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Studieren am Institut für Europäische Ethnologie
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Vorlesungsverzeichnis

zuletzt geändert: 01.03.13 ML(I
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Aktuelles Vorlesungsverzeichnis
Archiv (Lehrveranstaltungen der vergangenen Semester seit WS 1997/98)
Vorschau für das WS 2005/06 (Vorläufiger Stundenplan - Änderungen vorbehalten)

 

Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis für das Sommersemester 2000

Angelika Pelz
Tutorium für StudienanfängerInnen, T
Termin: Mo 10.00-12.00 wöch.
Ort: SD 19, 001
Beginn: 17.04.00





Dr. Irene Götz
Nationale Selbst- und Fremdbilder in biographischen Interviews, PJ III
Termin: Mo 10.00 - 14.00 wöch.
Ort: SD 19, 210
Beginn: 17.04.00

Kommentar: Fortführung der im Sommersemester 1999 begonnenen Projektarbeit.





Dr. habil. Sigrid Jacobeit
Erinnerungskultur und musealer Umgang, SE
Termin: Mo 14.00-16.00 wöch.
Ort. SD 19, 210
Beginn: 17.04.00

Kommentar: In Ravensbrück bei Fürstenberg/Havel befand sich von 1939 bis 1945 das größte Frauenkonzentrationslager Deutschlands. Zehntausende von Frauen namentlich aus den von der Wehrmacht besetzten Ländern sind dort ermordet worden. Ein solcher Ort weckt bei den Überlebenden und den Angehörigen der Toten vielfältige Erinnerungen. Er mahnt zugleich die Öffentlichkeit zur Besinnung angesichts der Gefahr eines Wiedererstehens solcher Verbrechen und fordert zur Beschäftigung mit den Ursachen des Geschehns während der NS-Diktatur auf.
Bestandteile der Ausstellungen in Ravensbrück sind unterschiedlichste Exponate aus dem offiziellen KZ-Geschehen, vor allem aber Gegenstände der Häftlingsfrauen, die sehr eindrücklich auf die Bewältigung ihres schweren Lageralltags, auf die Vielfältigkeit von Formen des Widerstehens und des Überlebens hinweisen. Es sind jedoch nicht die Exponate als solche, die zum musealen Umgang genutzt werden. Vielmehr kommt es darauf an, die überlebenden Häftlingsfrauen zu ihren persönlichen Zeugnissen über ihr Leben vor, während und nach der KZ-Zeit nach Methoden der oral history sowie zu den Dokumenten aus dem KZ-Alltag selbst zu befragen. Dieses Erinnern der Frauen und dessen Öffentlichmachen ist die wesentliche Grundlage des musealen Umgangs mit der Erinnerungskultur in der Gedenkstätte Ravensbrück.




Alle Lehrenden
Ethnologische Grundbegriffe, V
Termin: Mo 16.00-18.00 wöch.
Ort: SD 19, 001
Beginn: 08.05.00

Kommentar: Begriffe wie Kultur, Identität, Geschlecht oder Repräsentation tauchen in den Diskussionen der Europäischen Ethnologie immer wieder an prominenter Stelle auf. Sie "gehören" allerdings nicht nur uns, sondern werden auch von anderen Disziplinen benutzt; es sind auch nicht die einzigen, mit denen wir arbeiten, vielleicht nur die "modischsten"; und schließlich gibt es auch ältere, "volkskundliche" Begriffe, die für uns noch von Bedeutung sein können. Die Vorlesungsreihe will alle Lehrenden des Instituts versammeln, um solche "Grundbegriffe" zusammenzutragen und jeweils einen davon an Hand eigener Überlegungen und/oder Forschungen vorzustellen. Ein genauer Themenplan folgt zu Semesterbeginn.





Dr. Michi Knecht
Deutschlandethnographie, SE
Termin: Mo 18.00-20.00 wöch.
Ort: SD 19, 001
Beginn: 08.05.00





Dr. Christian Hirte
Heimatmuseum 2000, PJ IV
Termin: Mo 16.00-20.00 wöch.
Ort: SD 19, 210
Beginn: 17.04.00

Kommentar: Fortführung der im Wintersemester 1998/99 begonnenen Projektarbeit.





