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Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Europäische Ethnologie

Sommersemester 2003

Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis SoSe_2003 PDF

 

 

Grund- und Hauptstudium

51 701 Beate Binder, Astrid Deuber-Manowsky
Grenzen überwinden, Räume gestalten, repräsentieren (SE)
Fr: 10-14 14tgl.
Ort: SD 19, 210
Beginn: 25.04.2003

 

Mit der Verlegung des Regierungsstandorts von Bonn nach Berlin zogen nicht nur die wichtigsten Verfassungsorgane der Bundesrepublik in die Hauptstadt, sondern auch die Vertretungen der anderen Staaten. Inzwischen sind in Berlin über 150 Botschaften angesiedelt. Die Botschaften, ihre Bauten und die jeweiligen Konzepte der Selbst-Darstellung sollen im Mittelpunkt des Seminars stehen und etwa folgende Fragen und Aspekte diskutiert werden:
1. Staat und Repräsentation: Welche Rolle spielen die Botschaften für die Repräsentation des Staats bzw. nationaler Selbstbilder? Welche Rolle spielt die Diplomatie für das gegenwärtige politische Leben?
2. Stadt und Repräsentation: Wie werden durch den Ort und die Architektur der Botschaften der städtische Raum strukturiert? Welche Bedeutung haben die Botschaften, insbesondere das Botschaftsviertel, für die Wahrnehmung Berlins?
3. Kultur und Repräsentation: Welche Strategien, das eigene Land kulturell zu repräsentieren, benutzen die verschiedenen Botschaften? Mittels welcher kulturpolitischen Konzepte präsentieren die Staaten sich in Berlin? Wie wird das "Eigene" und das "Fremde" dargestellt? Wie nutzt umgekehrt Berlin die Botschaften und deren Kulturprogramm, um sich als multikulturelle und weltoffene Metropole zu präsentieren?

Quer zu den drei Themenkomplexen interessiert außerdem, wie sich das Geschlechterverhältnis in die jeweiligen Repräsentationsmodi eingeschrieben hat.

Das transdisziplinäre Seminar will Konzepte der Europäischen Ethnologie, der Kulturwissenschaften und der Gender Studies/Geschlechterstudien zusammenbringen. Botschaftsbesuche, Erkundungen und Recherchen vor Ort sind geplant.

 

 

51 702 Beate Binder
Städte lesen - Zur Interpretation von Städten als symbolische Landschaften (SE)
Do: 10-12 wöch
Ort: SD 19, 001
Beginn: 24.04.2003

 

Innerhalb der Stadtethnologie hat in den letzten Jahren eine Forschungsrichtung immer größere Bedeutung erhalten, die Städte als symbolische Landschaften deutet. Stadtlandschaften, so lautet die zentrale These, sind komplexe Gebilde, die eine spezifische kulturelle Textur aufweisen, die aus gebauten Formen, performativen Inszenierungen und alltäglichen Praxen gewoben ist. Aus dieser Perspektive werden urbane Räume als gelebte wie als erlebte Räume verstanden, in denen sich unterschiedliche soziale Gruppen einrichten müssen. Gesellschaftliche Position und die Macht, über die man verfügt, entscheidet darüber, in welcher Weise in die Gestaltung dieser symbolischen Landschaften eingegriffen werden kann.

Das Seminar wird in diese Forschungsrichtung einführen und sich mit verschiedenen theoretischen und empirischen Zugriffen beschäftigen und eigene empirische Zugänge erproben.

 

 

51 703 Beate Binder
Fotografieren als soziale Praxis (SE)
Do 16-18 wöch.
Ort: SD 19, 001
Beginn: 23.04.2003

 

Im September 2002 war im Berliner Martin-Gropius-Bau die Ausstellung "Here is New York" zu sehen. Die Ausstellung zeigte 500 der 7000 Fotografien, die von Laien und Profis im Zusammenhang mit dem Anschlag auf das World Trade Center gemacht und auf einen Aufruf hin als Beitrag eingereicht wurden.
Ausgehend von dieser Ausstellung will das Seminar nach dem Fotografieren als soziale Praxis fragen. Es interessieren dabei vor allem Motiven und Motivationen, die - insbesondere Laien - zum Fotoapparat greifen lässt. Neben der Auseinandersetzung mit der Sozialgeschichte der Fotografie und empirischen Studien zur fotografischen Praxis sollen Ansätze der visuellen Anthropologie diskutiert sowie eigene kleinere empirische Feldstudien durchgeführt werden.

 

 

 

51 704 Wolfgang Kaschuba
Die Kleinstadt (SE)
Mi 10-12 wöch.
Ort: SD 19, 210
Beginn: 23.04.2003

 

Zwischen Dorf und Großstadt liegt ein ganzer Kontinent, der immer wieder in Vergessenheit gerät: die Kleinstadt. Die Wissenschaft hat sie meist rechts liegen lassen, und die Literatur hat sie oft genug boshaft misshandelt und zur Karikatur ihrer selbst gemacht: zur Heimat des Spieß- und Pfahlbürgers. Selbst die Love Parade heute gilt ja als nationales Schülertreffen der Provinz- und Kleinstadtjugend. Gerade deshalb lohnt jedoch einmal ein genauerer Blick auf Ort und Milieu "Kleinstadt": auf die einschlägigen wissenschaftlichen Zugänge in Volkskunde, Soziologie und Geschichtswissenschaften, aber auch auf literarische Bearbeitungen jener speziellen bleiernen Atmosphäre, die der Kleinstadt in den letzten beiden Jahrhunderten meist zugeschrieben wurde. Gefragt wird nach der Verfertigung und dem Dialog von wissenschaftlichen und literarischen Bildern.

