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Studieren am Institut für Europäische Ethnologie
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Vorlesungsverzeichnis

zuletzt geändert: 01.03.13 ML(I
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Aktuelles Vorlesungsverzeichnis
Archiv (Lehrveranstaltungen der vergangenen Semester seit WS 1997/98)
Vorschau für das WS 2005/06 (Vorläufiger Stundenplan - Änderungen vorbehalten)

 

Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis für das Wintersemester 2001/2002

 

51 707 Dr. Michi Knecht
Umkehrblicke. Fragmente zur Wissenschaftsgeschichte der Ethnologie für europäische EthnologInnen (SE)
Termin: Mo 10.00 - 12.00 wöch.
Ort: SD 19, 210
Beginn: 22.10.01

Kommentar: Auf der Grenze zwischen "eigen und fremd" und im Umgang mit außereuropäischen Kulturen hat die Ethnologie Begrifflichkeiten und Konzepte entwickelt, die auch als "Selbstauslegung im anderen" (Fritz Kramer) verstanden werden können. Das, was außereuropäischen Kulturen als Archaik, Primitivität, Totemismus, Magie, Tabu oder Fetischismus zugeordnet wurde, betraf häufig die Kehrseiten der aufgeklärten "Moderne", die in der eigenen Kultur nicht thematisiert und untersucht wurden. Das Seminar fragt wissenschaftsgeschichtlich nach der Genese dieser Konzepte "aus der Werkstatt der Exotikmacher" (Michael Oppitz), reflexiv nach den in diesen Konzepten enthaltenen eigenkulturellen Erfahrungen und kritisch nach ihrer Erklärungskraft und Angemessenheit für die Analyse spezifischer Aspekte ("Warenfetischismus", "neuer Totemismus". usw.) der "eigenen" Kultur in der Gegenwart.

51 703 Dr. Stefan Beck
Ethnographie von Abstrakta (SE)
Termin: Mo 12.00 - 14.00 wöch.
Ort: SD 19, 210
Beginn: 22.10.01

Kommentar: Für die Moderne ist das Abstrakt-Werden sozialer Prozesse und Beziehungen charakteristisch. Verrechtlichung, Ökonomisierung, der Aufbau arbeitsteiliger Organisationen sind einige der damit verbundenen Stichworte. Eine Ethnographie komplexer, moderner Gesellschaften, die sich nicht auf eine Ethnographie "in" komplexen Gesellschaften beschränken will, steht damit vor der Herausforderung, wie sie solche Abstraka zum Forschungsthema machen und empirisch bearbeiten kann. Das Seminar wird an ausgewählten ethnographischen (überwiegend englischsprachigen) Beispielen die damit verbundenen methodischen und theoretischen Fragen aufgreifen.

 

51 728 Dr. habil. Sigrid Jacobeit
Männliches und weibliches SS-Personal in Konzentrationslagern des Dritten Reiches (HS)
Termin: Mo 14.00 - 16.00 wöch.
Ort: SD 19, Raum 001
Beginn: 22.10.01

Kommentar: Die Behandlung dieser Thematik ist nicht gleichzusetzen mit der von "Tätern und Täterinnen" in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern. Sie umfasst vielmehr die Grundstrukturen des SS-Personals, den soziokulturellen Aspekt beider Gruppierungen (Herkunft, Beruf, Veranlassung zum Dienst in der SS, Mentalitäten, Alltag, Freizeit, Verhältnis zu den Häftlichen etc.) sowie genderspezifische Fragestellungen.
In einer Reihe konkreter Erörterungen wird insbesondre auf das Frauenkonzentrationslager Raensbrück Bezug genommen. In der heutigen Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, die von den Studierenden im Rahmen von Exkursionen besucht werden soll, entsteht eine kritisch-museale Darstellung über die Ravensbürcker SS-Aufseherinnen in einer der damaligen Unterkünfte (Aufseherinnenhaus).
In diesem Rahmen ist die Erarbeitung von Thema als Beleg- und Examensarbieten möglich und erwünscht.