Prof. Wolfgang Kaschuba
Kulturwissenschaft "als" Kulturtheorien, PS
Termin: Di 10.00-12.00 wöch,
Ort: SD 19, 210
Beginn: 25.04.00

Kommentar: In den letzten Jahren gab es einen regelrechten Boom der "Kulturwissenschaften": Alles strebte hin zum neuen Leib- und Leitbegriff der Kultur, teilweise doch auch aus recht weiter wissenschaftlicher Entfernung. Damit ist der Kulturbegriff vielfach und zwangsläufig auch in völlig unterschiedlicher Weise umdefiniert und neukonzipiert worden - wie und in welchem Verhältnis zu dem unsrigen? wäre einmal genauer zu untersuchen. Mit anderen Worten: Welche Kulturtheorie wird von welcher Kulturwissenschaft für sich pro- und reklamiert? Die Inspektion dieser Theorien soll Gegenstand des Hauptseminars sein: eine Art der Kulturtheorie II für Fortgeschrittene.





Prof. Rolf Lindner
Einführung in die Kulturtheorie, PS
Termin: Di 10.00- 12.00 wöch.
Ort: SD 19, 001
Beginn: 25.04.00

Kommentar: Entlang der Geschichte des Kulturbegriffs soll eine Einführung in kulturtheoretische Ansätze und Positionen vermittelt werden.





N.N.
Tutorium für StudienanfängerInnen, T
Termin: Di 12.00-14.00 wöch.
Ort: SD 19, 210
Beginn: 25.04.00

Kommentar: Einführung in Formen des wissenschaftlichen Arbeitens für Studienanfänger/innen.





alle Lehrenden
Forschungskolloquium, C
Termin: Di 16.00-18.00 wöch.
Ort: SD 19, 210
Beginn: 25.04.00

Kommentar: Vorstellung und Diskussion laufender Magister-, Doktor- und anderer Forschungsarbeiten.



 

alle Lehrenden
Institutskolloquium: Ethnologische Praxis und Berufsfelder, C
Termin: Di 18.00-20.00 wöch.
Ort: SD 19, 001
Beginn: 25.04.00

Programm





Prof. Wolfgang Kaschuba
Ethnologisches Schreiben, HS
Termin: Mi 10.00-12.00 wöch.
Ort: SD 19, 210
Beginn: 26.04.00

Kommentar: Der Bedarf ist klar, und die Idee ist einfach: Beim gemeinsamen Lesen fremder und beim Schreiben eigener Texte soll Problembewußtsein darüber entstehen, wie wir wissenschaftlich schreiben, darstellen, analysieren. Welche Genres, Logiken, Effekte, Regeln sind dabei zu beachten? Bedingung des Seminar ist es, daß jedes mindestens einen eigenen Text verfaßt, der am Ende des Seminars in einer Kompaktsitzung gemeinsam durchgesprochen wird - also ein Schreibseminar mit kollektiver Redaktion und Rezension - und mit höchstens 25 TeilnehmerInnen.





Dr. Beate Binder und Dr. Michi Knecht
Empirische Methoden, PS
Termin: Mi 10.00-13.00 wöch.
Ort: SD 19, 001
Beginn: 26.04.00

Kommentar: Das Seminar bietet eine Einführung in die empirischen Methoden der Europäischen Ethnologie, wobei Teilnehmende Beobachtung und Interviewtechniken im Mittelpunkt stehen werden. Dabei werden Fragen von der Gewinnung bis zur Aufbereitung und Interpretation von Daten angesprochen. Neben der Auseinandersetzung mit Grundlagentexten werden von Kleingruppen durchgeführte Recherchen dazu dienen, Möglichkeiten und Probleme empirischen Arbeitens zu diskutieren.





Prof. Peter Niedermüller
Die Magie der Ethnographie, HS
Termin: Mi 12.00-14.00 wöch.
Ort: SD 19, 210
Beginn: 26.04.00

Kommentar: Das Seminar konzentriert sich auf einige aktuelle theoretische und methodologische Fragen ethnologischer Feldforschung. Wir werden einige gegenwärtige Konzepte der Feldforschung prüfen und werden uns mit Problemen und Schwierigkeiten auseinandersetzen, die vor allem Feldforschungen in der eigenen Gesellschaft charakterisieren. Das Seminar versteht sich als ein Seminar über empirische Methoden für StudentInnen im Hauptstudium.





