Aktuelles Vorlesungsverzeichnis
Archiv (Lehrveranstaltungen
der vergangenen Semester seit WS 1997/98)
Vorschau für das WS 2005/06 (Vorläufiger
Stundenplan - Änderungen vorbehalten)
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis für das Wintersemester 1998/1999
Montag
Montag
10 - 12 Uhr, Raum 210
Prof. Dr. Stephen Nissenbaum
The
Cultural History of Christmas in America and Germany
Starttermin: 29. 10. 1998
Kommentar:
In both the U.S.A. and Germany, Christmas has long been
a collective annual ritual of great subjective power
and objective significance. The observance of the holiday
season has also changed dramatically between the eighteenth
century (when it was generally a rowdy public "carnival")
and the twentieth (in which it is primarily a celebration
of children and family life). That transformation can
help illuminate, as both cause and effect, more general
changes in culture and society: e.g., the relationship
between the dual emergent forces of capitalism and "privat
life". In addition, one German holiday ritual - the
Christmas tree - was imported by Americans during the
mid-1800s as part of an effort to "reform" the American
holiday celebration. In this seminar, students will
read recent historical accounts of the history of Christmas
in the U.S. and Britain. In addition, each student is
expected to untertake an independent research project
on a specific aspect of the history of Christmas in
Germany. This research will presumably involve primary
sources in the German language. The seminar is limited
to fifteen students.
Ort: SD 210
Literatur:
S. Nissenbaum, The Battle for Christmas, 1996; D. Miller,
Unwrapping Christmas, 1993.
Dozent:
Jörg Skriebeleit, M.A.
Stereotypen und Fremdbilder
Starttermin: 26. 10. 1998
Kommentar:
Ausgehend von der disziplingeschichtlichen Suche nach
"Volkscharaktern" und der kritischen Auseinandersetzung
mit der klassisch volkskundlichen Stereotypenforschung
soll die alltagskulturelle Relevanz von Fremd- und damit
auch Selbstwahrnehmung behandelt werden. Der Orientierungsfunktion
und dem realitätsstiftenden Charakter von Fremdbildern
wird nachgegangen, wie den sozialen Bedingungen und
den wechselnden Situationen, in denen diese kulturelle
Bedeutung erlangen. Im Vordergrund steht dabei die Konstruktion
von Fremdem im aktuellen gesellschaftlichen Diskurs
aber auch die lebensweltliche Wahrnehmung und Deutung
von Fremdheit über sich wandelnde, aber stets mobilisierbare
Bilder.
Ort: SD 210
Dozent:
Binder, Beate, Dr.
Inszenierung von Geschichte: Berlin als Bühne kollektiver Erinnerung
Starttermin: 26. 10. 1998
Kommentar:
Ausgehend vom Konzept des "Kollektiven Gedächtnisses",
wie es von Pierre Nora, Maurice Halbwachs und Peter
Burke vorgelegt wurde, soll im Blick auf Berlin danach
gefragt werden, wie kollektive Erzählungen und
Vorstellungen in den Stadtraum eingeschrieben werden.
Dabei werden verschiedene Formen der "Inszenierung"
von Geschichte betrachtet. Es interessieren etwa die
Praxis der Denkmalpflege, Diskussionen um Denkmäler,
Straßen(um)benennungen oder (historische) Stadtfeste.
Ort: SD 210
Literatur:
Pierre Nora: Zwischen Geschichte und Gedächtnis.
Berlin 1990; Maurice Halbwachs: Das kollektive Gedächtnis.
Frankfurt/Main 1985; J.R. Gillis (Ed.): Commemoration.
The Politics of National Identity. Princeton 1994; Paul
Connerton: How Societies Remember. Cambridge 1989; H.
Häussermann/W. Siebel: Festivalisierung der Stadtpolitik.
Leviathan Sonderheft 13, 1993.
