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Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Europäische Ethnologie

Labor Medien

ethnologische/kulturanthropologische Medienforschung

Das Medienlabor am Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin (2012 gegründet) versteht sich als offene Plattform für Ethnolog_innen und Kulturanthropolog_innen, die mit und über Medien und die Alltagspraktiken ihrer Nutzer_innen forschen. Das Medienlabor ist selbstorganisiert und zugänglich für Studierende, Lehrende, Forschende und andere Interessierte. Die Formate sind Diskussionsrunden, Vorträge, Exkursionen, Filme, Workshops und Tagungen.

 

Das Medienlabor befasst sich mit drei zentralen Fragestellungen:

  • Theoretisch:
    Wie sind Medien und ihre Nutzung aus einer ethnografischen bzw. spezifisch europäisch-ethnologischen Forschungsperspektive zu konzeptualisieren, zu analysieren und zu interpretieren?
  • Inhaltlich:
    Welche alltagskulturellen Bedeutungen und Praktiken entstanden und entstehen in/mit/durch alte und neue Medien? Insbesondere: Wie gehen Nutzer_innen mit Digitalisierungsprozessen und den damit einhergehenden Transformationen alltäglicher Lebenswelten um?
  • Methodisch:
    Welche besonderen methodischen Zugänge sind zu entwickeln und zu schärfen, um die sich verändernden Alltagspraktiken adäquat erfassen zu können (bspw. Online-Ethnografie)? Wie kann die Nutzung von Medien wie Computer, aber auch Film und Fotografie sinnvoll in den Forschungsprozess integriert werden? Und schließlich: Welche Chancen bieten mediale Präsentationsweisen (bspw. ethnografischer Film) für die Vermittlung ethnografischer Forschung?

 

Das Medienlabor im Sommersemester 2014

Wir (eine Gruppe aus Studierenden, Promovierenden und Lehrenden) treffen uns alle zwei Wochen am Institut für Europäische Ethnologie, um als „Medienlabor“ (d.h. als Forschungsgruppe für ethnologische Medienforschung) möglichst lebendig, kritisch und anhand konkreter Materialien über Medien und Alltag zu sprechen. Herzlich eingeladen sind alle Studierenden, Promovierenden und Lehrenden. Bearbeitet werden vielfältige Themenbereiche, mit den Schwerpunkten visuelle (Film, Fotografie, Theater etc.) und digitale Medien (digitale Textproduktion, Smartphone-Nutzung, Programmierpraktiken, Online-Gaming, politische Partizipation im Netz, Umgang mit Facebook, Augmented Realities, etc.). „Alte“ und „neue“ Medien werden dabei als Forschungsgegenstände, als methodische Werkzeuge (bspw. ethnografischer Film, Fototagebuch oder Online-Ethnografie) oder auch in Bezug auf theoretische Perspektiven in den Blick genommen.

Das Medienlabor ist (im Sommersemester 2014) kein „Lesekreis“, sondern soll einen Raum bieten, in dem konkret über empirische Materialien gesprochen wird und der Möglichkeit zur Reflexion und Inspiration bietet. Das heißt, wir sprechen nur sekundär über wissenschaftliche Texte und primär über empirische Materialien und Beispiele (beispielsweise Interviews, Feldtagebuchausschnitte, Bilder, Filme, Webseiten etc.). Vorbereitende Arbeiten zwischen den Sitzungen sind möglich, aber niemals Voraussetzung. Man kann also ohne Vorarbeiten an jeder Laborsitzung teilnehmen. Zentral ist aber die regelmäßige Anwesenheit der Teilnehmer_innen, da die kritische Team-Reflexion empirischer Materialien nur durch eine Vielzahl an Stimmen, Perspektiven und Meinungen möglich ist. Im Sommersemester 2014 sind die Sitzungen einer der drei folgenden Kategorien zugeordnet, bzw. setzen sich aus mehreren Kategorien zusammen:

Forschungsarbeitsorientiert:
Eine der Teilnehmer_innen stellt Material aus einem konkreten Forschungsprojekt vor (bspw. ein Interview, Video, Bild, Feldtagebucheintrag, etc.). In der gemeinsamen Sitzung wird nicht das Ergebnis einer abgeschlossenen Forschungsarbeit präsentiert, sondern die Arbeit am Material erprobt, reflektiert und diskutiert.

Beispielorientiert:
Wenn niemand Material aus eigener Forschung vorstellen möchte, einigen sich alle Teilnehmer_innen auf ein Beispiel (bspw. „YouTube“) für die kommende Sitzung, zu der dann jede Teilnehmer_in ein themenbezogenes Beispiel mitbringt (bspw. ein YouTube-Video). Das Beispiel sollte eine Besonderheit des entsprechenden Phänomens darstellen, eine besondere methodische Perspektive darauf zulassen oder anschlussfähig an einen spezifischen Theoriekontext sein. In der gemeinsamen Sitzung werden die Beispiele (ggf. eine Auswahl) präsentiert, kontextualisiert und diskutiert.

Theorieorientiert:
Mitunter ist die gemeinsame Erprobung eines Theoriekontextes sinnvoll. In diesem Fall lesen sich aber nicht alle Teilnehmer_innen tief in die Theorie ein, sondern eine der Teilnehmer_innen stellt den entsprechenden Theoriekontext am Ende einer Sitzung vor und klärt, welche konkreten Perspektiven diese Theorie für das ethnografische Forschen über einen medial geprägten Alltag bietet. Alle Teilnehmer_innen nehmen diesen Theoriekontext dann ‚mit nach Hause‘ und reflektieren ihn im eigenen Umgang mit bzw. in ihren Forschungstätigkeiten zu Medien im Alltag. Diese Erfahrungen werden dann genutzt, um in der Anschlusssitzung ein kritisches Feedback zu den Möglichkeiten und Grenzen der jeweiliegn theoretischen Perspektive sowie ihrer Anschlussähigkeit an andere Themenbereiche/Materialien geben zu können.

 

Perspektiven und Ziele
  • Allgemeine Schärfung des ethnografischen Blicks für einen medial geprägten Alltag
  • Ausdifferenzierung exemplarischer Themenfelder der ethnologischen Medienforschung
  • Erprobung von methodischen Zugängen (speziell für Studierende: Einblicke in das wissenschaftliche Arbeiten nach dem Studium, durch die aktive Mitarbeit an Promotions- und Forschungsprojekten während der gemeinsamen Material-Reflexion)
  • Kritische Reflexion und Verdichtung der eigenen Forschung (speziell für Studierende: Die Chance zur konkreten Verbesserung von Modulabschluss-, Bachelor- oder Masterarbeiten im Themenbereich durch kritische Team-Reflexion der eigenen Forschung, Literaturtipps und ergänzende Forschungsperspektiven)
  • Wissenschaftliche Vernetzung mit anderen europäisch-ethnologischen Instituten, an denen im Feld der Medienforschung gearbeitet wird, wie Göttingen, Marburg und Hamburg

 

Ort und Zeit

Institut für Europäische Ethnologie, erster Stock rechts, Raum 107a, dienstags 18–20 Uhr, zweiwöchig, danach ggf. gemeinsamer Kneipenbesuch oder Film.

Ansprechpartner für das Sommersemester ist Christoph Bareither.

 

Termine

21.10.2014 | 04.11.2014 | 18.11.2014 | 02.12.2014 | 16.12.2014 | 06.01.2015 | 20.01.2015 | 03.02.2015