 

 

51 705 Alexa Färber, Nicolas Eschenbruch
Revolution der Dinge? Potentiale der Aufwertung von Artefakten für die Volkskunde/Europäische Ethnologie (SE)
Mo 14-16 wöch.
Ort: SD 19, 210
Beginn: 28.04.2003, dann Kompaktseminare: 10.5., 9:30-15 Uhr, Raum 210; 31.05, 9:30-15 Uhr, Raum 210; 14.06., 9:30-15 Uhr, Raum 210; 28.06., 9:30-15, Raum 210

Wer sich mit materieller Kultur beschäftigte, riskierte nach dem "linguistic turn" lange, ob solcher Interessen nur ein müdes Lächeln postmoderner Fachvertreter zu ernten. Nun scheinen wir aber nach langer Dominanz des Textuellen vor einer Rückkehr des Dinglichen zu stehen. Der Status der Dinge, so heißt es, kann ein zentraler Ansatzpunkt sein, um das Verhältnis zwischen Kategorien wie Natur/ Kultur, Subjekt/ Objekt, Psyche/ Kultur zu problematisieren und neu zu fassen.
In unserem Seminar möchten wir vor dem Hintergrund von Objekt-/Dingkonzepten der volkskundlichen Sachkulturforschung neuere Theorieansätze zum Thema Dinge/Artefakte diskutieren und sie auf ihren ethnographischen Gewinn hin überprüfen. Anregungen werden wir dabei zum Beispiel aus den Science and Technology Studies und der Actor Network Theory beziehen, aber auch aus der Forschung zu Biotechnologie und Körper und aus der russisch-amerikanischen Activity Theory.
Dinge erscheinen in diesen theoretischen Perspektiven als aktive Bestandteile der Gesellschaft. Sie haben nicht nur Botschaften, die abgerufen werden können, und ihre Rolle geht oft über den ihnen zugeordneten instrumentellen Zweck hinaus. Ob die Neukonzeptualisierung der Dinge wirklich einen Paradigmenwechsel für die Humanwissenschaften andeutet, oder doch nur einen weiteren Zuwachs an modischer Theorie darstellt, mit dieser Frage wollen wir uns in dem Seminar auseinandersetzen.

 

 

51 706 Irene Götz
Volkskundliche "Schulen". Ein Streifzug durch die Fachgeschichte (SE)
Di 14-16 wöch.
Ort: SD 19, 210
Beginn: 22.04.2003

 

Dieses Seminar muss leider ausfallen.

 

 

51 707 Thomas Kutschker
Die Wirklichkeit zwischen den Bildern finden... Teil 2 (SE)
Fr 14-16 (Kompaktsitzungen)
Ort: SD 19, 001
Beginn: 25.04.2003, dann Kompaktseminare nach Vereinbarung

 

Wie sehen die einzelnen Schritte von einer (ethnographischen) Projektskizze zum Drehbuch/Realisation bis zur Endfertigung aus? Welche filmischen Mittel werden benutzt und wie beeinflussen sie die Aussage/die Rezeption? Dieses Seminar vertieft die theoretischen und ethnografischen Diskurse zum Thema Film meines letzten Seminars vom WS 2002/03, und gibt eine Anleitung bei der Realisation eigener Projekte. Von der distanzierten Beobachtung bis zur stilisierten Inszenierung werden in Filmbeispielen und Referaten verschiedene Stilformen und -mittel vorgestellt. In praktischen Übungen werden diese nachvollzogen sowie die Technik und "Rollenverteilung" bei den Dreharbeiten thematisiert. Voraussetzung zur Teilnahme an diesem Seminar ist von Seiten der Studenten eine aufbereitete ethnologische Studie bzw. Feldforschung, die in ein Filmprojekt einfließen soll. Exposé, Ausarbeitung, Drehbuch, Drehplan und Drehvorbereitungen werden thematisiert und anhand dieser Projekte durchgesprochen.

 

 

51 708 Rolf Lindner
Reisen als Wissenschaft (SE)
Mo: 12-14 wöch.
Ort: SD 19, 210
Beginn: 23.04.2003

 

Ethnographie und Soziographie haben sich nicht zuletzt aus der Reisekunst entwickelt. Das Seminar wird die Etappen, die das Reisen als Wissenschaft hinter sich gelassen hat, nachzeichnen: von der philosophischen Reise bis zur Reise ins "innere Ausland" und ins tägliche Leben. Damit verbindet das Seminar Wissenschaftsgeschichte und Methodenlehre.

 

 

51 709 Elisabeth Meyer-Renschhausen
Von der Schattenwirtschaft zur "weiblichen Ökonomie": Frauen zwischen "individueller Hausarbeit" und Erwerbslandwirtschaft in der Brandenburger Provinz (Uckermark) (SE)
Di 16-18 wöch.
Ort: SD 19, 001
Beginn: 22.04.2003

 

Literatur:
Jürgen Ast, Kerstin Mauersberger, Zweite Heimat Brandenburg, Flucht,Vertreibung, Neuanfang, Berlin-Brandenburg 2000;
Tanja Busse, Melken und Gemolken werden, Die ostdeutsche Landwirtschaft nachder Wende, Berlin 2001;
Max Weber, Verhältnisse der Landarbeiter im ostelbischen Deutschland, Schriften des Vereins für Sozialpolitik, Bd.55, Leipzig 1892;
Eva Wonneberger, Susanne Marten "Eigenes Geld, eigenes Glück?" - Risiken und Chancen der beruflichen Selbständigkeit für Frauen, Herbolzheim 2000

 

 

51 710 Akiko Mori-Karakita
Perspektiven der Feldforschung Europas (SE)
Mo 10-12 wöch.
Ort: SD 19, 210
Beginn: 28.04.2003

 