Literatur: Ebbinghaus, Angelika (Hg.): Opfer und Täterinnen. Frauenbiographien des Nationalsozialismus, Ffm 1996. Eschebach, Insa: SS-Aufseherinnen des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück, in: Konzentrationslager und Erinnerung (WerkstattGeschichte 13/1996), S. 39-48. Möller, Ernst, Volker Dahm, Hartmut Mehringer u. a. (Hg.): Die tödliche Utopie. Bilder, Texte, Dokumente, Daten zum Dritten Reich (Veröff. d. Inst. f. Zeitgesch.), München 2001.

 

51 720 Dr. Stefan Beck / Dr. Michi Knecht
Empirische Methoden (PS)
Termin: Mo 15.00 - 18.00 wöch.
Ort: SD 19, Raum 001
Beginn: 22.10.01

Kommentar: Das Seminar bietet eine Einführung in die empirischen Methoden der Europäischen Ethnologie; dazu werden verschiedene Forschungsmethoden anhand von Texten eingeführt und diskutiert. Abschließend soll versucht werden, das theoretisch Erarbeitete mit eigenen kleinen Feldstudien in der Realität zu erproben.

 

Barbara Pietzner
Narrative Selbstrepräsentationen in Zeiten des Wandels ( PT)
Termin: Mo 16.00 - 18.00 wöch.
Ort: SD 19, Raum 210
Beginn: 22.10.01

Kommentar:

 

51 727 Prof. Dr. Rolf Lindner
Causes célèbres. Berühmte Fälle (Kulturtheorie II) (HS)
Termin: Di 10.00 - 12.00 wöch.
Ort: SD 19, Raum 210
Beginn: 23.10.01

Kommentar: In der Geschichte der Ethnographie in Urban Anthropology, Kulturanthropologie und Ethnohistorie gibt es berühmte Fälle der Kontroverse, die in der Regel in Form von "restudies" ausgetragen werden. Diese Kontroversen spitzen kulturtheoretische und methodologische Annahmen zu und wirken wie ein Brennglas, in dem sich zeitgenössische Positionen bündeln. Am Beispiel einiger berühmter Fälle soll kulturtheoretischer und methodologischer Wandel nachvollzogen werden.

 

51 701 Prof. Dr. Peter Niedermüller
Einführung in die Europäische Ethnologie (VL)
Termin: Di 10.00 -12.00 wöch.
Ort: SD 19, Raum 001
Beginn: 23.10.01

Kommentar: Die Vorlesung beschäftigt sich mit der Wissenschaftsgeschichte und mit den wichtigsten Forschungsfeldern der Europäischen Ethnologie. Dabei werden vor allem die europäischen Zusammenhänge des Faches bzw. die spezifischen Methoden und theoretischen Perspektiven ethnologischer Forschung in Europa hervorgehoben.

 

51 719 Katja Bartholomeß
Tutorium für StudienanfängerInnen (TU)
Termin: Di 12.00 - 14.00 wöch. (geänderter Termin!)
Ort: SD 19, Raum 001
Beginn: 23.10.01

Kommentar: Einführung in Formen des wissenschaftlichen Arbeitens für Studienanfänger/innen.

 

51 704 Dr. Ina Dietzsch
Körper und Ethnizität. Ein weißer Fleck in der deutschsprachigen Europäischen Ethnologie (SE)
Termin: Di 14.00 - 16.00 wöch.
Ort: SD 19, Raum 210
Beginn: 23.10.01

Kommentar: Grenzziehungen mit Bezug auf Körperkonstruktionen werden im deutschsprachigen Kontext in erster Linie im Zusammenhang mit Geschlecht betrachtet. Seltener spielt dabei auch Ethnizität eine Rolle. Warum gibt es kaum eine adäquate deutsche Übersetzung für solche Begriffe wie whiteness oder biracial identity? Was bedeuten sie im Rahmen der amerikanischen Kulturanthropologie und lassen sie sich überhaupt übertragen? Im Seminar soll mit einer Lektüre ethnologisch/ethnographischer Arbeiten der letzten Jahre der Frage nachgegangen werden, wie im deutschsprachigen Raum versucht wird, den Zusammenhang von Körper, Geschlecht, Ethnizität, und "Rasse" zu greifen.

