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Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Europäische Ethnologie

Labor Migration

Der Titel "Labor Migration" trifft in zweifacher Hinsicht zu: Wir wollen sowohl Migration selbst als ein Labor gesellschaftlicher, kultureller Entwicklungen zur Diskussion stellen, als auch die Migrationsforschung im Labor einer kritischen Prüfung und reflexiven Neuausrichtung unterziehen. Seit 2010 engagiert sich das Labor als Berliner Plattform in aktuellen Debatten einer kritischen Migrationsforschung, in enger Verbindung zu anderen Initiativen und Instituten, die ähnliche Fragestellungen verfolgen. Das Labor Migration ist ein Hierarchien übergreifender, selbst gestalteter Diskussionsraum, der Forscher*innen (Studierende, Promovierende, Mitarbeitende und Lehrende) am Institut und interessierte 'Externe' entlang von inhaltlichem Engagement und Expertise verbindet. Anregungen und neu hinzukommende Interessent*innen sind herzlich willkommen!

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Architectures of Refuge and Displacement

Workshop with Elizabeth Cullen Dunn (Indiana University, Bloomington)

Organizers: Jens Adam & Regina Römhild, Research Laboratories “Critical Europeanization Studies” and “Migration” at the Institute for European Ethnology in cooperation with the Interdisciplinary Center „Border Crossings - Crossing Borders“, HU Berlin
Date: Wednesday October 24, 2018, 3pm-6pm
Venue: Institut für Europäische Ethnologie, HU Berlin, Mohrenstraße 41, 10117 Berlin, Room 212

Refuge and forced migration evoke manifold architectural forms and socio-material arrangements: temporary shelters along the migratory routes and “welcome centers” at places of destination; border fences and camps; lodgings in abandoned repurposed infrastructures and alternative housing projects pushed forward by refugees themselves and their local supporters – in each case movements are transformed into – sometimes ephemeral, sometimes enduring – materialities and become graspable for citizens as much as attackable by political and societal adversaries.

These architectural forms can be read, on the one hand, as effects of state policies, transnational vectors of power and the “networks of violence and care” (Dunn 2017: 17) that have been established to deal with the phenomena of refuge and forced migration. On the other hand, these socio-material arrangements constitute the very sites where the refugees’ attempts to “remake themselves as coherent subjects by reforging relationships to places, things, and other people” and hereby to “rebuild a normal situation” (Dunn 2017: 24) take place.

In this workshop we would like to take architectures of refuge as starting point to discuss questions of political subjectivities and migrant agency, regulating policies and domination that shape refuge migration, displacement, detention and deportation as transnational societal dynamics. We invite scholars working in the fields of migration and border studies, humanitarianism and critical europeanization research to join by writing an email to adamjens@cms.hu-berlin.de until October 16. Our discussion will be based partly on case studies and ongoing fieldwork. For that purpose we would like to encourage participants to share their empirical insights and analytical reflections about architectures of refuge and displacement during the workshop. Please indicate in your registration in case you would like to present some of your material on this occasion.


References


Basic:
Dunn, Elizabeth Cullen (2017): No Path Home. Humanitarian Camps and the Grief of Displacement. Ithaca and London: Cornell University Press.

Further:
An Architektur (2003): Exterritories and Camps. Juridical-Political Spaces in the War on Terrorism. http://www.republicart.net/disc/empire/anarchitektur01_en.htm
An Architektur (2002): Grenzgeographie Sangatte. http://anarchitektur.org/aa03_sangatte/aa03_sangatte.pdf
De Genova, Nicolas (2010): Theoretical Overview. In: Nicolas de Genova & Nathalie Peutz (eds.), The Deportation Regime: Sovereignity, Space, and the Freedom of Movement. Durham, London: Duke University Press, 33-68.
Lenz, Ramona (2010): ‘Hotel Royal’ and Other Spaces of Hospitality. In: Julie Scott & Tom Selwyn (eds.), Thinking Through Tourism. Oxford, New York: Berg Publishers, 209-230.
Petti, Alessandro, Sandi Hilal, Eyal Weizman (2013): Architecture after Revolution. Berlin: Sternberg Press.
Römhild, Regina, Anja Schwanhäußer, Gökce Yurdakul & Birgit zur Nieden (eds., 2013): Witnessing the Transition: Moments in the Long Summer of Migration. Berlin: Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung.
E-Book: https://edoc.hu-berlin.de/bitstream/handle/18452/19415/witnessing-the-transition.pdf?sequence=1
In this book, see especially: Elena Fontanari: Looking for Neverland. The experience of the group “Lampedusa in Berlin” and the refugee protest of Oranienplatz, 15-34 & Flavia Alice Mameli, Josefine Løndorf Sarkez & Anne van Wetteren: Sensing Tempelhofer Freiheit, 201-214.
Weizman, Eyal (2017): Forensic Architecture. Violence at the Threshold of Detectability. Cambridge, MA: MIT Press.