Dozent:
Dr. Renate Haas
Erfahrungen mit Integration und Migration in Berliner Schulen (Studienprojekt I)
Starttermin: 26. 10. 1998
Kommentar:
Zunehmend beziehen sich Jugendliche und junge Erwachsene
trotz langjähriger Aufenthalte in Deutschland auf
ihre kulturelle Herkunft. In diesem dreisemestrigen
Studienprojekt soll das Phänomen der 'Rückbesinnung'
bzw. 'Selbstethnisierung' untersucht werden. Erarbeitet
werden soll eine Forschungsmethode, die sowohl gesellschaftliche/institutionelle
als auch die individuell/biographischen Voraussetzungen
berücksichtigt, unter denen diese interkulturelle
Kommunikation und Interaktion stattfindet. Über
die Form der Präsentation der Ergebnisse, ob Broschüre,
Film oder öffentliche Vorträge, wird gemeinsam
entschieden werden.
Ort: SD 001
Dozent:
Dr. Christian Hirte
Heimatmuseum 2000 (Studienprojekt I, 15 Teilnehmer)
Starttermin: 26. 10. 1997
Kommentar:
Im Jahre 2000 feiert die Stadt Eisenhüttenstadt
den 50. Jahrestag ihrer Gründung. Vor dem Hintergrund
der hohen symbolischen Besetzung als sozialistischer
Idealstadt stellt sich dieses Jubiläum nicht nur
als Datum der Stadtgeschichte, sondern auch als ein
mit den Lebensentwürfen der Mehrzahl seiner Einwohner
eng verbundener Bezugspunkt dar: Unser Projekt wird
sich mit der Konzeptionierung und Umsetzung der zu diesem
Anlaß geplanten Ausstellung des städtischen Museums
befassen. Ein wesentlicher Aspekt soll dabei die Erfassung
lokaler Selbstbilder und überörtlicher Zuschreibungen
sein. Zentrale Bedeutung kommt dabei dem Dialog mit
unterschiedlichen Interessengruppen vor Ort zu. Ausgehend
von vorliegenden Konzepten zur Theorie lokalgeschichtlicher
Museen sollen am konkreten Fall eigene Ansätze
zur Verortung des Museums im lokalen Bezugsfeld entwicklelt
und im Rahmen des Möglichen realisiert werden.
Als zweiter Reflexionsebene soll der Prozeß der Annäherung
an die Stadt bis zu ihrer symbolischen Repräsentation
im Ausstellungszusammenhang dokumentiert werden. Die
Analyse dieses Diskurses wird integraler Bestandteil
der Projektarbeit sein. Eine Publikation der Ergebnisse
ist vorgesehen.
Ort: SD 210
Literatur:
Zur Einführung: R. Beier (Hg.), Aufbau West - Aufbau
Ost. Planstädte Wolfsburg und Eisenhüttenstadt
(1996).
Dienstag
Dienstag 10 - 12 Uhr, Raum 210
Dozent:
Prof. Dr. Wolfgang Kaschuba
Wissenschaftskulturen
Starttermin: 27.10. 1998
Kommentar:
Jedes wissenschaftliche Fach lebt wesentlich mit und
von seiner "kognitiven Identität" (Wolf Lepenies),
also von disziplinären Traditionen und aktuellen
Zuständigkeiten, von Argumentations- und Repräsentationsstilen,
von Eigenbildern und Außenbildern. Wie sehr muß uns
spätestens jetzt klar werden, wenn es unter den
Bedingungen universitärer "Streichkonzerte" um
die Entscheidung geht, was bleiben und was wegfallen
soll. Denn dabei spielt diese "kognitive Identität",
umgesetzt in Repräsentations- und Legitimationsstrategien,
eine ganz entscheidende Rolle. An ausgewählten
Beispielen wäre ethnographisch zu untersuchen,
wie sich einzelne Fächer - Studierende und Lehrende
- nach innen wie nach außen "kulturell" darstellen:
in Vorlesungen und Seminaren, in Fachpublikationen und
Medienberichten, aber auch bei akademischen Ritualen
und auf Institutsfesten, in Kleidungs- und Lebensstilen.
Was macht einen "Fachhabitus" aus?
Ort: SD 210
Dienstag 12 - 14 Uhr, Raum 210
Dozent:
NN
Tutorium für Studienanfänger/innen
Starttermin: 27. 10. 1998
Kommentar:
Einführen in Formen wissenschaftlichen Arbeitens
und Begleitung der Einführungsvorlesung.