Literatur: Linke, Uli 1999: German Bodies. Race and Representation After Hitler.
Frankenberg, Ruth 1993: White women, race matters. The social construction of whiteness.
Schmidt-Lauber, Brigitta 1998: "Die verkehrte Hautfarbe". Ethnizität deutscher Namibier als Alltagspraxis.

 

51 713 Dr. Ulrike Mietzner
Visual Anthropology und fotografische Bildanalyse in der ethnologischen Forschung (SE)
Termin: Di 14.00 -16.00 wöch.
Ort: SD 19, Raum 001
Beginn: 23.10.01

Kommentar: Im Seminar sollen zwei Schwerpunkte miteinander verknüpft werden: 1. Soll die Verwendung von historischen wie von aktuellen Fotografien in der Europäischen Ethnologie behandelt werden. Hier kann vor allem eine bildkritische Kompetenz erworben werden, Bestände kontextbezogen auf die Produktions- und Verwendungsbedingungen hin untersucht und in ihrer Rezeption analysiert werden. Dabei werden sowohl ikonologische Einzelbildinterpretationen geübt, als auch größere fotografische Bildbestände systematisch methodisch interpretiert. 2. Wird der im anglophonen Raum, aber inzwischen auch in Deutschland diskutierte Ansatz der Visual Anthropology berücksichtigt. Verwendet man Fotogrfien als Quelle, wird der forschende Blick vor allem auf lebensweltliche Phänomene gelenkt und auf die Bilder, die gesellschaftlich über Phänomene fluktuieren. Die Fragen nach dem Bild von Gesellschaft - ebenso wie auf ihre materiellen Erzeugnisse, die im Seminar aber nur kurz erwähnt werden könnten - begründen einen Forschungsansatz, zur Ursachenforschung eignet er sich selten.

 

51 717 alle Lehrenden
Forschungskolloquium (CO)
Termin: Di 16.00 - 18.00 wöch.
Ort: SD 19, Raum 210
Beginn: 23.10.01

Kommentar: Vorstellung und Diskussion laufenden Magister-, Doktor- und anderer Forschungsarbeiten.

51 718 alle Lehrenden
Institutskolloquium (CO)
Termin: Di 18.00 - 20.00 wöch.
Ort: SD 19, Raum 001
Beginn: 23.10.01

Kommentar: Kultur und Politik II: "Körper - Körperpolitik - Biopolitik"
Arbeitsgruppe zur Koordinierung des Institutskolloquiums im Wintersemester 2001/02
Interessierte Studierende sind eingeladen, sich an der konzeptionellen Vorbereitung des Institutskolloquiums zu beteiligen, das von Seiten der Lehrenden von Michi Knecht und Stefan Beck betreut wird.

 

51 709 M.A. Eva Kuby
Recherchen im Archiv für Alternativkultur (SE)
Termin: Mi 10.00 - 12.00 wöch.
Ort: SD 19, Raum 210
Beginn: 24.10.01

Kommentar: Das Seminar soll am Beispiel dieses Archivs Zugänge zum archivalischen Recherchieren bieten. Die Studierenden können eigene Forschungen zu Themen aus den Bereichen Subkultur, Literatur, Underground u.a. anstellen. Die Zahl der TeilnehmerInnen ist auf 15 bis 20 begrenzt.

51 706 Dr. Irene Götz
Kultur als Erfahrung (Teil 2) (SE)
Termin: Mi 12.00 - 14.00 ( Terminänderung: Kompaktseminar)
Ort: SD 19, Raum
Beginn: 24.10.01, dann 31.10: 12.00 - 14.00 Uhr, Raum 001; 19. und 20.01.2002: 9.00-17.00 Uhr, Räume 001 und 210

Kommentar: Diese Seminarübung baut auf gleichnamiger Veranstaltung im SoSe 01 auf. Es geht darum die auf einem Interkulturellen Beratermarkt propagierten Strategien eines "Managing Cultural Diversity" einerseits kritisch als Kulturalisierungsstrategien zu dekonstruieren. Andererseits sollen in diesem Kurs, aufbauend auf den Erfahrungen des Sommersemesters, eigene Stereotypisierungen bewußt gemacht werden und eigene Reaktionen auf fremde Praxen und Denkmuster analysiert werden. Bei diesen vertieften Einblicken in interkulturelle Beratungsarbeit und Supervision wird die Bereitschaft vorausgesetzt, selbst in Übungen und Rollenspielen aus sog. Kultursensibilisierungstrainings auszuprobieren, wie die eigenen, im konkreten Kulturkontakt wirksamen Kulturalisierungsmuster bearbeitet werden können. Außerdem besteht die Möglichkeit, eigene Feldforschungserfahrungen supervidieren zu lassen.
Aufgrund der erfahrungsbezogenen Ausrichtung des Seminars (Blocktermine) wird die TeilnehmerInnenzahl auf max. 20 begrenzt. Verbindliche Anmeldung in der ersten Sitzung.