Dr. Dagmar Neuland Kitzerow
Kulturkontakte Europa: Faszination Bild, S
Termin: Mi 14.00-16.15 14täg.
Ort: Museum Europäischer Kulturen, Berlin Dahlem, Im Winkel 6-8
Beginn: 03.05.00, dann 10.05.00, dann 14täg.

Kommentar: Eine gegenwärtig laufende Ausstellung des Museums Europäischer Kulturen wird in ihren Themenfacetten im Rahmen einer museumspraktischen Übung aufgearbeitet.



Prof. Wolfgang Kaschuba
Ethnologische Populärliteratur, S
Termin: Mi 14.00-16.00 wöch.
Ort: SD 19, 210
Beginn: 26.04.00

Kommentar: Wenn es um Vorstellungen anderer Länder und Gesellschaften geht, stellen wir immer wieder - eher mißvergnügt - fest, daß nicht ethnologische Fachliteratur, sondern literarische wie fiktionale Darstellungen von schriftstellernden LaienethnologInnen das europäische Bild "fremder Kulturen" prägen. Wissenschaftliche Erkenntnis und soziales Gebrauchswissen gehen in diesem Bereich offenbar selten konform. Weshalb? Karl May oder Tanja Blixen kennt (fast) jeder, doch wer kennt schon Clifford Geertz? An alten und neuen Beispielen solcher Ethno- und Exotikliteratur läßt sich nachvollziehen, welche Vorstellungen und Deutungen solcher "anderen Welten" in diesen Romanen und Sachbüchern verbreitet werden und welches Bild europäischer "Zivilisation" umgekehrt entsteht.





Dr. Beate Binder
Politisches Handeln und politische Strategien als Untersuchungsfeld der EE, S
Termin: Mi 16.00-18.00 wöch.
Ort: SD 19, 210
Beginn: 26.04.00

Kommentar: Die empirische Kulturwissenschaft/Europäische Ethnologie hat sich lange als Fach definiert, das eher an den unspektakulären "kleinen" Dingen des Alltags interessiert ist, an denen dann "größere" Zusammenhänge quasi paradigmatisch entfaltet werden.Wie kann aber die "große Politik" selbst zum Gegenstand kulturwissenschaftlicher Fragestellungen und Untersuchungen werden? Das Seminar wird sich mit verschiedenen Ansätzen einer kulturanthropologischen Analyse politischer Strategien und Prozesse auseinandersetzen und auch die methodologischen Probleme diskutieren, die mit dem Forschungsfeld "Politik" verbunden sind.

Literatur: Chris Shere (Hg.): Anthropology of Policy. London 1997; Hans Georg Soeffner: Erzwungene Ästhetik. Repräsentation, Zeremoniell und Ritual in der Politik. In: H. Wilhelms/M. Jurga (Hg.): Inszenierungsgesellschaft. Opladen, Wiesbaden 1998, S. 215-234; Rüdiger Voigt (Hg.): Symbolde der Politik, Politik der Symbole. Opladen 1989; Bernd Jürgen Warneken/Andreas Wittel: Die neue Angst vor dem Feld. Ethnographisches research up am Beispiel der Unternehmensforschung. In Zeitschr.f.Volkskunde 1997, S 1-16





Dr. Stefan Beck
Technogene Intimität - Infrastrukturen der Nähe, PJ III
Termin: Mi 16.00-20.00 wöch.
Ort: SD 19, 001
Beginn: 26.04.00

Kommentar: Abschlußsemester des im Sommersemester 1999 begonnenen Studienprojektes.





