Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Europäische Ethnologie

Amo Salon Lab

Zwischen Lücken lesen: Die dekoloniale Erbschaft in Anton Wilhelm Amos Philosophie erkunden

Das Amo Salon Lab versteht sich als selbstorganisierter, hierarchieübergreifender und transakademischer Raum, der darauf abzielt, die Universität durchlässiger, inklusiver und transformativer zu gestalten.
 
Das Labor knüpft an die Arbeit des Amo Kollektiv Berlin an, das im Zuge der antirassistischen und dekolonialen Kämpfe um die Umbenennung der Straße vor dem Eingang des Instituts nach dem afro-deutschen Aufklärungsphilosophen und antirassistischen Pionier des frühen 18. Jahrhunderts - Anton Wilhelm Amo - entstanden ist. Es ist eng mit dem Amo Salon im Erdgeschoss des Instituts für Europäische Ethnologie verbunden, dessen konzeptionelle und methodische Ausrichtung auch die Sitzungen des Labors orientieren. In diesem Sinne vereint das Amo Salon Lab gemeinsame Lesungen von und über Anton Wilhelm Amo und verwandte Themen mit gemeinsamen Erkundungen, wie wir heute mit und durch Amos Werk und Vermächtnis denken können.
 
Wie ist ein Blick aus der Gegenwart möglich - und was kann er zutage fördern? Wie gehen wir mit den Lücken und dem Verschweigen um, das koloniale Archive hinterlassen haben? Wie können wir Amos Beiträge und seine Nachwirkungen gegen den Strich der kolonialen Archive lesen? Welche Vorlagen und Anregungen gibt es dafür in der Geschichte des antirassistischen, dekolonialen Aktivismus, der schon lange auf Anton Wilhelm Amo als Ideengeber für die Gegenwart setzt? Welche Vorlagen und Anregungen gibt es dafür aber auch in einer post- und dekolonialen Wissenschaft und Kunst? In welche Genealogien von widerständigen Kritiken marginalisierter und zum Schweigen gebrachter Wissenschaftler*innen und politischer Akteur*innen lässt sich Amo einreihen? Was sagt uns das über den noch immer kolonialen Kanon der Wissenschaften – Philosophie, Geschichte, Anthropologie? Und welchen Beitrag kann eine reflexive, postkoloniale Europäische Ethnologie leisten, den Kanon zu kritisieren und zu erweitern?
Es lädt ausdrücklich Forscher*innen, Studierende, Künstler*innen, Aktivist*innen und andere interessierte Teilnehmer*innen – mit und ohne formelle Zugehörigkeit zum Institut – ein, das entstehende Labor durch ihre Perspektiven, Erfahrungen und Fachkenntnisse aktiv mitzugestalten. Innerhalb der Laborstruktur des Instituts für Europäische Ethnologie betont das Amo Salon Lab das Engagement über und gegen die kolonialen Grenzen der Wissenschaft hinweg. Es befasst sich mit den Möglichkeiten und Herausforderungen der öffentlichen Anthropologie. Ein weiteres Hauptanliegen ist die Fokussierung auf sensorische Erfahrungen und multimodale Ansätze als Weg, um „anderes“, inklusiveres Wissen (zu) verlernen und zu produzieren.

 

Durch den Mail-Verteiler werden Einladungen zu den Lab-Treffen versendet, die für alle offen stehen. Über den Link lässt sich dieser Verteiler abonnieren.


Kontaktperson:

regina.roemhild@hu-berlin.de


 
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