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Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Europäische Ethnologie

Humboldt-Universität zu Berlin | Institut für Europäische Ethnologie | Archiv | Forschungsprojekte | Teaching Human Rights in Europe Purposes, Realization and Consequence

Teaching Human Rights in Europe Purposes, Realization and Consequence

Förderlaufzeit: 04/2003 – 04/2006
Förderinstitution: VW-Stiftung
Webseite: humanrightsresearch.de

 

1994 rief die Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) die Dekade der Menschenrechtserziehung (1995 bis 2004) aus. Mit einer Resolution verpflichteten sich die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen nicht nur, den relevanten Menschenrechtsverträgen der UN beizutreten, sondern auch, die Bevölkerung darüber zu unterrichten, welche Menschenrechte ihnen als Individuen zustehen.

Ziel des Projekts ist erstens eine kritische Untersuchung der vorhandenen internationalen und nationalen rechtlichen Rahmenbedingungen für Menschenrechtserziehung am Kriterium des Schutzes von Minderheiten und der Bekämpfung von ethnischer Diskriminierung. Zweitens wird ermittelt, welche Akteure auf nicht-staatlicher wie auf staatlicher Seite Menschen- rechtserziehung betreiben beziehungsweise welche Abhängigkeiten und Beziehungen zu internationalen Gremien und internationalen staatlichen Organisationen bestehen. Drittens soll untersucht werden, inwieweit es die einzelnen Rahmenbedingungen und Menschen- rechtsinstrumente den Minderheiten auch konkret ermöglichen, ihre Rechte wahrzunehmen. Geplant sind Fallstudien in Armenien, Estland, Finnland, Deutschland, Spanien und der Slowakei.

Das Projekt von Dr. Claudia Mahler, Menschenrechtszentrum an der Universität Potsdam, Dr. Anja Mihr, Institut für Politikwissenschaft der Universität Magdeburg, und Dr. Reetta Toivanen, Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt Universität Berlin, gehört zu den ersten drei "Tandems", die sich als die besten unter zwanzig eingereichten Vorschlägen durchsetzen konnten.

Das vor kurzem ins Leben gerufene Tandemprogramm zur Förderung der fachübergreifenden Zusammenarbeit von Postdoktoranden trägt der Erkenntnis Rechnung, dass im deutschen Wissenschaftssystem derzeit der Reformbedarf in der Phase nach der Promotion am größten ist. Mit dieser Initiative möchte die Stiftung herausragenden Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern die Möglichkeit eröffnen, sich unmittelbar nach der Promotion einer neuen, interdisziplinär ausgerichteten Aufgabe zu widmen. Dabei soll ein Team von zwei, gegebenenfalls auch drei Nachwuchsforschern – angesprochen sind alle Fachrichtungen – gemeinschaftlich an einem fachübergreifenden Projekt arbeiten. Gefördert wird die enge Zusammenarbeit zu Fragestellungen, denen bislang in etablierten fachübergreifenden Kooperationen nicht nachgegangen wird. Ziel ist es, jungen promovierten Wissenschaftler/innen auf diese Weise frühzeitig Gelegenheit zu geben, gemeinsam Erfahrungen in selbstständiger, disziplinenübergreifender Forschung zu sammeln. So können sie sich auch für Leitungsaufgaben in der Wissenschaft qualifizieren – etwa für die Übernahme einer Juniorprofessur.