Ort: SD 210
Dienstag 14 - 16 Uhr, Raum 210
Dozent:
Prof. Dr. Stephen Nissenbaum
Case Studies in American Social History, 1580-1880
Starttermin:
27. 10. 1998 Kommentar:
This seminar will examine the social history of the
U.S. from the earliest encounter of Europeans with Native
Americans (Indians) in the late 1500s to the Southern
"Reconstruction" (and national consolidation) that followed
the Civil War of the 1860s. The strategy will be to
read a series of fourteen brief narrative accounts of
significant historical episodes covering the period
chronologically (these episodes are all included in
a 1996 book, 'The Pursuit of Liberty', by R. Jackson
Wilson). The episodes amount to case studies illustrating
larger social, economic and political change over the
three centuries 1580 to 1880. Some of the episodes are:
the notorious Salem witchcraft trials of 1692; the "Boston
Massacre" of 1770 that helped lead to the American Revolution;
the forced removal of the Cherokee Indians from Georgia
to the West during the 1830s; the bloody slave rebellion
led by Nat Turner in 1831; and the creation of Harriet
Beecher Stowe's great 1851 anti-slavery novel 'Uncle
Tom's Cabin'. In addition to reading all these episodes,
each student is expected to untertake a research project
exploring one of the episodes (and its broader implications)
in greater depth.
Ort: SD 210
Literatur:
R. Jackson Wilson, The Pursuit of Liberty, 1996; Harriet
Beecher Stowe, Uncle Tom's Cabin, 1851.
Dienstag 16 - 18 Uhr, Raum 210
Dozent:
Alle Lehrenden
Forschungskolloquium
Starttermin: 27. 10. 1998
Kommentar
:
Vorstellung und Diskussion laufender Magister-, Doktor-
und anderer Forschungsarbeiten.
Ort: SD 210
Dienstag 18 - 20 Uhr, Raum 001
Dozent:
Alle Lehrenden
Institutskolloquium
Starttermin: 27. 10. 1998
Kommentar:
Der thematische Rahmen des Kolloquiums sowie die Arbeitsgruppenbeiträge
und eventuelle Gastvorträge werden im Sommersemester
98 festgelegt. Ort: SD 001
Mittwoch
Mittwoch 10 - 12 Uhr, Raum 210
Dozent:
Dr. Stefan Beck
Theorien und Ethnographien zur Risikogesellschaft
Starttermin: 28. 10. 1998
< >Kommentar:
In soziologischen Debatten scheint sich gegenwärtig
eine Interpretation nachmoderner Gesellschaften durchzusetzen,
in der sie als "Risikogesellschaften" erscheinen: Die
für die Moderne charakteristische Frage der gerechten
Ressourcenverteilung werden ergänzt durch Auseinandersetzungen
um die Verteilung von Modernisierungsrisiken. Dieser
gesellschaftstheoretische Entwurf ist allerdings bislang
wenig empirisch überprüft. Hinzu kommt, daß
in den meisten Theorien weder soziale noch kulturelle
Einflußfaktoren auf die Risikowahrnehmung und den Umgang
mit Risiken in Rechnung gestellt werden. Im Seminar
sollen einschlägige Theorien auf ihre Defizite
geprüft, Ethnographien "riskanter Praxen" vorgestellt
und diskutiert sowie vor diesem Hintergrund kleinere
Studien angefertigt werden.
Ort: SD 210
Mittwoch 12 - 14 Uhr, Raum 210
Dozent:
Michi Knecht, M.A.
Fundamentalismus und Geschlecht
Starttermin: 28. 10. 1998
Kommentar:
Das Seminar fragt in interkulturell und historisch vergleichender
Perspektive, aber mit einem Schwerpunkt auf protestantisch-fundamentalistischen
Strömungen im Europa der Gegenwart, nach der Bedeutung
von Geschlechterordnungen und Geschlechterkämpfen
in religiösen fundamentalistischen Bewegungen.
Dabei wird es in einem ersten Schritt darum gehen, das
Konzept "religiöser Fundamentalismus" religionsethnologisch,
kulturanalytisch und geschlechteranthropologisch fruchtbar
zu machen. In einem zweiten Block würden wir ethnographische
Untersuchungen zum Thema daraufhin lesen, inwieweit
in verschiedenen religiösen Fundamentalismen gegenwartskulturelle
Phänomene und Tendenzen erkennbar werden, deren
Bedeutung weit über den engeren Kreis der Mitstreiter
und im eigentlichen Sinne Gläubigen hinausgeht
und welche ambivalenten Möglichkeitsstrukturen,
Folgen und Zwä,nge das speziell für Frauen hat.