Wintersemester 2018/2019

Claudia Bruns, Ruza Fotiadis, Regina Römhild, Nenad Stefanov

Interdisziplinäres Forschungskolloquium
„Border Studies und kritische Migrationsforschung“
Schwerpunkt: Grenzen Europas - Vom Menschenrechtsdiskurs zu den Politiken des Humanitären

 

Offen für alle Interessierten des Labor Kritische Europäisierungsforschung und Labor Migration

Für Masterstudierende der Europäischen Ethnologie: Leistungsnachweis möglich im MA Modul 3: Forschungsfelder der Europäischen Ethnologie und wissenschaftliches Argumentieren, Schwerpunkt Europäisierung

R 4.30, Georgenstr. 47, 4. Stock, Institut für Kulturwissenschaft

 

An der HU Berlin wurde 2016 das Zentrum für transnationale Grenzforschung „Border Crossings - Crossing Borders“ gegründet, das seither ein interdisziplinäres Forschungskolloquium veranstaltet. Dieses wird getragen vom Institut für Europäische Ethnologie (Labor Migration und Labor Kritische Europäisierungsforschung) sowie der Professur für Historische Anthropologie und Geschlechterforschung am Institut für Kulturwissenschaft und von Vertreter_innen der Geschichtswissenschaften. Es versteht sich als Werkstatt für die Auseinandersetzung mit aktuellen Fragen europäischer Grenz- und Migrationsforschung und wird von allen beteiligten Lehrenden gemeinschaftlich gestaltet.

 

In diesem Semester liegt der Schwerpunkt auf der gemeinsamen Auseinandersetzung mit grundlegenden Texten, die sich mit dem ambivalenten Verhältnis Europas zum Menschenrechtsdiskurs befassen. Einerseits versteht sich Europa spätestens seit der Aufklärung als Repräsentant universell geltender Menschenrechte, die zugleich als „europäisches Erbe“ herausgestellt werden. Andererseits führte dasselbe Europa massive Ungleichheiten und Rassismen, zuletzt an den heutigen Grenzen der EU, ein. Dabei werden die aktuellen Verhandlungen von Europas Grenzöffnungen oder -schließungen ihrerseits als „humanitäre Frage“ diskutiert. In drei vierstündigen thematischen Sitzungen werden zum einen jeweils zwei Texte auf ihre interdisziplinäre Relevanz hin kritisch diskutiert. Zum anderen erhalten in jeder dieser Sitzungen Promovierende die Möglichkeit, ihre Arbeiten vor dem Hintergrund der in den Texten aufgeworfenen Fragestellungen und Zugänge zu reflektieren und mit einem fächerübergreifenden Publikum aus Studierenden, Nachwuchswissenschaftler*innen und etablierten Forscher*innen gemeinsam weiterzuentwickeln. Ergänzend bzw. alternativ zu den Präsentationen der Promovierenden können Masterstudierende die Diskussion mit zuvor angefertigten Thesenpapieren mitgestalten und dadurch einen Leistungsnachweis für die Lehrveranstaltung erbringen.

 

Begleitet wird das Kolloquium von Vorträgen ausgewählter Referent*innen, die von verschiedenen Fachrichtungen aus einen Blick auf das Forschungsfeld der Border Studies werfen. Diese Form der lektürebasierten Diskussion und inhaltlichen Auseinandersetzung mit aktuellen Forschungsansätzen und Fragestellungen schafft einen interdisziplinären Rahmen, der Promovierenden eine intensive Reflexion ihrer eigenen Arbeiten ermöglicht und Masterstudierenden einen inspirierenden Austausch hinsichtlich der Themenfindung ihrer Abschlussarbeiten bietet. Eine regelmäßige Teilnahme an den Veranstaltungen, einschließlich der Vorbereitung der Texte und Beteiligung an den Diskussionen, wird vorausgesetzt. Masterstudierende sollten idealerweise schon Vorkenntnisse mitbringen, etwa aus Einführungsseminaren mit Schwerpunkt „Europa/Europäisierung“, „Migration“ und/oder „Grenze“. Zur Planung der Zusammenarbeit im Kolloquium ist die Teilnahme an der Einführungsveranstaltung am 22.10. dringend erforderlich.

Termine:

22.10. Eröffnung, 16:00-18:00 Uhr

12.11. Border Studies I; 14:00-18:00 Uhr

03.12. Border Studies II,14:00-18:00 Uhr

07.01. Border Studies III, 14:00-18:00 Uhr

04.02. Border Studies: Abschluss, 16:00-18:00 Uhr

Publikationen/ Reading Papers

  • Labor Migration (Hg.): Vom Rand ins Zentrum: Perspektiven einer kritischen Migrationsforschung. Panama Verlag, Berliner Blätter Heft 65, 2014. Einleitung
  • Mit den Diskussionen zum Postmigrantischen im Wintersemester 2014/15 und Sommersemester 2015 setzt sich eine studentische Hausarbeit auseinander. Sie bereitet die verschiedenen Positionen auf und verortet das Konzept in einer Kritischen Migrationsforschung.