Prof. Rolf Lindner
Die Würde des Menschen als volkskundliches Problem, S
Termin: Do 10.00-12.00 wöch.
Ort: SD 19, 210
Beginn: 27.04.00

Kommentar: "Die Würde des Menschen ist unantastbar" heißt es in Artikel 1 des Grundgesetzes. Auch materielle Not verletzt die Würde; um die Führung eines Lebens zu ermöglichen, das der Würde des Menschen entspricht, wurde die Sozialhilfe eingerichtet. Aber gerade der Gang zum Sozialamt wird von vielen als entwürdigend empfunden. Vor der Folie von Avishai Margalits Buch "Politik der Würde" geht es im Seminar um Achtung, Selbstachtung und Respekt, um beschämende Situationen und demütigende Handlungen, kurz: um die Würde des Menschen als volkskundliches Problem.





Prof. Peter Niedermüller
"Ostalgie" vs. Gedächtnis: Mythos DDR, S
Termin: Do 10.00-12.00 wöch.
Ort: SD 19, 001
Beginn: 27.04.00

Kommentar: In den letzten Jahren wurde immer wieder das Phänomen "Ostalgie" in der Politik und in den Medien diskutiert. Mit dieser Kategorie wird der symbolische Prozeß bezeichnet, in dem der Alltag der DDR erinnert, repräsentiert und instrumentalisiert wird. Das Seminar versucht die Frage zu klären, ob "Ostalgie" als kulturelles Phänomen wirklich existiert, und wenn ja, in welchen Formen es sich manifestiert? Wir werden nachfragen, ob "Ostalgie" eine Form des kollektiven Gedächtnisses ist und in diesem Zusammenhang werden wir versuchen, Regeln und Prinzipien des kollektiven Gedächtnisses zu klären.





Prof. Peter Niedermüller
Rassismus und Interkulturalität, PJ
Termin: Do 12.00-14.00 wöch.
Ort: Luisenstraße 44-45, Raum 113
Beginn: 27.04.00

Kommentar: Es handelt sich hier um ein gemeinsames Studienprojekt mit dem Institut für Afrika- und Asienwissenschaft, was ab dem WS 1999/2000 durchgeführt wird. Im Seminar geht es um das Verhältnis zwischen europäischen, insbesondere deutschen und afrikanischen Kulturen. Es werden deutsche Afrikakonzeptionen sowie verschiedene Facetten des in der deutschen Gesellschaft anzutreffenden Rassismus diskutiert. Gegenstand der Diskussion sind deutsche Filme, Reportagen, Talkshows und Werbespots sowie deutsche Kinderliteratur, Reiseliteratur usw.





Prof. Dr. Rolf Lindner
Phantastik. Eine andere Methodenlehre, S
Termin: Do 14.00-16.00 wöch.
Ort: SD 19, 001
Beginn: 27.04.00

Kommentar: "Hätten wir auch eine Phantastik wie eine Logik, so wäre Erfindungskunst erfunden" (Novalis). Wie könnte eine Phantastik aussehen, kann man sie überhaupt in Regeln fassen oder muß sie ebenso unberechenbar bleiben wie die "blühende Phantasie"? In diesem Seminar sollen verschiedene 'Methoden' diskutiert werden, die auf das Vorstellungsvermögen setzen: Ironie, Kontexverfremdung, Perspektivenverschiebung. Auf diese Weise soll die 'Kunst des Sehens' befördert werden.





MA Ina Dietzsch
Gewaltige Diskurse, S
Termin: Do 16.00-18.00 wöch.
Ort: SD 19, 210
Beginn: 27.04.00

Kommentar: Gewalt wird gewöhnlich als "männlich" gedacht, u. a. weil in historischen Überlieferungen Männer als diejenigen erscheinen, die Gewalt ausüben und weil solche Organisationen wie Polizei und Militär, die das staatliche Monopol zur Gewaltausübung innehaben, noch heute als Ort der Bestätigung von Männlichkeit gelten. Inzwischen haben Frauen zu beiden Organisationen begrenzten Zugang. Wie gestaltet sich die Diskursivierung von Gewalt nach dem Eintritt von Frauen in diese Organisationen in den Medien? Wie wird Gewalt in Diskursen vergeschlechtlicht und welche eventuellen Bedeutungsverschiebungen sind damit verbunden? Im Seminar sollen mit Hilfe einer Analyse von Tageszeitungen und Wochenmagazinen, verschiedene (gegenwärtige) Diskurse untersucht werden, die unterschiedliche Formen von Gewalt thematisieren. So z.B. die öffentlichen Diskussionen um Polizeieinsätze, Kriegsgewalt, rassistische Gewalt in der Armee, Gewalt an Schulen, Kindesmißbrauch, Gewalt in Computerspielen, Mädchengewalt.