Die westlich-okzidentalen Kategorien, die sich vom 19. Jahrhundert an auf der ganzen Welt ausgedehnt haben und deren abstrakte Begriffe zur Basis der gesamten modernen Welt wurden, sollen relativiert werden. Diese Relativierung durchzuführen, ist einer der wichtigsten Beiträge der Europäischen Anthropologie. Unter dieser Prämisse wird das Seminar westliche Kategorien in jedem lokalen Kontext überprüfen und die politisch-ökonomischen Verhältnisse, die sich hinter den Kategorien verbergen, aufdecken. Es werden ethngoraphische Essays gelesen und die jeweiligen Forschungsperspektiven diskutiert. (maximal 20 TeilnehmerInnen)

 

 

51 711 Sigrid Jacobeit
KZ-Kleidung von Opfern und Tätern aus geschlechtsspezifischer Perspektive (SE)
Mo 14-16 wöch. .
Ort: SD 19, 001
Beginn: 28.04.2003

 

Kleidung ist habituelles Kennzeichen von Frauen und Männern im Allgemeinen, von sozialen Gruppen im Besonderen. Das gilt vor allem für das Tragen von spezieller Kleidung, mit der eine Funktion zum Ausdruck gebracht werden soll. In Bezug auf das Konzentrationslager hat Häftlingskleidung eine nivellierende Funktion und stellt sonst einen krassen Gegensatz zur Uniform der SS und dessen Personal als die Macht Ausübenden dar. Daraus entsteht namentlich im Lageralltag ein für beide Kategorien entsprechendes unterschiedliches Kleidungsverhalten, das noch eine besondere Ausprägung unter geschlechtsspezifischen Bedingungen erhält. Das oft zitierte Gegensatzpaar von Opfern und Tätern erhielt im Blick auf die Kleidung/Uniform beider einen neuen Akzent in der Betrachtungsweise des Gesamtphänomens.

 

 

51 712 Peter Niedermüller
Rechtspopulismus. Zur Ethnographie politischer Ideologie (SE)
Do 10-12 wöch.
Ort: SD 19, 210
Beginn: 24.04.2003

 

In den letzten Jahren kann man überall in Europa den Vorstoß national-konservativer, rechtspopulistischer Ideologien und politischer Bewegungen feststellen, die nationale Zugehörigkeit und Identität (wieder) strenger definieren wollen, die Angst von kulturellen Fremden und kulturellen Entfremdung schüren und (nationale) Kulturen re-territorialisieren wollen. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich das Seminar mit der Frage, wie durch eine, von rechtspopulistischen Bewegungen propagierte Politik der homogenen kollektiven Identitäten einen "postnationalen Nationalismus" bzw. neue Formen kulturellen und politischen Fundamentalismus in den spätmodernen europäischen Gesellschaften erzeugt und hervorruft. Im Mittelpunkt des Seminars wird die kritische Analyse von Argumentationsstrategien und Gesellschaftsvorstellungen der national-konservativen, rechtspopulistischen politischen und kulturellen Bewegungen in verschiedenen europäischen Gesellschaften stehen.

 

 

51 713 Peter Niedermüller
Der Islam in Europa: Eine andere Moderne? (SE)
Mi 10-12 wöch.
Ort: SD 19, 210
Beginn: 23.04.2003

 

In der "post 9/11 world" - wie es in den englischsprachigen Kultur- und Sozialwissenschaften heißt - werden grundsätzliche Fragen der europäischen (westlichen) Moderne thematisiert. Nicht nur in politischen Debatten, sondern auch in wissenschaftlichen Diskursen wird zur Zeit die Frage leidenschaftlich diskutiert, ob man über die Moderne im Singular sprechen muss, oder aber im Plural reden kann. Vor diesem Hintergrund versucht das Seminar der Frage nachzugehen, ob der Islam, der in der heutigen Welt als das absolute Gegenbild der Moderne dargestellt wird, und vor allem dessen europäischen Prägung - der Euroislam, wie man es in England nennt - über eigene oder nur andere Vorstellung von Moderne verfügt. In diesem Zusammenhang werden ideologische, politische und gesellschaftliche Verknüpfungen zwischen Religion, Ethnizität und Staat anhand neuerer kultur- und sozialanthropologischer Untersuchungen diskutiert.

 

 

51 714 Joachim Kallinich
Zur Ästhetik der Inszenierung in Ausstellungen (SE)
Fr 16-18 wöch.
Ort: SD 19, 210
Beginn: 25.04.2003

 

Der Begriff der Inszenierung - aus dem Umfeld des Theaters stammend - ist auch ein zentraler Begriff der Museums- und Ausstellungsgestaltung. Untersucht werden sollen theoretische und praktische Aspekte des Inszenierungsbegriffs mit dem Ziel, Perspektiven eines kritischen Verständnisses wie reflektierter Praxis zu eröffnen.

 

 

51 716 Christian Hirte
Bricolage - Wildes Spiel mit Bedeutung (SE)
Fr 10-12 wöch.
Ort: SD 19, 001
Beginn: 25.04.2003

 

Dieses Seminar muss leider ausfallen.

 

 

51 717 Stefan Beck, Michi Knecht
Einführung in die Sozialanthropologie der Medizin und Medizinsystem (SE)
Mi 12-14 wöch.
Ort: SD 19, 001
Beginn: 23.04.2003

 

Die Medizin unterliegt gegenwÊrtig einem bedeutenden VerÊnderungsdruck sowohl durch wissenschaftliche, technische, Ókonomische, demographische wie kulturelle Wandelprozesse: Die Forschungen im Rahmen des Human-Genom-Projektes ermÓglichen neue diagnostische Optionen sogar vor der Manifestation von Krankheiten; reproduktionsmedizinische Verfahren verwirren VerwandtschaftsverhÊltnisse; nicht nur in populÊrwissenschaftlichen BeitrÊgen ist eine zunehmende "Genetisierung" von Verhalten und Dispositionen (Alkoholismus, HomosexualitÊt, Gewalt) zu verzeichnen, die alte - berwunden geglaubte - Debatten der Fachgeschichte zwischen Kulturanthropologie und Soziobiologie wieder aufgreift und weitertreibt. Jenseits dieser oft ideologisierten Debatten entstehen durch die dynamische Wissensentwicklung in der Medizin aber vor allem reale neue gesellschaftliche Herausforderungen. Das Seminar wird am Beispiel berwiegend englischsprachiger Literatur einen berblick ber gegenwÊrtige Diskussionen und wissenschaftliche Problemaufrisse geben.

