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Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Europäische Ethnologie

Labor Museen/Ausstellungen

Theorie und Praxis von Museen und Ausstellungen

Museen sind populäre Medien der Wissensproduktion und -vermittlung. Als Institutionen des Sammelns, Bewahrens und Ausstellens sind sie symbolisch hoch besetzt und gleichsam kulturell umkämpft – nicht ohne Grund werden sie über die kultur- und sozialwissenschaftlichen Fachkontexte hinweg als „kultureller Schlüsselort“ betrachtet. Als Orte ästhetischer Praktiken sowie als umkämpfte Aushandlungsfelder von Identitäten und Zugehörigkeiten sind sie ein wichtiges Forschungsfeld der Europäischen Ethnologie. Dabei können Fragen der Repräsentation Europas – welche aktuellen wie historischen kollektiven Bilder von „Europäisch-Sein“ im Museum geschaffen, welche Grenzen dabei gezogen und welche Zugehörigkeiten definiert werden – ebenso zur Diskussion stehen wie die Debatte um die Musealisierung von Migration oder auch um Perspektiven von Arbeit, wie sie beipielsweise in Ausstellungen zum industriekulturellen Erbe verhandelt werden.   

Das Labor „Theorie und Praxis von Museen und Ausstellungen“ versteht sich als statusübergreifender Diskussionsraum für am Institut angesiedelte Forschungsprojekte, Dissertationen und studentische Abschlussarbeiten wie auch für externe Interessierte. Gegenwärtige Trends (musealer) Ausstellungspraxen sind für uns Anlass, methodologische wie epistemologische Fragen neu zu stellen. Nicht zuletzt möchten wir auch über adäquate Werkzeuge der Ausstellungsanalyse wie über gute Formen reflexiver Ausstellungspraxis nachdenken.

 

Termine im Wintersemester 2016/2017

In diesem Semester beschäftigen wir uns mit dem Thema "Kuratieren/Ethnografieren", diskutieren Texte und eigene Erfahrungen an folgenden Montagsterminen: 17.10., 28.11. (Doppelsitzung), 5.12. Am Dienstag, den 13.12., verlagern wir unsere Diskussion in das Institutskolloqium. Januar und Februar-Termine folgen.

Außerdem ist am 30.10.2016 Henrietta Lidchi (National Museum Scotland) zu Gast mit dem Vortrag The Museum of Safe Bets: what is the future of knowledge for ethnographic collections?

 

Mitglieder und assoziierte Forschungsprojekte

Friedrich von Bose war bis März 2015 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Europäische Ethnologie und hat im September 2014 seine Dissertation über den Entstehungsprozess des Berliner Humboldt-Forums abgeschlossen.

Dr. Daniela Döring ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Europäischen Medienwissenschaft an der Universität Potsdam.

Amina Grunewald schreibt ihre Doktorarbeit über gegenwärtige indigene Selbstrepräsentationen und arbeitet über alternative Archive und Museen mit den Forschungsschwerpunkten Critical Museology, Anthropology of Art und Environmental Anthropology.

Heike Hartmann, Kuratorin und Kulturwissenschaftlerin, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an einer Ausstellung zur deutschen Kolonialgeschichte im Deutschen Historischen Museum.

Dr. Jochen Hennig ist Wissenschaftshistoriker und Kurator, arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik und ist Sammlungsbeauftragter des Präsidiums der Humboldt-Universität.

Irene Hilden ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Europäische Ethnologie und promoviert im Rahmen des Graduiertenkollegs 'Minor Cosmopolitanisms' zu den historischen Sammlungen des Berliner Lautarchivs.

Prof. Dr. Joachim Kallinich ist Honorarprofessor am Institut für Europäische Ethnologie, ehemaliger Direktor des Berliner Museums für Kommunikation und berät kultur- und technikhistorische Ausstellungsprojekte und Museen.

Stefanie Klamm ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im BMBF-Projekt "Foto-Objekte" an der Sammlung Fotografie der Kunstbibliothek, Staatliche Museen zu Berlin. Zuvor hat sie die Ausstellung "Fotografie im Ersten Weltkrieg" im Museum für Fotografie kuratiert.

