begonnenenProjektarbeit
Dienstag
Dienstag 10 - 12 Uhr, Raum 210
Dozent:
Prof. Dr. Wolfgang Kaschuba
Volkskunde im Nationalsozialismus
Beginn:
27.04.99
Kommentar : In vielen Fächern wird gegenwärtig
wieder oder auch zum ersten Mal die eigene Fachgeschichte
im Nationalsozialismus intensiver betrachtet und aug´fgearbeitet.
Die Volkskunde hat als Vorläuferin der Europäischen
Ethnologie bereits zwei solcher schmerzhaften Phasen
des Rückblicks hinter sich: Anfang der 70er Jahre
und Mitte der 80er Jahre. Dabei wurden Positionen und
Ergebnisse erarbeitet, die immer wieder neu zu überprüfen
und zu bewerten sind: War die Volkskunde ein harmloses
Orchideen- oder ein hartes Nazi-Fach? Gab es auch hier
"Täter"? Das Institut verfügt z.B. über
eine eigene umfangreiche Fotosammlung aus dieser Zeit,
die ein wichtiges Dokument damaliger volkskundlicher
Tätigkeit darstellt. Dieser Bestand könnte
im Rahmen des Seminars weiter aufgearbeitet werden.
Die Beschäftigung mit diesem Thema erscheint aber
auch notwendig, um den historischen Beitrag des Faches
zu aktuellen Diskussionen um Biologismus und Rassismus
besser einsvhätzen zu können.
Literatur: Helge Gerndt (Hg): Volkskunde und
Nationalsozialismus. München 1987
Dienstag 10 - 12 Uhr, Raum 001
Einführung in die Kulturtheorien
Dozent:
Prof. Dr. Rolf Lindner
Einführung in Kulturtheorien
Beginn:
27.04.99
Kommentar : In dieser Einführungsveranstaltung
wird ein `überblick über Bedeutung und STeöllenwert
des Kulturbegriffs von der Aufklärung bis zur Postmoderne
gegeben.
Dienstag 12 - 14 Uhr, Raum 001
Dozent:
Dr. Karl Braun
Friedrich Salomon Krauss - Magnus Hirschfeld. Zur Geschichte der Körper- und Sexualethnologie
Beginn:
27.04.99
Kommentar : Das Werk von Friedrich Salomon Krauss
(1859 - 1938) gehört zu den KLassikern der volkskundlich-ethnologischen
Forschung auf dem Gebiet des Körpers und der Sexualität.
Seine Schriften sowie die von ihm herausgegebene Zeitschrift
"Anthropophyteia" (1904-1913) geben unverstellte Einblicke
in europäische körper- und Sexualvorstellungen.
Magnus Hirschfeld (1868-1935), Sexualwissenschaftler
und Gründer des Instiituts für Sexualwissenschaften
in Berlin, war neben seiner ärztlichen Tätigkeit
auch ethnologisch tätig: Zu nennen wären hier
die Umfrage zum Sexualleben unter Studenten, die sogenannte
"Charlottenburger Studentenenquete" von 1903, Erhebungen
zu Homosexualität und Transvetismus oder die von
ihm heraud´sgegebene "Sittengeschichte des Weltkrieges"
(1930). In gemeinsamer Lektüre von ausgewählten
Texten sollen Leben und Werk von Krauss und Hirschfeld
im Seminar vorgestellt werden. Anhand der beiden Männer
lassen sich zentrale Auseinandersetzungen und Diskussionen
im Sexualdiskurs des ersten Drittels dieses Jahrhunderts
- beide z.B. i Kontakt mit Freud und der entstehenden
Psychoanalyse -, aber auch die Ablehnung und Diffamierung
der in der Sexualforschung Tätigen exemplarisch
nachzeichnen.
Dienstag 12 - 14 Uhr, Raum 210
Dozent:
NN
Tutorium für Studienanfänger/innen
Beginn:
27.04.99
Kommentar : Einführung in Formen des wissenschaftlichen
Arbeitens für Studienanfänger/innen.
Dozent:
Dr. Irene Götz
Nationale Selbst- und Fremdbilder in biographischen Interviews (Projekt I)
Beginn:
27.04.99
Kommentar : Eine neue Hauptsdtadt, eine neue
Regierung, ein neues Jahrtausend - nicht nur die aktuellen
Diskurse um die viel beschworene "Berliner Republik",
sondern auch andere Diskussionen (z.B. Holocaust-Mahnmal,
Streit um die Walser-Rede, Einwanderungsdebatte) verlangen
geradezu nach einer kulturwissenschaftlichen Beschäftigung
mit dem Problem der nationalen Identität der Deutschen.