 

 

51 718 Stefan Beck
Was sich vergleichen läßt (SE)
Mi 18-20 wöch.
Ort: SD 19, 001
Beginn: 23.04.2003

 

Ein komparatistischer Reflex zeichnet ethnologische Denk- und Forschungsstile seit Beginn der Disziplinentwicklung aus, eine Eigenart, die Laura Nader als "comparative consciousness" des Faches bezeichnete. Wie vieles im Fach waren die methodologischen, theoretischen wie epistemologischen Fragen, die mit der intellektuellen Operation des Vergleichens verbunden sind, jedoch stets höchst umstritten - nicht zuletzt deshalb, weil damit die Fragen nach Empirismus, Objektivität und theoretischer Modellierung eines "größeren Zusammenhanges" verbunden waren und der Wissenschaftlichkeitsnachweis des Faches selbst auf dem Spiel zu stehen schien. Trotz aller Strittigkeit des komparatistischen Instrumentariums ist sein zentraler Stellenwert im Rahmen der ethnologischen Wissensproduktion jedoch anerkannt. Das Seminar wird der Frage nach der Entwicklung des komparatistischen Denkens im Fach entlang der Frage nachgehen, was wie zu welchem Zweck verglichen wurde. Und es fragt, ob sich gegenwärtig - analog der These, dass momentan ein neuer Modus der Wissensproduktion im Entstehen begriffen sei - ein neuer Modus des Vergleichens im Fach und bei seinen Nachbarn abzeichnet.

 

 

Reeta Toivanen
Minority Rights and Anti-Racism in Europe (SE)
Mo 12-14, wöch vom 28.04.-26.05, dann Kompaktseminare am 16.05.2003, 10-15 Uhr, Raum 210, am 04.07.2003, 10-16 Uhr, Raum 001
Ort: SD 19, 210
Beginn: 28.04.2003

 

Minority rights and anti-racism are typically viewed as separate legal and political domains. This course aims at understanding the intermigled relationship of the issues involved in the two areas and at critically examining them from the perspective of legal anthropology. The first part of the course will focus on the existing minority rights system in Europe (UN, Council of Europe, OSCE, EU). In the second part, we will examine legislation produced in order to combat ethnic or cultural discrimination and racism. The last part of the course will be devoted to case studies prepared by the students in small groups. This course is designed for students of anthropology and law and requires basic knowledge of at least one of these discplines. The course also requires active participation by the students. Please register in the secretary of the department or by sending an email to: reetta.toivanen@abo.fi.

 

 

Susanne Schwalgin
Leben in der Schattenwelt. Illegalisierte Haushaltsarbeiterinnen in Berlin (SE)
Fr 12-14 wöch.
Ort: SD 19, 001
Beginn: 25.04.2003

 

Gegenstand des Projektseminars:
Das Projektseminar hat seinen Ausgangspunkt in einem scheinbaren Paradox.: Der lange Zeit herrschenden Vorstellung, dass die technische Revolution menschliche Arbeitskräfte im Haushalt ersetzen würde, steht heute die Realität der 'neuen Dienstmädchen' gegenüber. Sie übernehmen in zunehmendem Masse die Versorgungsarbeit des modernen Haushaltes und prägen in vergleichbarer Anzahl das Haushaltsleben des globalisierten Techno-Zeitalters, wie das bereits vor hundert Jahren der Fall war. Damals wie heute sind es vorrangig Frauen, die diese Tätigkeiten ausüben. Allerdings sind die "neuen Dienstmädchen" meist Migrantinnen aus Osteuropa, Ostasien und Lateinamerika, die in zweifacher Hinsicht von Illegalisierung betroffen sind - einem illegalisierten Aufenthaltstatus und einem illegalen arbeitsrechtlichen Status. Daraus ergeben sich eine Reihe von Problemen, die ihre Lebensumstände extrem prekär machen.
Mit den Lebens- und Arbeitsbedingungen illegalisierter Haushaltsarbeiterinnen werden wir uns in diesem Projektseminar im Rahmen selbständig durchgeführter Forschungsprojekte auseinandersetzen. Dabei werden wir auch die Perspektiven der Arbeitgeberinnen in den Blick nehmen und der Frage nachgehen, auf welche Weise Nicht-Regierungsorganisationen in Berlin auf die prekären Lebensumstände der "neuen Dienstmädchen" reagieren.

1. Kommunikation, Selbst- und Fremdwahrnehmung: Der Privatraum stellt gleichzeitig einen Arbeitsplatz dar. Dies wirft die Frage nach den Besonderheiten dieser Arena zur Aushandlung von Machtverhältnissen, Interessen und Selbst- und Fremdwahrnehmung auf.
2. Identität: Haushaltsarbeit, insbesondere Putztätigkeiten, ist in den meisten Gesellschaften eine unterbezahlte und wenig anerkannte Tätigkeit, die sich vermutlich nur schwer als Quelle einer positiven Berufs-/ Arbeitsidentität fassen läßt. Wie integrieren die Migrantinnen, die oft gut ausgebildet sind und in ihrem Herkunftsland über Berufserfahrung verfügen, diese neue Tätigkeit in ihre Lebensgeschichten? Und wie verarbeiten sie diskriminierende und stigmatisierende Erfahrungen die sich aus ihrer doppelten Illegalisierung ergeben?
3. Netzwerkbildung: Aus neueren Migrationsstudien ist bekannt, dass die Frauen für ihre Migration, sowie die Aufnahme und Ausübung der Dienstmädchentätigkeit Unterstützung und Information über familiär-freundschaftliche Netzwerke erhalten. Außerdem produzieren sie durch ihre Migration auch neue lokale und transnationale Netzwerke und Beziehungen, etwa um ihre Lebensführung am Residenzort und ihre Haushaltsführung und Versorgung zurückgelassener Kinder am Herkunftsort zu organisieren? Auf welcher Basis erfolgt diese Netzwerkbildung? Handelt es sich vorrangig um familiär, national oder ethnisch geprägte Netzwerke? Welchen Einfluss haben die jeweiligen Netzwerke auf die Entwicklung transnationaler Identitäten? Wie gestaltet sich in solch einem Rahmen transnationale Mutterschaft?
Das Seminar steht in thematischem Zusammenhang mit einem Forschungsprojekt, das an der Universität Münster, Arbeitsstelle Interkulturelle Pädagogik gegenwärtig durchgeführt wird - weitere Informationen über http://www.uni-muenster.de/FGEI