 

fällt aus!
51 705 Dr. Tatjana Eggeling
Vater, Mutter, Kind? Familien in Berlin (SE)
Termin: Mi 14.00 -16.00 wöch.
Ort: SD 19, Raum 210
Beginn: 24.10.01

Kommentar: Kleinfamilie, Patchworkfamilie, Wahlfamilie, Großfamilie, unvollständige Familie, Herkunftsfamilie - die gelebte Realität geht, zumal in einer Großstadt wie Berlin, längst nicht mehr in dem die öffentliche Wahrnehmung beherrschenden und an der modernen Kleinfamlie und heterosexuellen Ehe orientierten Bild der modernen Kleinfamilie auf. Das Seminar will sich auf der Suche nach heutigen Vorstellungen von "Familie" und "Familienleben" machen. Es fragt nach gelebten Familienformen und ihren Bedeutungen für die jeweiligen Familienmitglieder. Neben der Beschäftigung mit volkskundlicher und ethnologischer Literatur zur Familienforschung sollen im Seminar kleine ethnographische Studien zu Familien in Berlin durchgeführt werden.

 

51 719 Claudia Noack
Tutorium für StudienanfängerInnen (TU)

Termin: Mi 14.00 - 16.00 wöch. (geänderter Termin!)
Ort: SD 19, Raum 001
Beginn: 24.10.01

Kommentar: Einführung in Formen des wissenschaftlichen Arbeitens für Studienanfänger/innen.

 

51 725 Prof. Dr. Peter Niedermüller
Soziale Brennpunkte (Studienprojekt III) (SP)
Termin: Mi 16.00 - 20.00 wöch.
Ort: SD 19, Raum 210
Beginn: 24.10.01

Kommentar: Fortführung der im WS 00/01 begonnenen Projektarbeit.

 

51 723 Prof. Dr. Wolfgang Kaschuba, Dipl. Ethn. Falk Blask
Grenzerkundungen (Studienprojekt II) (SP)
Termin: Mi 16.00 -20.00 wöch.
Ort: SD 19, Raum 001
Beginn: 24.10.01

Kommentar: Fortführung der im SS 01 begonnenen Projektarbeit.

 

51 715 Dr. Leonore Scholze-Irrlitz
Wanderungen nach Deutschland. Historische Migrationsforschung am Beispiel der Mark Brandenburg (SE)
Termin: Do 10.00 - 12.00 wöch.
Ort: SD 19, Raum 210
Beginn: 25.10.01

Kommentar: Untersuchungen in der historischen Migrationsforschung sind vermittelt durch die Probleme der Gegenwart: Wanderbewegungen, Eingliederungs- und Minderheitenfragen. Nach einer theoretisch-methodischen Einführung in Grundfragen der aktuellen Migrationsforschung soll an einem ausgewählten Beispiel für die Mark Brandenburg aufgezeigt werden, daß die Bewegung von Menschen und die Begegnung ihrer Kulturen in der Geschichte nicht die Ausnahme sondern die Regel waren. Im Rahmen des Seminars findet eine Einführung in die Arbeit im Archiv statt, darüber hinaus bilden eigene abgegrenzte Recherchen der Studenten den Abschluß der Veranstaltung.