Die Konstruktion und Vermittlung von Nationalem im Alltag
des gegenwärtigen Berlin (z.B. in Diskussionsveranstaltungen,
Ausstellungen, Gedenkfeiern, durch Objektivationen und
Medien) wird in diesem Studienprojekt genauso verfolgt
und ethnographisch beschrieben werden wie exemplarisch
der Umgang Einzelner mit solchen aktuellen Ausdrucksformen
und Merkmalen des Nationalen. Auf der Basis qualitativer
Interviews wird analysiert werden, wie sich tradierte
Vorstellungen des Nationalen in der individuellen Formation
von personaler Identität einlagern und "sinnstiftend."
wirken. Geplantes Ergebnis: Publikation
Geplante Laufzeit: 3 Semester
Beginn: SoSe 1999
Uhrzeit: Montags, 10-14 Uhr
Dienstag 14 - 16 Uhr, Raum 210
Dozent:
Prof. Dr. Stephen Nissenbaum
The Lizzie Borden Murder Case (1892-1893)
Beginn:
27.04.99
Kommentar: This is one of the most infamous murders
in U.S. history - it has actual become part of the national
folklore. In 1893, 32-year-old Lizzie Borden of Fall
River, Massachussetts, was put on trial for the savage
axe-murders of her wealthy father and stepmother. At
that time Fall River was the world's largest producer
of printed cotton textiles, and the Borden clan had
dominated the city's economy for three generations.
Why might Andrew Jacksoin Borden's own daughter wish
to see him dead? This seminar will use the murder and
trial as a "window" into issues of gender, class, and
ethnicity in America at the climax of the Industrial
Revolution. Research will be based on a wide variety
of primary ressources, including original trial transcripts,
newspaper accounts, street directories, census and business
records. Much of this material is available either on
microfilm or "on-line" (from a project under development
at the University of Massachusetts). This will be a
research seminar in social history, in which each student
explores a particular problem illuminated by the Lizzie
Borden case. Limited to 15 students.
Dienstag 16 - 18 Uhr, Raum 210
Dozent:
Alle Lehrenden
Forschungskolloquium
Beginn: 27.04.99
Vorstellung und Diskussion laufender Magister-, Doktor-
und anderen Forschungsarbeiten.
Dienstag 18 - 20 Uhr, Raum 001
Dozent:
Alle Lehrenden
Institutskolloquium Thema in diesem Semester: Ethnologisches Wissen.
Beginn:
Die, 18.00 - 20.00 Uhr, wöch.
Ort: SD 001
Mittwoch
Mittwoch 10 - 12 Uhr, Raum 001
Dozent:
Prof. Dr. Rolf Lindner
Stadtforschung. Eine Vorlesung
Beginn:28.04.99
Kommentar : In dieser Vorlesung wird ein überblick
über die Geschichte und Entwicklung der Stadtforschung
in Ethnologie, Soziologie und Volkskunde gegeben.
Mittwoch 10 - 12 Uhr, Raum 210
Dozent:
Prof. Dr. Peter Niedermüller
Etablierte und Außenseiter (HS)
Beginn:
28.04.99
Kommentar : Das Lektüreseminar beschäftigt
sich mit einer klassischen arbeit der community studies,
mit dem Buch von Norbert Elias und John L. Scotson:
Etablierte und Außenseiter. Das Buch stellt das
Resultat einer soziologischen, ethnologischen Untersuchung
dar, die die beiden Autoren 1958-60 in einer englischen
Vorortgemeinde durchgeführt haben. In dem Seminar
werden die Methoden und die ergebnisse dieser Forschung
dargestellt und analysiert.
Mittwoch 12 - 14 Uhr, Raum 210
Dozent: Dr. Leonore Scholze-Irrlizt
Volkskundliche und kultur-geschichtliche Forschung in Brandenburg und Berlin
Beginn:
28.04.99
Kommentar: Im Seminar sollen Programme, Positionen
und Methoden kulturgeschichtlicher und volkskundlicher
DForschung in Brasndenburg und Berlin vorgestellt werden.
Mittwoch 14 - 16 Uhr, Raum 210
Dozent:
Prof. Dr. Stephen Nissenbaum
Constructing an American "Region": The Case in New England
Beginn:
28.04.99
Kommentar: Focussing on New England, this Seminar
will explore regional identity as a process of social
construction. American regions (in contrast to those
in Germany, for example) have not developed out of serious
diferences involvin language, religion or even ethnicity.