Ziele des Projektseminars:
Das für zwei Semester konzipierte Seminar knüpft an die theoretischen Grundlagen an, die im WS 2002/2003 im Rahmen des Seminars "Migrationen und Geschlechterverhältnisse" gelegt worden sind. Nach einer gemeinsamen Einarbeitung in das Forschungsfeld, ersten Kontaktaufnahmen und der Entwicklung eines eigenen Forschungsinteresses sollen im kommenden SS 2003 vor allem zentrale Methoden ethnologischer Datengewinnung erfahrbar gemacht und erprobt werden: Dabei wird auch die Selbstreflexion der eigenen Forscherinnenrolle, die im Erkenntnisprozess eine zentrale Rolle spielt, im Vordergrund stehen. Neben teilnehmender Beobachtung liegt der Schwerpunkt auf der Einübung von Techniken der Gesprächs- und Interviewführung sowie der Dokumentation von Daten (Feldnotizen, Gesprächs- und Interviewprotokolle). Im WS 2003/2004 stehen dann Verfahren der Datenauswertung und schriftlichen Repräsentation im Vordergrund. Das zweisemestrige Seminar ist zunächst kein Projektseminar im am Institut für Europäische Ethnologie üblichen Sinne, kann sich jedoch bei entsprechendem Engagement der Teilnehmenden zu einem solchen entwickeln.

Organisation:
Die ersten Sitzungen werden in einem wöchentlichen Rhythmus stattfinden. Sobald die Teilnehmenden eigene Forschungsprojekte entwickelt und mit ihren Projekten begonnen haben, wird es voraussichtlich zweiwöchentlich und in Form eines Blockseminars durchgeführt werden.

Anforderungen:
Entwicklung und Durchführung eines Forschungsprojektes alleine oder im Team, regelmäßige und engagierte Teilnahme, Einhaltung der Termine.

Teilnahme:
Das Seminar stellt eine forschungspraktische Weiterführung der Fragen dar, die im Seminar "Migrationen und Geschlechterverhältnisse" entwickelt und diskutiert worden sind. Das Seminar richtet sich daher in erster Linie an diejenigen Studierenden, die an diesem Seminar teilgenommen haben. Weitere InteressentInnen können nur nach persönlicher Absprache aufgenommen werden - Termine für ein persönliches Vorgespräch können per e-mail oder telefonisch mit mir abgesprochen werden.

Einführende Lektüre:
Lutz, Helma 2002: Transnationalität im Haushalt. In: Gather, Claudia, Birgit Geissler und Maria S. Rerrich (Hg.): Weltmarkt Privathaushalt. Bezahlte Haushaltsarbeit im globalen Wandel. Münster. 86-102.
Hess, Sabine 2002: Au Pairs als informalisierte Haushaltsarbeiterinnen - Flexibilisierung und Ethnisierung der Versorgungsarbeit. In: s.o. S: 103-119.
Hess, Sabine und Ramona Lenz 2001: Geschlecht und Globalisierung. Ein kulturwissenschaftlicher Streifzug durch transnationale Räume. Einleitung und Comeback der Dienstmädchen. Königstein/Taunus: S. 10-35 und 128-165.
Weitere Literatur siehe Handapparat Seminar Migrationen und Geschlechterverhältnisse, zu Semesterbeginn wird es in der Institutsbibliothek einen Handapparat und einen Ordner mit Kopiervorlagen geben.

Kontakt:
Susanne Schwalgin
Ethnologin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt "Gender, Ethnizität, Identität: Die neue Dienstmädchenfrage im Zeitalter der Globalisierung"
Arbeitsstelle Interkulturelle Pädagogik
Westfälische Wilhelms Universität Münster
e-mail: susanne.schwalgin@uni-muenster.de
Tel: 0251 / 8321300 (Bro) oder 0251 / 2109781

 

 

Johanna Huth, Ina Plambeck
Medizin als kulturelles System am Beispiel transkultureller Perspektiven auf Psychiatrie (TU)
Do 12-14 wöch.
Ort: SD 19, 210
Beginn: 24.04.2003

 

Kommentar

 

 

Ewa Drewnowska, Nadine Okon
Heimat Ostpreußen im heutigen Bewusstsein Deutscher und Polen (TU)
Do 18-20 wöch.
Ort: SD 19, 210
Beginn: 24.04.2003

 

Kommentar

 

 

Felix Falkenhahn
"Friedensarbeit" Teil 2 - Grenzen und Möglichkeiten einzelner Konfiktlösungsansätze im Vergleich (TU)
Do 18-20 (erstes Treffen, weitere Termine werden bekannt gegeben)
'Ort: SD 19, 210
Beginn: 24.04.2003

 