Ort: SD 210
Literatur:
Riesebrodt, Martin (1987): Fundamentalismus als patriarchale
Protestbewegung. Amerikanische Protestanten (1910-1928)
und iranische Schiiten (1961-1979) im Vergleich. Tübingen;
Brink, Judy/Joan Mencher (Hg.) (1997): Mixed Blessings.
Gender and Religious Fundamentalism Cross Culturally.
New York.
Mittwoch 14 - 16 Uhr, Raum 210
Dozent:
Prof. Dr. Peter Niedermüller
Ethnizität und kulturelle Identität in der globalen Welt
Starttermin: 28. 10. 1998
Kommentar:
Ethnizität und Minderheiten bzw. Fragen der kulturellen
Identität sind klassische und traditionelle Forschungsthemen
von Ethnologie und Kulturanthropologie. In den Jahren
haben jedoch neue soziale Phänomene und historische
Prozesse dieses Forschungsfeld tiefgreifend verändert.
Neue Begriffe und Konzeptionen wurden in den "Ethnowissenschaften"
entfaltet, um die neuen Phänomene zu erklären
und zu interpretieren. Gleichzeitig haben ethnische
Gruppen auch neue kulturelle und politische Strategien
entwickelt, um die eigenen politischen Interessen durchsetzen
bzw. die eigenen sozialen Räume und Positionen
verteidigen zu können. Das Seminar versucht dieses
zutiefst umstrittene soziale Feld zu beschreiben und
anhand einiger zenrtraler Texte auf die neuen Möglichkeiten
und Optionen ethnologischer Ethnizitätsforschung
aufmerksam zu machen.
Ort: SD 210
Mittwoch 16 - 18 Uhr, Raum 001
Dozent:
Dr. Stefan Beck / Michi Knecht, M.A.
Einführung in die Kulturtheorien: Perspektiven auf Körper und Körperlichkeit
Starttermin: 28. 10. 1998
Kommentar:
In dieser Einführung in die Kulturtheorie sollen
drei Aspekte des Themas Körper und Körperlichkeit
ausführlicher vorgestellt und diskutiert werden:
(1) die Herstellung einer spezifischen Körperlichkeit
im Rahmen europäischer Modernisierungsprozesse,
(2) die Kultur- und Sozialspezifik von Körpererfahrung
und (3) der Einsatz des Körpers als symbolisches
Mittel. Diese Fragen sollen an zentralen Texten der
sozial- und kulturwissenschaftlichen Literatur diskutiert
und gegen Ende des Seminars am Beispiel aktueller Körper-Debatten
nochmals verdeutlicht werden.
Ort: SD 001
Mittwoch 16 - 20 Uhr, Raum 210
Dozent:
Prof. Dr. Rolf Linder
Durch Europa in Berlin (Studienprojekt II)
Starttermin: 28. 10. 1998
Kommentar:
Europa liegt in Berlin: Griechen, Russen, Spanier, Polen,
Italiener, Türken... haben hier ihre Gemeinden
und Zentren, ihre Vereine und Clubs, ihre eigene Infrastruktur
mit Zeitungen, Geschäften, Praxen, Restaurants
u.a.m. Das Projekt ist als eine Reise durch Berlins
Europa konzipiert mit (möglichst sprachkundigen)
Reisebegleitern für die einzelnen Kulturen. Fortsetzung
der im SS 98 begonnenen Projektarbeit.