And American regionalists have been hard-pressed to
identify the basis - or even the boundaries - of most
regions. But in recent years historians have begun to
look at regionalism differently. From this new perspecive
rfegional identity may not stem in any inevitable way
from such innate circumstances as geography, climate,
or "folk charactrer". Instead - much like race and gender
- region is socially constructed. It is no coincidence
that certain New Englanders began to realize their distinctive
identity (both pastoral and "puritan") in the middle
of the nineteenth century, at the very time when New
England was becoming the most urbanized and industrialized
part of the United States, populated by immigrants and
Roman Catholics. In fact, it was the tourist industry,
above all, that helped reshape the cultural and even
the physical landscape of nineteenth-century New England.
This Seminar will explore such developments by exploring
recent scholarship. Note: I will consider the possibility
of introducing comparative issues into the research
component of the seminar - research projects that apply
the New England model to German region.
Literatur:
Edward J. Ayers et al., All Over the Map: Rethinking
American Regions (1996) and Dona Brown, Inventing New
England: Regional Tourism in the Nineteenth Century
(1995).
Mittwoch 14 - 16 Uhr, Raum 001
Dozent:
Prof. Dr. Peter Niedermüller
Empirische Methioden
Beginn:
28.04.99
Kommentar : Das Seminar beschäftigt sich
mit den klassischen Methoden ethnologischer Feldforschung,
mit teilnehmender Beobachtung und Interviewtechniken.
Wir werden praktische und theoretische Grundfragen dieser
empirischen Methoden diskutieren und erklären.
Mittwoch 16 - 20 Uhr, Raum 210
Dozent:
Prof. Dr. Rolf Lindner
Durch Europa: In Berlin (SP III)
Beginn:28.04.99
Kommentar : Fortsetzung und Abscvhluß des
seit Sommersemester 1998 laufenden Studienprojekts.
Mittwoch 18 - 20 Uhr, Theodor-Heuss-Platz 5
Dozent:
Prof. Dr. Wolfgang Kaschuba, Prof. Dr. Christoph Klessmann
Forschungskolloquium des Berlin Program for Advanced German and European Studies
Beginn:
14.04.99
Kommentar : Amerikanische Stipendiaten stellen
in diesem Kolloquium ihre Forschungsprojekte vor. Die
Teilnahme von Promovierenden, die diesem Programm nicht
angehören, ist nach Vorabsprache möglich.
Mittwoch 18 - 20 Uhr, Raum 210
Dozent:
Dr. Stefan Beck
Technogene Intimität - Infrastrukturen der Nähe (SPI)
Beginn:
28.04.99
Kommentar : Alte wie moderne Kommunikationstechnologien
ermöglichen den Aufbau von Ferne in der Nähe
(etwa Aktennotizen oder e-mails als Distanzierungsmedium
zwischen benachbarten Sachbearbeitern in Organisationen)
oder Nähe in der Ferne (Luftpost oder interkontinentale
Telefonate), anonyme Nähe ("reach out to touch
someone": chat etc.) oder pseudonyme Ferne (Diskussionslisten
im Internet). Das Projekt soll die sozial differenten
Gebrauchsweisen und kulturell spezifischen Nutzungsmuster
dieser "Technologien der Fernanwesenheit" (vom Brief
bis zur e-mail) unter dem Aspekt untersuchen, wie dieser
potentiell verfügbare Medienmix von wem und mit
welchen Präferenzen im Freizeit- und Arbeitsalltag
genutzt wird, um Freundschaften und Beziehungen aufzubauen,
zu halten, zu redifinieren oder abzubrechen.
Donnerstag
Donnerstag 10 - 12 Uhr, Raum 210
Dozent:
Prof. Dr. Wolfgang Kaschuba.
Magische Daten: Die Jahrtausendwende
Beginn:
29.04.99
Kommentar : Obwohl es eigentlich Tage wie alle
anderen sind, scheinen die ersten Tage eines neuen Jahrhunderts
oder Jahrtausends bzw. die letzten eines alten eine
ganz besondere Bedeutung zu besitzen: Sie fordern geradezu
Rückblick, Ausblick und Bilanz auf, weil sie scheinbar
Einschnitte im sonst eher gleichförmigen Fluss
der Geschichte markieren. Wir stehen vor solch einem
Einschnitt. Jedenfalls bilden wir uns das ein, und im
Sommer 1999 wird sich diese "magische" Wirkung in unzähligen
Medienbeiträgen und Inszenierungen noch deutlicher
abzeichnen. Zum einen wären diese aktuellen Formen
des Umgehens damit genau zu beobachten und zu analysieren,
also der Prozess der Inszenierung der Jahrtausendwende
synchron zu erforschen. Zum anderen soll im Rückblick
auf vergangene "magische Daten" versucht werden, historische
Modelle der kulturellen Inszenierung wie der sozialen
Reflexivität herauszuarbeiten, um besser verstehen
zu können, wie dieser kulturelle Effekt zustande
kommen kann, der doch auf nicht mehr beruht als einem
neuen Blatt im Kalender.