Das erste Semester des Projekttutoriums fand unter dem Motto "Friedensarbeit - eine interdisziplinäre und handlungsorientierte Perspektive" statt und war sehr offen angelegt.
Im weiteren Verlauf des Projekttutoriums sollen nun noch gezielter Ansätze und Modelle ziviler Konfliktbearbeitung und -bewältigung auf verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen behandelt werden. Dabei soll es darum gehen, welches Selbstverständnis bzw. Konfliktverständnis den verschiedenen Rollen von "FriedensarbeiterInnen" zugrundeliegt, welche Kompetenzen wesentlich sind und an welcher Stelle der Gesellschaft, der Person bzw. des Konflikts angesetzt wird.
Im Rahmen einer eher theoretischen Einführung zum Thema Konflikt, sollen zunächst wesentliche Erkenntnisse aus dem letzten Semester zusammengefaßt und durch weitere Beiträge ergänzt werden. Ausgehend von den entsprechenden Konfliktdefinitionen und -dimensionen sollen gemeinsam erste allgemeine Kriterien für Friedens- bzw. Konfliktarbeit abgeleitet werden.
Im Folgenden solle einige Ansätze, die im WS behandelt wurden vertieft werden und neue hinzugefügt werden. Der Vergleich der verschiedenen Ansätze soll Aufschluß über kulturelle Begrenzungen und Kontextabhängigkeit, bzw. Universalität und Übertragbarkeit geben. Durch die Verbindung von Theorie und Praxis sowie eigener Erfahrung im Umgang mit Konflikten bzw. in der Friedensarbeit sollen schließlich konkretere und grundlegende Kriterien und Kompetenzen in Bezug auf Friedensarbeit herausgearbeitet und festgehalten werden.
Dies könnte schließlich auch eine gezieltere Auseinandersetzung darüber ermöglichen, was für eine Verantwortung und welche friedensstiftenden Potenziale universitäre Lehre und Arbeit im Kontext gesellschaftlicher Konflikte hat.
Anders als im vergangenen Semester sollen diesmal noch mehr Gäste aus dem Feld der Friedens- und Konfliktarbeit ins Projekt eingeladen werden. Voraussetzung für die Teilnahme am Projekt ist verbindliches und aktives Engagement. (Max. 20 TeilnehmerInnen)

 

 

Andreas Winkelmann, Stefan Beck, Michi Knecht, Stefan Sperling
Körper, Krankheit und Kultur - Eine Einführung in die Medical Anthropology
(Interdisziplinäres Seminar des Reformstudiengangs Charité und des Instituts für Europäische Ethnologie, HU)

Zeit: Mo, 16 - 18 Uhr = 16:15 - 17:45
Ort: Seminarraum 1, 3. Ebene des TÄF (Trainingszentrum für Ärztliche Fertigkeiten)
Onkologie Gebäude, Schumannstr. 20/21, Charité-Campus
Beginn: Montag, 14.4.!

Medical Anthropology ist ein angloamerikanisch geprägter Zweig der Ethnologie, der im deutschsprachigen Bereich unter den Namen "Sozialanthropologie der Medizin" oder "Ethnomedizin" bisher nur wenig entwickelt ist. Historisch ist diese Fachrichtung aus dem Interesse an der Medizin anderer Kulturen entstanden. Die klassischen Methoden der Ethnologie - Ethnographie (teilnehmende Beobachtung in der Feldforschung) und Kulturvergleich - wurden und werden dabei angewandt, um die Vorstellungen von Krankheit und Gesundheit in verschiedenen Kulturen zu verstehen und um die Medizinsysteme zu erforschen, die praktisch jede menschliche Gesellschaft hervorgebracht hat.
Seit längerer Zeit wendet sich die Medical Anthropology aber auch der heutigen westlichen Medizin ("Biomedizin") zu, die sie "wie eine Kultur" erforscht. Sie fragt vor allem danach, wie Wissen um Gesundheit und Krankheit von Körpern, Personen und Bevölkerungen hergestellt und dargestellt, legitimiert und angewendet wird. Medizinethnologen untersuchen aber auch die Körper- und Krankheitserfahrungen ganz unterschiedlicher Menschen und Gruppen, die Praxen der Diagnostik und Therapie, die nationalen Besonderheiten von Organspendesystemen und Kurmedizinen oder das medizinische Management von chronischen Krankheiten im interkulturellen Vergleich.
In diesem interdisziplinären Seminar sollen Methoden, Theorien und Erkenntnisse der Medical Anthropology an durchaus praxisrelevanten Fragestellungen kennen gelernt werden. Nach einem Einführungsteil werden Arbeitsgruppen, die jeweils mit Studierenden der Europäischen Ethnologie und der Medizin gemischt besetzt werden, über mehrere Wochen Fallgeschichten bearbeiten, die unterschiedliche Dimensionen von Körpererfahrungen in der Medizin problematisieren und in diesem Rahm eigene Recherchen, Interviews und konzeptionelle Arbeitsschritte durchführen. Das Seminar endet mit der Präsentation und Diskussion der Arbeitsgruppenergebnisse.
Die TeilnehmerInnenzahl ist auf 22 Studierende begrenzt (je 11 aus beiden Fächern).

 

 

 

 

51 719 alle Lehrenden
Institutskolloquium (CO)
Di 18-20 wöch.
Ort: SD 19, 001
Beginn: 22.04.2003

 

 

Grundstudium

51 720 Wolfgang Kaschuba
Einführung in die Kulturtheorien (PS)
Mi 14-16 wöch.
Ort: SD 19, 001
Beginn: 23.04.2003

 

Kulturtheorien sollen uns vor allem erklären, wie menschliche Wahrnehmungen und Beziehungen funktionieren - in der Vergangenheit wie in der Gegenwart. Dahinter jedoch stehen immer bestimmte Vorstellungen einer übergreifenden Ordnung dieses Zusammenlebens: der "Gesellschaft" in all ihren Gliederungsformen und Machtverhältnissen. Das Seminar wird sich mit ausgewählten Modellen und Theorien beschäftigen, die in den letzten 150 Jahren versucht haben, diese Gesellschaft in ihren sozialen und kulturellen Ordnungen zu erfassen und zu erklären.