 

51 712 Prof. Dr. Rolf Lindner, Dr. Heiner Geißlinger
Die Wirklichkeit der Konstruktion (SE)
Termin: Do 12.00 - 14.00 wöch.
Ort: SD 19, Raum 210
Beginn: 25.10.01

Kommentar: Die traditionell gefaßten Grenzen zwischen Realität und Fiktion vermischen sich im medialen Zeitalter zunehmend. Unser etabliertes Verständnis der Wirklichkeit ist fragwürdig geworden. "Wir Menschen", schreibt der Soziologe P. Berger, "leben in dem Paradox, Wirklichkeit als etwas Objektives, von uns Unabhängiges zu begreifen, obwohl wir doch täglich damit beschäftigt sind sie herzustellen." Wie aber sieht die "Wirklichkeit der Konstruktion" aus? Unter welchen Bedingungen verleihen wir Phänomenen und Ereignissen die Eigenschaft "real" zu sein? Was also ist "Wirklichkeit" - und wie kommt sie zustande? Ziel des Seminars ist es in experimenteller, erfahrungsorientierter und theoretischer Weise einen Einstieg in die Debatte um den Konstruktivismus zu ermöglichen.

 

51 714 Dr. Leonore Scholze-Irrlitz
Historische Anthropologie. Fragestellungen und Methoden. (SE)
Termin: Do 14.00 - 16.00 wöch.
Ort: SD 19, Raum 210
Beginn: 25.10.01

Kommentar: Im Seminar wird die Frage der Entwicklung der historischen Anthropologie im Wissenschafts- und Gesellschaftskontext der achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts nachgegangen. Dabei wird der Einfluß der theoretischen Konzepte von Ethnologie, Sozialanthropologie und Volkskunde auf die Herausbildung dieser Forschungsrichtung diskutiert.

 

51 716 Dr. Stefan Zahlmann
Körper und Konfliktkultur in Spielfilmen der BRD und DDR (SE)
Termin: Do 14.00 -16.00 wöch.
Ort: SD 19, Raum 001
Beginn: 25.10.01

Kommentar: In welcher Form diskutiert eine Gesellschaft ihre eigenen Konflikte in einem kulturellen Medium? Unter dieser Leitfrage sollen in der konzipierten Lehrveranstaltung Spielfilme analysiert werden. Vor dem Hintergrund, daß sich zum öffentlichen Problematisieren von individuellen und sozialen Konflikten in einem Massenmedium kulturelle Codes herausbilden, richtet sich die Perspektive auf filmische Konfliktdarstellungen in der BRD und DDR. Als Analyseobjekt wird die Inszenierung des menschlichen Körpers gewählt, dessen Zuordnung zu einem Geschlecht, einer Generation oder ethnischen Gruppe den Zuschauern sowohl eine inhaltliche Verdichtung der Konfliktepisode bietet als auch Interpretationsvorgaben beinhalten kann.

 

51 722 Dr. Beate Binder
Nahwelten (Studienprojet III) (SP)
Termin: Do 16.00 - 20.00 wöch.
Ort: SD 19, Raum 210
Beginn: 25.10.01

Kommentar: Fortführung der im WS 00/01 begonnenen Projektarbeit.

 

51 724 Prof. Dr. Rolf Lindner
Henry Mayhew, Stadtethnograph. Eine historische Rekonstruktion (Studienprojekt I) (SP)
Termin: Do 16.00 - 20.00 wöch.
Ort: SD 19, Raum 001
Beginn: 25.10.01

Kommentar: Henry Mayhew (1812-1887) gilt mit seinen Werken "Labour and the Poor" (1849-1850), "London Labour and the London Poor" (1861-1862) und dem unvollendeten Projekt "The Great World of London" (1862) mittlerweile zurecht als Begründer der Stadtethnographie. Dennoch ist sein Werk bis auf einen schmalen Auswahlband niemals auf Deutsch vorgelegt worden. Das Studienprojekt stellt sich das Ziel, eine zentrale Studie Mayhews ins Deutsche zu übertragen, historisch zu kontextualisieren und kritisch zu kommentieren. Das Projekt wendet sich an Teilnehmer/Innen, die ein besonderes Interesse an Übersetzungsarbeit und intensivem Quellen-Studium (Quellenerhebung, Quellenbetrachtung), insbesondere im Hinblick auf eine Archäologie der britischen Popularkultur haben .