Ort: SD 210
Donnerstag
Donnerstag 10 - 12 Uhr, Raum 001
Dozent:
Prof. Dr. Peter Niedermüller
Einführung in die Europäische Ethnologie
Starttermin: 29. 10. 1998
Kommentar:
Einführung in die Wissenschafts- und Problemgeschichte
der Europäischen Ethnologie
Ort: SD 001
Donnerstag 10 - 12 Uhr, Raum 210
Dozent:
Prof. Dr. Wolfgang Kaschuba
Ethnologisches Schreiben
Starttermin: 29. 10. 1998
Kommentar:
Die Idee dieses Seminars ist einfach: Zunächst
sollen gemeinsam fremde Texte gelesen werden - theoretische
Überlegungen, vor allem aber auch empirische und Fallstudien,
die vermitteln, wie wir "ethnologisch" erzählen,
darstellen, analysieren können. Welche Genres,
Stile, Regeln gibt es dafür, welche methodologischen
Probleme stellen sich? Dann sind von allen Teilnehmer/innen
eigene Texte zu verfassen, die in Redaktionsgruppen
redigiert und im Rahmen von Kompaktsitzungen gemeinsam
durchgesprochen werden. Ziel ist es, die Atmosphäre
einer "Schreibwerkstatt" herzustellen, in der - vor
der Magisterarbeit und möglichst noch ohne Magenschmerzen
und Augenflimmern - eigenes Schreiben frei ausprobiert
werden kann.
Ort: SD 210
Donnerstag 12 - 14 Uhr, Raum 210
Dozent:
Dr. Ina Merkel
Differente Lebenswelten. Soziale und kulturelle Milieus im historischen Wandel
Starttermin: 29. 10. 1998
Kommentar:
Das Seminar wird sich mit dem Problem der Dekonstruierung
traditioneller soziokultureller Milieus seit den 1920er
Jahren beschäftigen und dabei der Frage nachgehen,
welche Unterscheidungskriterien für heutige Lebenswelten
an Bedeutung verloren bzw. gewonnen haben. Dazu werden
neben klassischen historischen Schriften (Marx, Krakauer,
Weber) moderne Theorien über soziale und kulturelle
Ungleichheit (Bourdieu, Vester u.a.) herangezogen. Ziel
des Seminars ist es - abgeleitet aus der Auseinandersetzung
mit zeitgenössischen Milieustudien - forschungsleitende
Fragen für eine spezifisch ethnographische Herangehensweise
zu entwickeln. Insofern richtet sich das Seminar eher
an Studierende höherer Semester, die über
etwaige Themenvorstellungen in bezug auf ihre Magisterarbeit
nachdenken.
Ort: SD 210
Donnerstag 14 - 16 Uhr, Raum 210
Dozent:
Prof. Dr. Peter Niedermüller
Gewalt und soziale Segregation in den europäischen Großstädten
Starttermin: 29. 10. 1998
Kommentar:
In den letzten Jahren sind in den europäischen
Großstädten die sozialen Konflikte immer
deutlicher und sichtbarer geworden. Arbeitslosigkeit,
Gewalt, Armut und kultureller Fundamentalismus, Zerstörung
und Aneignung öffentlicher Plätze, Abgrenzung
und Marginalisierung prägen den Alltag vieler Metropolen.
Wenn man einen Blick hinter die beobachtbaren Phänomene
und Erscheinungen wirft, muß man vor allem neue Formen
von sozialer Ungleichheit bzw. neue Strategien sozialer
Segregation erkennen. Das Ziel des Seminars ist es zu
zeigen, wie soziale Konflikte in den heutigen urbanen
Milieus entstehen und welche sozialen und politischen
Prozesse sich im Hintergrund verstecken. Gleichzeitig
bietet das Seminar die Möglichkeit an, neue Ansätze
und Theorien gesellschaftlicher Stadtforschung kennenzulernen.
Ort: SD 210
Donnerstag 16 - 18 Uhr, Raum 001
Dozent:
Dr. Ina MerkelEmpirische Methoden
Starttermin: 29. 10. 1998
Kommentar:
Das Seminar bietet eine Einführung in die empirischen
Methoden der Europäischen Ethnologie, die von der
Datengewinnung (Teilnehmende Beobachtung, Mental Map,
qualitatives Interview usw.) bis zur Aufbereitung, Analyse
und Interpretation von Daten reicht (Quellenkritik,
Grounded Theory, Text- und Bildanalysen usw.). Die Auseinandersetzung
mit Grundlagentexten soll die methodologische Voraussetzung
für die parallel dazu stattfindenden empirischen
Übungen schaffen. Die Teilnehmer/innen erstellen
in kleinen Miniprojekten Milieustudien zum Thema 1.