 

 

51 721 N.N.
Begleittutorium I zum Proseminar Kulturtheorien (TU)
Do 12-14 wöch.
Ort: SD 19, 210
Beginn: 23.04.2003

 

Die Inhalte des Tutoriums richten sich nach den Themen des Proseminars Kulturtheorien. Das Tutorium dient zu dessen Vor- und Nachbereitung.

 

 

51 722 N.N.
Begleittutorium II zum Proseminar Kulturtheorien (TU)
Di 14-16 wöch.
Ort: SD 19, 001
Beginn: 29.04.2003

 

Die Inhalte des Tutoriums richten sich nach den Themen des Proseminars Kulturtheorien. Das Tutorium dient zu dessen Vor- und Nachbereitung.

 

 

51 723 Rolf Lindner
Kulturtheorien (PS)
Mi 16-18 wöch.
Ort: SD 19, 001
Beginn: 23.04.2003

 

Kulturtheorien sollen uns vor allem erklären, wie menschliche Wahrnehmungen und Beziehungen funktionieren - in der Vergangenheit wie in der Gegenwart. Dahinter jedoch stehen immer bestimmte Vorstellungen einer übergreifenden Ordnung dieses Zusammenlebens. Das Seminar wird sich mit der historischen Entwicklung von Theorien beschäftigen, die in den letzten 150 Jahren versucht haben, Gesellschaft in ihren kulturellen Ordnungen zu erfassen und zu erklären.

 

 

51 724 Rolf Lindner
Anthropologie der Stadt (VL)
Di 10-12 wöch.
Ort: SD 19, 001
Beginn: 22.04.2003

 

Fortsetzung der Veranstaltung vom Sommersemester 2002. Nach der Forschung in der Stadt (anthropology in the city), die das Thema des SoSe 2002 bildete, geht es nun um die Erforschung der Stadt (anthropology of the city), also um die eigentümliche Kultur der Stadt und des Städtischen.

 

 

Hauptstudium

51 725 Wolfgang Kaschuba
Ethnologisches Schreiben (HS)
Di 10-12 wöch.
Ort: SD 19, 210
Beginn: 22.04.2003

 

Texte zu verfassen ist für EthnologInnen eine Schlüsselqualifikation in Studium wie Beruf. Fremde Texte lesen und kritisieren, dann eigene Texte schreiben und ebenfalls kritisieren: Das ist die Grundidee dieses Seminars. Dabei soll Problembewußtsein darüber entstehen, wie wir was be-schreiben, darstellen, analysieren. Welche Textgenres und Stile gibt es, welche Logiken, Effekte, Regeln sind beim Verfassen von Texten zu beachten? Bedingung des Seminars ist, daß jedes Mitglied zwei eigene Texte verfaßt, die einerseits in den Wochensitzungen, andererseits am Ende des Semesters in einer Kompaktsitzung gemeinsam durchgesprochen werden. Also ein "praktisches" Schreibseminar mit kollektiver Rezension - und mit höchsten 25 TeilnehmerInnen!

 

 

51 726 Falk Blask, Thomas Friedrich
Menschenbild und Volksgesicht. Porträtfotografie - Volkskunde - Nationalsozialismus (max. 15 Teilnehmer) (SP I)
Mo 16-20 wöch.
Ort: SD 19, 001
Beginn: 28.04.2003

 

Fotografien aus der Zeit des Nationalsozialismus sind allgegenwärtig. Sie sollen beweisen, dokumentieren, überzeugen. Meist sind es Propagandabilder der Nazis, es sind Bilder vom Krieg, aus den Konzentrationslagern. Sind das d i e Bilder des Nationalsozialismus? Und was sind nationalsozialistische Bilder überhaupt? Zählt die volkskundliche Fotografie jenseits der „unpolitischen“ Themen wie: Brauchtum, Feste und vor allem Porträtaufnahmen zur Kategorie: NS-Fotografie? Und wenn ja, welchen Bedeutung hatte sie in der visuellen Kultur jener Zeit?
Am Beispiel von Erna Lendvai-Dircksen und anhand ihrer regionalen Massen- und Serienpublikationen „Das Deutsche Volksgesicht“ soll im dreisemestrigen Studienprojekt hinterfragt werden: Was versteht man unter „Menschenbild“ und „Volksgesicht“?
Im experimentellen Teil sollen die Studierenden mit eigenen-heutigen Porträtaufnahmen der Frage nachgehen, ob Fotografie zeitgebunden ist oder revitalisiert werden kann.
Methodisch zielt das Studienprojekt darauf ab, ob die drei Faktoren: Porträtfotografie, Volkskunde und Nationalsozialismus als Einheit gedacht werden können. Hierzu ist zunächst eine klare Beschreibung der betreffenden Bilder, beispielsweise nach kunstgeschichtlich-ikonegraphischen Mustern, unabdingbar. Erst danach kann die Analyse und Interpretation der Fotografien unter Einbeziehung des entstehungsgeschichtlichen Kontextes und deren Wirkungsmechanismen in den Bilderwelten des Nationalsozialismus erfolgen.
Achtung! Begrenzte Teilnahmezahl von 15 Studierenden.
Voraussetzung: Kenntnis von Grundzügen der Fotografie und deren Technik.
Partner: Museumspädagogischer Dienst Berlin
Ziel: Ausstellung im Museum Europäischer Kulturen (zugesagt) mit Begleitband

 

 

51 727 Ina Dietzsch
Das leise Sterben moderner Massenvergnügen (SP III)
Mi 16-20 wöch.
Ort: SD 19
Beginn: 23.04.2003

 

Fortsetzung der im Sommersemester 2002 begonnenen Projektarbeit.