 

51 702 M.A. Kristina Bauer-Volke
Das fremde (Deutsch-)Land. Zum Umgang mit Kunst aus der DDR im Nachwende-Deutschland (SE)
Termin: Fr 10.00 - 12.00 wöch.
Ort: SD 19, Raum 210
Beginn: 26.10.01

Kommentar: Die mit dem Beitritt der DDR unfreiwillig übernommene künstlerische Hinterlassenschaft sorgt seit 1989 für einen anhaltenden Bilderstreit, in dem unterschiedliche Vorstellungen und Paradigmen von Kunst bzw. Kunstbetrieb aufeinander stoßen. Die im Diskurs dominanten Westdeutschen treffen dabei auf symbolische Formen eines politisch und sozial anderen, den westlichen Strukturen unerwartet "fremden" Gesellschaftssystems. Auf diese Weise entstand vor dem Hintergrund einer "kuriosen Art politisch-moralischer Zensur" (E. Beaucamp) ein Fremdbild, daß der Vorstellung von der DDR, kaum aber der historischen Realität entspricht - eine Tatsache, die zum Vorwurf des Mißverstehens von DDR-Geschichte führte. Das Seminar soll anhand zentraler Ausstellungen, Sammlungskonzepte und Depoteinrichtungen sowie deren wechselnder Bewertung durch die Medien Argumentationsmuster, zitierte bzw. erzeugte Selbst- und Fremdbilder hinterfragen und analysieren.

 

Tobias Schwarz
Behördlicher Umgang mit Migrant/innen (PT)
Termin: Fr 12.00 - 14.00 wöch. (außer am 25.01.02)
Ort: SD 19, Raum 001
Beginn: 26.10.01

Kommentar: Die Lebensrealität von MigrantInnen ist wesentlich stärker durch Verwaltungsvor-gänge geprägt als die Welt der Alteingesessenen; Behörden nehmen deutlicher und in mehr Bereichen Einfluss auf das Leben von Menschen ohne deutschen Pass.
Behördenalltag bedeutet für diese, Bitten einzureichen in Ungewissheit, herumge-schickt zu werden von Behörde zu Behörde, und immer wieder zu warten. Den Betroffenen ist dieser Zustand nicht verständlich, sie wissen nicht, was hinter Schaltern und Türen geschieht, was die Sachbearbeiter von ihnen wollen oder brauchen, oft wissen sie nicht genau, was mit ihnen passiert oder passieren kann.
Diese Behördenpraxis soll das Thema unseres Projekttutoriums sein. Denn zu-nächst ist der Umgang der Verwaltung mit AusländerInnen für uns als "Forschen-de" genauso undurchschaubar wie für die Verwalteten. Die Behörde ist eine ab-geschlossene Institution, zu der nur in einer bestimmten Rolle der Zugang erlaubt ist: als Bittsteller oder Bittstellerin. Forschung in Institutionen ist immer eine Inter-vention in ein soziales System und für das zu beforschende System ein Störfak-tor, weshalb der Zugang zum Feld für uns also eine erste Hürde darstellen wird.
Im Laufe des zweisemestrigen Projekttutoriums soll dann ein genau definierter Teilbereich der spezifischen Verwaltung von "Ausländern" - beispielsweise in Ausländerbehörde, Sozialamt oder BAFl - ausgewählt und beobachtet werden.
Wir wollen versuchen, die Perspektiven der Beteiligten kennen zu lernen, um da-mit eine Sicht auf die Verwaltung zu erhalten, die "vor Ort" entsteht und sich nicht, wie es bei der Forschung über soziale Randgruppen so oft der Fall ist, aus der gesellschaftlich etablierten akademischen Perspektive auf die Forschungsobjekte "herabsenkt".
Ziel dieses Projekttutoriums ist es, in einer Gruppe Studierender unterschiedlicher gesellschaftswissenschaftlicher Disziplinen eine kritische Auseinandersetzung mit der konkreten behördlichen Praxis im Umgang mit Einwanderung zu entwickeln.
Das Projekttutorium steht allen Studierenden im Grund- oder Hauptstudium offen, richtet sich aber besonders an diejenigen, die bereits Erfahrungen in der Arbeit mit Flüchtlingen und MigrantInnen gesammelt haben oder sich zur Zeit mit diesem Thema beschäftigen.