Sabine Kritter schreibt ihre Doktorarbeit zu Repräsentationen der Arbeit im Museum an der Ruhr-Universität Bochum.

Sarah Elena Link ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik und arbeitet im Projekt „Koordinierungsstelle für wissenschaftliche Universitätssammlungen in Deutschland“.

Margareta von Oswald ist Anthropologin und arbeitet an ihrem Dissertationsprojekt über die Transformation von Museen mit ethnografischen Sammlungen in Europa (EHESS Paris - HU Berlin) im Rahmen des Forschungszentrums CARMaH am IfEE. Kürzlich hat sie die Ausstellung "Objektbiografien" im Rahmen des Humboldt Lab Dahlem kuratiert.

Kerstin Pannhorst schreibt an der Humboldt-Universität zu Berlin ihre Dissertation zur Zirkulation von naturkundlichem Wissen und von Wissensdingen zwischen Formosa und europäischen Museen zu Anfang des 20. Jahrhunderts.

Anna Schäffler ist Kunsthistorikerin und untersucht in ihrer Doktorarbeit die posthumen Erhaltungspraktiken von prozesshaften Installationswerken. Sie koordiniert außerdem das interdisziplinäre PhD und Postdoc Netzwerks CoCARe (Conservation of Contemporary Art Research)

Franka Schneider ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im BMBF-Projekt "Foto-Objekte" am Institut für Europäische Ethnologie und promoviert zu Tracht als Gegenstand der volkskundlichen Wissensproduktion und Element der Stadtkultur.

PD Dr. Leonore Scholze-Irrlitz ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Europäische Ethnologie und Leiterin der Landesstelle für Berlin-Brandenburgische Volkskunde.

Annett Schulze ist Professorin für Kommunikationswissenschaft im Studiengang Journalismus an der DEKRA Hochschule für Medien. Sie promovierte zu Nation-Building-Strategien und der Etablierung eines nationalisierten kulturellen Gedächtnisses im Post-Apartheid-Südafrika an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Mario Schulze hat seine Doktorarbeit zur Wissensgeschichte des Museumsdinges an der Universität Zürich abgeschlossen und bloggt immer mal wieder über seine Museumsbesuche.

Dr. Jonas Tinius ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am CARMaH am IfEE und forscht zu zeitgenössischer Kunst, Praktiken des Kuratorischen und der Darstellung von Alterität in Berlin. Seine Promotion befasst sich mit der Ethnografie von Theaterinstitutionen, Migration und Flucht sowie Praktiken des Selbst in der Kunst.

 

Publikationen

Friedrich von Bose, Kerstin Poehls, Franka Schneider und Annett Schulze: Museumx. Zur Neuvermessung eines mehrdimensionalen Raumes. Berlin: Panama Verlag, 2012 (Neuauflage des gleichnamigen Bandes in der Zeitschrift Berliner Blätter, 57, 2011)

 

Abgeschlossene Dissertationen und Forschungsprojekte

Friedrich von Bose: Displays des Kolonialen. Eine Ethnographie des ‘Making-of’ des Berliner Humboldt-Forums (2014)

Victoria Bishop Kendzia: The Jewish Museum Berlin: Visitor Experience in the Context of Political Education (2013)

Andrea Meza Torres: Die Repräsentation der Migration in Museen und Ausstellungen in Frankreich und Deutschland (2013)

Yannik Porsché: Re-presenting Foreigners – Representing the Public. A Microsociological Contextualisation Analysis of Franco-German Knowledge Construction in Museums (2014)

Annett Schulze: Erinnerungen im Konflikt. Nation-Building-Prozesse im Post-Apartheid-Südafrika (Springer VS, 2013)

Forschungsprojekt: Exhibiting Europe. Politics of Display: Migration, Mobilities, and the Borders of ‘Europe’ (Oktober 2008 – September 2011)

 

Abschlussarbeiten

Irene Hilden: Demokratisierungsprozesse in ethnologischen Museen. Recontextualizing Digital Objects – Eine kritische Analyse (Bachelor 2012)

Lysette Laffin: Museumsaufsichten - Stehen zur Kunst (Bachelor, 2010)