 

 

51 728 Barbara John, Michi Knecht
Karneval der Kulturen (SP III)
Mo 14-18 wöch.
Ort: SD 19, Raum 114 (Centre Marc Bloch), ab 05.05. Raum 210
Beginn: 28.04.2003

 

Fortsetzung der im Sommersemester 2002 begonnenen Projektarbeit. Weitere Informationen hier.

 

 

51 729 Anni Peller
Berlin - Gesichter einer Stadt (max. 15 Teilnehmer) (SP I)
Mo 08.30-12 wöch.
Ort: SD 19, 001
Beginn: 28.04.2003

Die Metropole Berlin hat bekanntermaŸen viele Gesichter. Zahlreiche sind durch Politik, Medien und Werbung berstrapaziert, einige hingegen kaum entdeckt. Das Leben in der Stadt versteckt sich oft hinter Fassaden oder wird dahinter versteckt. Es sollen neugierig kritische Blicke auf Berlin geworfen werden, die insbesondere hinter die Kulissen schauen und nicht den bekannten Stereotypen folgen. Die Stadt wird in ihrer Ganzheitlichkeit in Frage gestellt, denn sie ist sowohl modern als auch dekadent, bewundernswert wie peinlich. Es sollen interne Ansichten und Konflikte reprÊsentiert werden, die durchaus stellenweise dem nach auŸen prÊsentierten Bild widersprechen kÓnnen. Ziel ist es, anhand von Fallbeispielen ein anderes (nicht neues), wirklichkeitsnahes Bild Berlins aufzuzeichnen, mÓgliche GegensÊtze darzustellen und erfundene oder maskierte Gesichter zu entlarven. Allgemein geht es in dem angedachten Projekt um eine ethnologische Stadt- und Nischenforschung. Wir nÊhern uns dem Thema wissenschaftlich ber die Stadtgeschichte, Stadtentwicklung und urbane Kultur. Methoden werden u.a. teilnehmende Beobachtung, Interviews, quantitative Datenerhebung und Schreiben von Reportagen sein. In der praktischen Umsetzung ist die Fotografie das vorherrschende Werkzeug. Eine Fotografie gilt vielerorts als wirklichkeitsgetreue Kopie der RealitÊt. Jedoch hat jeder Fotograf schon bei der Aufnahme des Bildes zahlreiche MÓglichkeiten der Manipulation, beispielsweise durch Umkehrung der Perspektive oder dem HerausreiŸen der Aufnahme aus ihrem Zusammenhang. In diesem Projektseminar sollen die Teilnehmer auch lernen, wie sie bei der Aufnahme eines Fotos dessen Aussage gezielt beeinflussen kÓnnen. Dafr ist jeder Student aufgefordert, sich eigenstÊndig ein Projektthema zu wÊhlen, welches er fotografisch umsetzen wird. Ergebnis des Projektseminars ist u.a. eine Fotoausstellung im grӟeren Rahmen.
Das praxisorientierte Seminar richtet sich ausschließlich an Studenten aus dem Hauptstudium, welche die technischen Grundlagen der Film- und Bildentwicklung beherrschen. Die Auswahl der Kursteilnehmer erfolgt durch eine Kurzbewerbung folgenden Inhalts:
· Kurzbeschreibung einer Projektidee auf max. 1 DIN A4 Seite - welches Gesicht Berlins wollen Sie speziell erforschen (Begründung),
· Beilage eines eigenhändig hergestellten s/w Fotoabzugs (Print) ohne thematische Einschränkung ODER Beilage von 3-5 Farbprints, die sich mit ein und demselben Thema befassen,
· 1-2 Literaturangaben aller Genres zur Stadtgeschichte Berlins, urbane Kultur etc.
· Die Bewerbung sollte noch folgende Angaben enthalten: die Fächerkombination des Bewerbers (Ethnologie Hauptfach oder Nebenfach?); Abschluss des Grundstudiums (wann erfolgt?).

 

 

51 730 Peter Niedermüller
Nähe und/oder Distanz? Zur Kulturanthropologie des "Eigenen" (HS)
Do 14-16 wöch.
Ort: SD 19, 001
Beginn: 23.04.2003

 

Es gibt nicht sehr viele Versuche Europäische Ethnologie theoretisch zu definieren bzw. zentrale theoretische Probleme des Faches zu diskutieren. Daher richtet sich dieses Seminar auf einige Problembereiche, die aus einer theoretischen Perspektive durchaus wichtig sein können. Im Mittelpunkt steht der umstrittene Begriff "die eigene Gesellschaft" und vor diesem Hintergrund wird die Frage gestellt, was mit der ethnologischen Theoriebildung, mit dem ethnologischen Diskurs geschieht, wenn das ethnologische Wissen nicht cross-cultural produziert wird. In diesem Zusammenhang muss man zum einen ein "altes" theoretisches Problem der Kultur- und Sozialanthropologie, das des native anthropologist bzw. des insider-Wissens thematisieren; zum anderen aber die von Marylin Strathern thematisierte Problematik der auto-anthropology. Im Seminar werden jene - vor allem englischsprachigen - Texte gelesen und diskutiert, die in den letzten Jahren dieses Problemfeld aus verschiedenen theoretischen Blickwinkels thematisiert haben.

 

 

51 731 Leonore Scholze-Irrlitz
Zwischen Ökonomie und Ökologie (SP II)
Do 14-18 wöch.
Ort: SD 19, 210
Beginn: 23.04.2003

 

Fortsetzung der im Sommersemester 2002 begonnenen Projektarbeit.

 

 

51 732 alle Lehrenden
Forschungskolloquium (CO)
Di 16-18 wöch.
Ort: SD 19, 001
Beginn: 22.04.2003

 

Vorstellung und Diskussion laufender Magister-, Dissertations- und anderer Forschungsarbeiten.