Literatur: Elias, Norbert (1993/94; erste Auflage 1976): Über den Prozeß der Zivilisation: soziogenetische und psychogenetische Untersuchungen. Frankfurt/M: Suhrkamp ; besonders Bd.1, Abschnitt "Über Wandlungen der Angriffslust", S. 263-283
Eifler, Christine/ Seifert, Ruth (Hg.) 1999: Soziale Konstruktionen - Militär und Geschlechterverhältnis. Münster: Westfälisches Dampfboot
Keller, Rainer: Diskursanalyse. In: Hitzler, Ronald/ Honer, Anne (Hg.) 1997:Sozialwissenschaftliche Hermeneutik. Eine Einführung.

 

Michael Freerix
Dokumentarisch-ethnologische Filmarbeit, S
Termin: Do 16.00-20.00 14täg.
Ort: SD 19, 001
Beginn: 27.04.00

Kommentar: Ein wichtiger Teil wissenschaftlich-ethnologischer Arbeit besteht in der genauen Aufzeichnung von alltäglichen Beobachtungen durch das Medium Film (Video). Im Mittelpunkt des Seminars soll die Beschäftigung mit Grundlagen dokumentarischer Filmarbeit stehen. Anhand einer Reihe von aktuellen dokumentarischen Filmen (von Frederick Wiseman, Jean Rouch, Raymond Depardon, Otar Josseliani, Harun Farocki, Erich Langjahr und Lisa Faessler), in denen sich die Macher mit menschlichen Beziehungssystemen beschäftigten, werden unterschiedliche Arbeitsweisen mit Film vorgestellt. Eine Analyse des jeweiligen Umgangs mit dem Thema (den Gefilmten) soll filmisch-dokumentarische Vorgehensweisen transparent und nachvollziehbar werden lassen. Gleichzeitig sollen die Seminarteilnehmer/innen mit dem Handwerk filmischer Dokumentationen vertraut gemacht werden, um es später für ihre ethnologischen Studien nutzen zu können.





Dr. Joachim Schlör
Scheunenviertel und Kazimierz, S
Termin: Do 18.00-20.00 wöch.
Ort: SD 19, 210
Beginn: 27.04.00

Kommentar: Jeden Sonntag werden in Berlin sechs oder sieben Führungen durch das "Jerusalem an der Spree" angeboten; in den Sommemonaten ziehen Touristenströme durch die Kulissen des ehemaligen jüdischen Viertels von Krakau - zwei Beispiele für eine Tendenz, mit jüdischer Kultur und Geschichte "Stadt zu machen": Klezmer-Musik ertönt an allen Ecken, Straßen werden umbenannt, Gedenkorte eingerichtet, Ausstellungen gezeigt. Das Seminar soll versuchen, die Motive für diese symbolische Rückkehr des Judentums in Klischeebildern vor dem Hintergrund der deutschen - und, vergleichend, der polnischen - Erinnerungspolitik nach 1989 zu erfragen.

Literatur:Y. Michal Bodemann, Gedächtnistheater. Die jüdische Gemeinschaft und ihre deutsche Erfindung. Hamburg 1996; Joachim Schlör, Auf der Suche nach dem Ort des Judentums. In: kritische berichte. Zeitschrift für Kunst- und Kulturwissenschaften, Heft 3/1996, S. 6-12





Dr. Hazel Rosenstrauch
Aufbau einer Redaktion, PJ I
Termin: Fr 12.00-14.00 wöch.
Ort: SD 19, 210
Beginn: 28.04.00