Kinder in der Großstadt oder 2. Laubenpieper.
Ort: SD 001
Donnerstag 16 - 20 Uhr, Raum 210
Dozent:
Falk Blask, Dipl.-Ethn.Nachbarschaft in der Großstadt (Studienprojekt III)
Starttermin: 29. 10. 1998
Kommentar:
Fortführung der im Wintersemester 1997/98 begonnen
Projektarbeit.
Ort: SD 210
Freitag
Dozent:
Dr. Karl Braun
Maskulinität - Zur Geschichte des Mannes
Starttermin: 30. 10. 1998
Kommentar:
Sexuelle Seinsweisen basieren neben der biologischen
Funktion ebenso auf soziokultureller Konstruktion von
Identität. Die Zuschreibungen an männliches
Verhalten scheinen im Okzident in langer geschichtlicher
Dauer relativ stabil geblieben zu sein. Aber stimmt
diese Kontinuität des Mann-Seins? Unter Heranziehung
der Gender-Forschung soll zum einen ein Blick auf die
Festlegung von Männlichkeit in der Sexualitätsgeschichtsschreibung
geworfen, zum anderen einzelne Umbruchszeiten im Kulturgefüge
(Renaissance, Romantik, Nachkriegszeit 1. und 2. Weltkrieg)
anhand zeitgenössischen Materials hinsichtlich
des Männlichkeitsdiskurses genauer betrachtet werden.
Das Wechselspiel von Dia- und Synchronie könnte
erweisen, daß die Maskulinität in der europäischen
Tradition vielfältige Brüche und eine reichhaltigere
Formenvielfalt aufweist, als es das gängige Männlichkeitsstereotyp
zunächst vermuten lä&t.;
Ort: SD 210
Blockseminare
Dozent:
Dr. Dorle Dracklé / Dr. Dieter Haller
Gender, Sex und Macht - der Mittelmeerraum im ethnologischen Diskurs
Starttermin: 26. 10. 1998, 14.00 Uhr, Kompaktsitzungen nach Vereinbarung
Kommentar:
In seinem Buch "Localizing Strategies" stellt Richard
Fardon (1990) fest, daß bestimmte Topoi in der anthropologischen
Forschung in ganz bestimmten Regionen entwickelt wurden
(z. B. Kastenwesen in Indien, Klientelismus in Italien,
Tausch in Melanesien) und dafür diese Regionen
i. d. F. häufig über diese Topoi definiert
werden. Der Mittelmeerraum wurde zweifellos zu einem
Raum, der in der Ethnologie über Gender und Sexualität
konstruiert wird. Im Seminar werden wir uns mit der
Konstruktion von Gender im Mittelmeerraum auseinandersetzen
und zwar anhand der Betrachtung von a) empirisch-ethnographischen
Materials aus neueren Feldforschungen, b) theoriebildenden
kulturanthropologischen Texten und c) von literarischen
Produkten (Romanen, Filmen), in denen Genderrollen eine
zentrale Rolle spielen. Schwerpunkt des Seminars soll
die Frage nach den Machtdiskursen sein, die in den drei
Bereichen wie auch in ihrer wechselseitigen Beziehung
wirken.
Ort: SD 001
Dozent:
Anja Tschierschke, M.A.
Ausstellungskonzepte - Entwicklung und Umsetzung
Starttermin: 30. 10. 1998, 14.00 Uhr, Kompaktsitzungen nach Vereinbarung
Kommentar:
Im Mittelpunkt des Seminars werden aktuelle Debatten
aus dem Berufsfeld Museum stehen. Durch eine Verbindung
theoretischer Ansätze zum Thema "Geschichte der
Sexualität" mit konkreten Ausstellungsprojekten,
die sich mit eben dieser Thematik befassen, soll eine
erste Annäherung an die Anforderungen der Museumsarbeit
geschaffen werden u.a.Teilbereiche eines Ausstellungskonzepts
des Deutschen Hygiene-Museums in Dresden sowie Kataloge
und Ausstellungskritiken aktueller Ausstellungen. Bei
diesem Seminar handelt es sich um eine Blockveranstaltung
von insgesamt 3 Wochenendblöcken.
Ort: SD 210