Kontakt: Tobias Schwarz - tobias.schwarz@rz.hu-berlin.de - Tel: 44 03 28 13

 

Dr. Dagmar Neuland-Kitzerow und weitere Projektmitarbeiter/innen
Migranten in Berlin: Kulturelle Zeichen (SE)
Termin: Fr 12.00 - 14.00 wöch.
Ort: SD 19, Raum 210, dann: Museum Europäischer Kulturen, Berlin-Dahlem, Im Winkel 6-8
Beginn: 26.10.01

Kommentar: Im Kontext eines im Museum Europäischer Kulturen laufenden europäischen Ausstellungsprojektes "Migration, work and identity" wird mit einer Gruppe von Studierenden eine Spurensuche nach kulturellen Zeichen in der Stadt erfolgen. Dabei werden vor allem empirische Untersuchungsmethoden angewandt.
Begrenzte Teilnehmerzahl: 15

 

Sabine Imeri / Sabine Klein
Orte der Selbstrepräsentanz. Zur Selbstwahrnehmung von Fremden in Berlin (PT)
Termin: Fr 10.00-12.00 wöch.
Ort: SD 19, Raum 210
Beginn: 26.10.01

Kommentar: Fortführung der im SS 01 begonnen Projektarbeit.

 

51 726 Dr. Franziska Becker
Die Macht des Feldes (Empirische Methoden II) (HS)
Termin: Fr 14.00 -16.00 Block
Ort: SD 19, Raum 210
Beginn: 26.10.0, dann Kompaktsitzungen: 23./24.11.01 und 14./15.12.01, 10.00 - 16.00 Uhr, Raum 210

Kommentar: Die "Writing Culture" Debatte hat in den letzten Jahren maßgebliche Anstöße dazu geliefert, "ethnographische Autorität" im Feldforschungs- und Textualisierungsprozeß zu reflektieren und zu relativieren. Dabei lag häufig die Annahme zugrunde, Forscherinnen und Forscher befänden sich in einer überlegeneren, ungleich machtvolleren Position als ihre "Forschungsobjekte". Daß auch "das Feld" über Macht gegenüber den Forschern verfügen kann, wurde hingegen wenig thematisiert. Diese im klassischen "research down" angelegte Perspektive scheint sich zu verschieben, wenn es um ein "research on equal terms" oder um ein "research up" geht. Das Seminar wird sich mit Machtverhältnissen im Feldforschungsprozeß anhand ausgewählter ethnographischer Texte beschäftigen. Dabei werden u.a. Fragen nach der Positionierung in gesellschaftspolitisch aufgeladenen Feldern, Loyalitätskonflikte oder Probleme der Legitimierung der Feldforschung diskussionsleitend sein. Das Seminar richtet sich an Studierende, die möglichst schon eigene Feldforschungserfahrungen in die Diskussion einbringen können.

Literatur: Bernd-Jürgen Warneken, Andreas Wittel: Die neue Angst vor dem Feld. Ethnographisches research up am Beispiel der Unternehmensforschung. In: Zeitschrift für Volkskunde 93/1997.
George E. Marcus: The Uses of Complicity in the Changing Mise-en-Scene of Anthropological Fieldwork. In: Representations 59/1997.

 

51 710 M.A. Thomas Kutschker
Was soll's denn da Filmenswertes geben? (SE)
Termin: Fr 16.00 -20.00 Block
Ort: SD 19, Raum 001
Beginn: 26.10.01, dann Kompaktsitzungen nach Vereinbarung

Kommentar: Das Seminar setzt sich theoretisch und praktisch mit zwei Fragenkomplexen auseinander: Wann und wie können dokumentarische Videoaufnahmen eine ethnologische Arbeit ergänzen bzw. sogar gleichwertig und eigenständig ethnologische Inhalte vermitteln? Wie sehen die einzelnen Schritte von einer ethnographischen Projektskizze zur Filmidee bis zur Endfertigung aus? Anhand von Filmbeispielen und theoretischen Ansätzen werden methodische Vorgehensweisen vorgestellt und im Idealfall in der Praxis erprobt. Hierzu ist geplant, daß dieses Seminar inhaltlich eng mit den Studienprojekten von Beate Binder "Nahwelten" und/oder Wolfgang Kaschuba/Falk Blask "Euroregion Pomerania" zusammenarbeiten könnte.

 


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