Kommentar: Anknüpfend an das Seminar "Wissenschaftsessayistik" soll versucht werden, eine - vorerst institutsinterne - Redaktion aufzubauen, die als Dienstleistungsunternehmung für Studenten, Projektseminare und damit auch Dozenten zur Verfügung steht. Dazu muß Schritt für Schritt a) herausgefunden werden, welche Art von Infrastruktur dem Bedarf am Institut adäquat sind (='Feldforschung'); b) welche Sachkenntnisse vorhanden und welche erwerbbar sind (Rechtschreiben, verständlich Schreiben, Kommunizieren, Kooperieren, Lektorieren, Redigieren, Produkt definieren und in vorgegebener Zeit fertig machen et. al.). Außerdem werden c) Voraussetzungen und Möglichkeiten erörtert (bzw. erforscht), auf der Grundlage ethnologischer Ausbildung im Berufsfeld Wissenschaftsvermittlung tätig zu werden. Als Produkt ist d) ein 'benutzbares' Lektorat und eine institutsspezifische Handreichung geplant. Vorarbeiten finden im WS 1999/2000 statt. Voraussetzung: gründliche Kenntnisse der Grammatik und Rechtschreibung, erhöhte Einsatzbereitschaft, praxisorientierte Phantasie bzw. Bereitschaft, sich diese Kenntnisse anzueigenen. Die Teilnehmerzahl ist auf 12 beschränkt, kontinuierliche Mitarbeit Bedingung.





Oliver Geden
Männlichkeit von rechts, PJ-Tutorium
Termin: 12.00-14.00 wöch.
Ort: SD 19, 001
Beginn: 28.04.00





Dr. Albrecht Göschel
Kulturpolitik in der Bundesrepublik Deutschland, S
Termin: Fr, 28.04.00, 14.00-16.00, dann Kompaktsitzungen nach Vereinbarung
Ort: SD 19, 001
Beginn: 28.04.00

Kommentar: Die Kulturpolitik der Bundesrepublik Deutschland gilt als beispielhaft und bietet nach wie vor auch Kulturwissenschaftlern ein breites Arbeitsfeld. Gegenwärtig aber zeigen sich Unsicherheiten in ihrer systematischen Begründung als öffentliche Aufgabe; in ihrem Gegenstand; in ihrer institutionellen Organisation. An ausgewählten Feldern praktischer Kulturarbeit - z.B. kommunale Kulturentwicklung; Stadtteil- und Soziokultur; Kunst im öffentlichen Raum; Qualitätsmanagement im Museumswesen; Programmentwicklung in Volkshochschulen; Mäzenaten- und Sponsorentum im Musik- und Galeriewesen - werden die Bedingungen von Kulturpolitik entwickelt, um einerseits relevante Berufsfelder zu erschließen, um andererseits zu einer Perspektive dieses, für deutsches Selbstverständnis - in Ost und West - so zentralen Politikfeldes zu gelangen. Es ist beabsichtigt, Experten aus den genannten Feldern der Kulturpolitik zu einzelnen Veranstaltungen hinzuzuziehen.

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PD Dr. Ulf Matthiesen
Regionalkulturen - Theorien, Methoden, Forschungspraxis, Anwendungsbezüge, S
Termin: Fr 14.00-17.00 14täg.
Ort: SD 19, 210
Beginn: 28.04.00

Kommentar: Der Einfluß von regionalen Kulturformen auf die Pfadstrukturen der neuesten Moderne findet zunehmende Beachtung. Gleichwohl hat sich darüber kein einheitlicher Forschungsgegenstand mit einhellig konsentierten Methoden etabliert. Erstes Ziel der Veranstaltung ist daher die gemeinsame Erarbeitung eines Überblicks über wichtige konzeptuelle Ansätze und Methoden zur Regionalkulturanalyse (von den mental maps -Kevin Lynch- über 'Neue Institutionenanalysen' zu unterschiedlichen Milieuansätzen). Kleine Fallstudien aus Berlin-Brandenburgischen Umlandgemeinden werden Stärken und Schwächen dieser Ansätze erproben -auf dem Weg zu methodenpluralen Untersuchungen.

Literatur: R. Lindner (Hg.) Die Wiederkehr des Regionalen, Ffm/N.Y. 1994; D.Ipsen, Raumbilder, Pfaffenweiler 1998; U. Matthiesen (Hg.), Die Räume der Milieus, Berlin 1998.

 


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