Donnerstag 12 - 14 Uhr, Raum 210
Dozent:
Dr. Ina Merkel
Konsumgeschichte im 18./19./20. Jahrhundert
Beginn:
29.04.99
Kommentar: Kaufen, Verbrauchen, der Besitz von
Waren und ihre symbolische Bedeutung spielen in Europa
seit dem 18. Jahrhundert eine immer größere
Rolle. In diesem Seminar soll der Frage nachgegangen
werden, welcher kulturelle Wandel mit der Herausbildung
von Konsumgesellschaften verbunden war und inwiefern
der Konsum das Selbst- und Fremdverständnis, die
Mentalität und die kulturellen Praxen von Individuen,
Ständen, Klassen, Schichten und soziokultureller
Milieus verändert hat.
Literatur:
Hannes, Siegrist, Hartmut Kaelble, Jürgen Kocka
(Hg.): Europäische Konsumgeschichte, Frankfurt/New
York 1997
Donnerstag 14 - 16 Uhr, Raum 210
Dozent:
Prof. Dr. Peter Niedermüller
Grenzen, übergänge, Passage: Zur Ethnographie der Liminalität
Beginn:
29.04.99
Kommentar : Das Seminar versucht, verschiedene
Facetten der politiscghen, sozialen und kulturellen
Liminalität zu erläutern. Dabei werden nicht
nur klassische ethnologische Theorien - etwa die von
Victor Turner - diskutiert, sondern auch neue, "spätmoderne"
Formen und vielseitige Funktionen von Liminalität
besprochen und analysiert. Es wird die Frage gestellt,
wie Liminalität konstruiert wird, welche politischen
und symbolischen Bedeutungen sie hat und wie diese Grenzen,
übergänge und Passagen symbolisiert werden.
Donnerstag 16 - 18 Uhr, Raum 210
Dozent: Dr. Ina Merkel
Volksmusik- und Schlagersendungen als Massenereignis
Beginn:
29.04.99
Kommentar Volksmusik- und Schlagersendungen haben
im Fernsehen nach wie vor sehr hohe Einschaltquoten.
Woher rührt diese Attraktivität? Welche sozialen
Milieus oder Generationen bevorzugen solche Sendungen?
Welche kulturellen Muster werden hier vorgeführt
und bestätigt? Welche soziokulturellen Milieus
widerum lehnen sie warum ab? Diese und andere Fragen
sollen anhand von eigenen empirischen Untersuchungen
der Sendestruktur, der Texte, der Komposition, der Kleidung
von Stars und Fans, der Moderation usw. im Seminar diskutiert
werden.
Donnerstag 16 - 20 Uhr, Raum 001
Dozent:
Dipl.-Ethn. Falk Blask
Nachbarschaft in der Großstadt (SP IV)
Beginn:
29.04.99
Kommentar : Fortführung der im Wintersemester
1998/99 begonnenenProjektarbeit
Donnerstag 16 - 20 Uhr, Raum 210
Dozent:
Dr. Dieter Haller
Transformation der EU-Außengrenze (SP I)
Beginn:
29.04.99
Kommentar : Das auf drei Semester geplante Studienprojekt
soll die sich verändernde Bedeutung von Grenze
und Nation im Rahmen der europäischen Einigung
erarbeiten. Das Projekt ist ein Beitrag zur vergleichenden
Kulturforschung wie auch zur Methodenausbildung. Kernstück
des Projekts ist ein 8-wöchiges Feldforschungspraktikum
an zwei unterschiedlichen Außengrenzen: der deutsch-polnischen
Grenze und der deutsch-französisch-schweizerischen
Grenze. An jeder Grenze wird von je einer Gruppe von
8 Studenten und Studentinnen die Datenerhebung zu einem
Aspekt der Thematik durchgeführt.
Freitag
Freitag 12 - 16 Uhr, 14 tg., Raum 001
Dozent:
M.A. Joachim Wossidlo
Interaktion und Realität
Beginn:
30.04.99
Kommentar : Das Ziel des Seminar ist es, anhand
von ausgewählten Filmen grundsätzliche Probleme
des ethnologischen Films zu diskutieren. Zugleich soll
ein historischer überblick über die Geschichte
und die formale bzw. ästhetische Entwicklung des
ethnologischen Films vermittelt werden. Anhand von ausgewählten
Filmen sollen die Arbeiten einiger der einflußreichsten
und exponiertesten Vertreter des Genres vorgestellt
und diskutiert werden. Jede Sitzung besteht aus einem
Vortrag bzw. Referat und einem Film, der dann auf der
Grundlage des Referats diskutiert werden soll.