Liebig, Manuel: Das Postmigrantische. Ein neues Konzept für eine Kritische Migrationsforschung? Studentische Arbeit, veröffentlicht im Labor Migration, 2015.

Forschungs- und Studienprojekte

  • "TransforNation" - Dual Citizenship Recognition and Equal Rights in Germany: Construction of a (Trans)national Form of Citizenship in 21st Century Europe, Leitung: Dr. Sarah Mazouz (2014 - 2016) (Information)
  • Investigating Logistics. Migration, Lifestyles, and the Common(s), KOSMOS Summer University am Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (2016) (Information)
  • "Mein Feld ist die Welt". Neue Migrationen und das Globale im Lokalen, Leitung: Dr. Manuela Bojadžijev, Dr. Sina Arnold (2015/2016) (Information)
  • Gastropolis. Mobilitäten und Grenzen im Aushandlungsraum der Gastro-Ökonomie, Leitung: Prof. Dr. Regina Römhild, Dr. Sanna Schondelmayer (2014/2015) (Information)
  • Identitätspolitik und nationale Repräsentation: Armenien auf dem Weg nach Europa, DFG-Projekt (2004 - 2012) (Information)
  • Berliner Route der Migration, Leitung: Dr. Manuela Bojadžijev (2011/2012) (Information)
  • Transnationale Netzwerke, Religion und neue Migration, DFG-Projekt (2005 - 2009) (Information)
  • Teaching Human Rights in Europe Purposes, Realization und Consequences, VW-Stiftung (2003 - 2006) (Information)

Dissertationen

laufend
  • Birnbauer, Robert: „Doing market“ jenseits „ethnischer“ Ökonomie. Unternehmerische Praxis im translokalen Markt für muslimische Bekleidung in Berlin (Information)
  • Can, Halil: Konstruktion und Transformation von Identität in der Migrationsgesellschaft – Familienbiographie und Generationenverhältnisse bei Migrantenfamilien aus der Türkei: Eine Ethnographie
  • Frings-Merck, Ute: Polnische Putzfrauen - Zur Ethnologie der Begegnung von Polen und Deutschen im hauswirtschaftlichen Arbeitsverhältnis (Information)
  • Kanitz, Juliane: Das Kopftuch als Visitenkarte. Stil- und Ausdrucksformen transnationaler Musliminnen. Eine qualitative Fallstudie in Berlin (Information)
  • Myrtsou, Persefoni: Spaces of migration – spaces of artists: The production of space and “homing” as artistic and social practice (Information)
  • Rauch, Viola-Donata: Me, Myself and the City: Urbane Identifikationen und Aushandlungen von belonging von Nachkommen von Migranten in Berlin
  • Westrich, Michael: Migration als kosmopolitische soziale Bewegung? Versuch einer dekolonial informierten Ethnographie der Grenze
abgeschlossen
  • Meza Torres, Andrea (2014): The Museumization of Migration in Paris and Berlin: An Ethnography. Berlin. (Publikation)

  • Verse, Julia (2012): Undoing Irishness. Antirassistische Perspektiven in der Republik Irland. Bielefeld. (Publikation)

  • Bürk, Thomas (2012): Gefahrenzonen, Angsträume, Feindesland. Stadtkulturelle Erkundungen zu Fremdenfeindlichkeit und Rechtsradikalismus in ostdeutschen Kleinstädten. In: Raumproduktionen: Theorie und gesellschaftliche Praxis, Bd. 14. Münster. (Publikation)

  • Schwarz, Tobias (2010): Bedrohung, Gastrecht, Integrationspflicht. Differenzkonstruktionen im deutschen Ausweisungsdiskurs. Bielefeld. (Publikation)

 

Veranstaltungen (Auszug)

  • 9.-11.6.2016: Tagung zu "Mobilität_Migration_Gesellschaft. Umkämpfte Politiken der Klassifikation" mit Panels zu den Themen "Genealogien von Mobilitätskategorien", "The Tourist Revisited" und "Kategoriale Grenzen und transversale Bewegungen" (in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde)

 

Kooperationen

Im Rahmen des Projekts KOSMOS Summer University “Investigating Logistics. Migration, Lifestyles, and the Common(s)” am Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) wird Prof. Sandro Mezzadra von Oktober 2015 an für ein Jahr KOSMOS Fellow an der Humboldt Universität sein. Eine Summer University findet 2016 statt.

Wenn in Deutschland von Migration gesprochen wird, wird in der Regel Migration in die DDR und ihre Kontinuitäten nicht thematisiert. Die Projektseite Migration in die DDR (und BRD) widmet sich dieser Leerstelle. Auf ihr finden sich neben verschiedenen Projekten rund um das Thema Migration in die DDR eine umfangreiche Online-Bibliografie zum Themengebiet.

 

Weiterführende Links