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Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Europäische Ethnologie

Humboldt-Universität zu Berlin | Institut für Europäische Ethnologie | Forschung | Projekte | „Keine Rechenschaft für Leidenschaft!“

"Keine Rechenschaft für Leidenschaft!"

Aids-Krise und politische Mobilisierung in den 1980er und frühen 1990er Jahren in Deutschland

Projektlaufzeit: 01.12.2017 – 30.11.2018
Förderinstitution: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

 

HIV/Aids hat in den 1980er Jahren in Deutschland eine vielfältige politische Mobilisierung und Selbsthilfeorganisierung ausgelöst. Die gesellschaftliche Bedeutung der Aids-Bewegung – etwa für Selbstbestimmung in der Gesundheitsversorgung und Akzeptanz sexueller Vielfalt – ist von der kultur- und sozialwissenschaftlichen Forschung noch wenig gewürdigt worden. Insbesondere fehlt es an praxis- und akteurszentrierten Untersuchungen zur Entstehung, Stabilisierung und den Konflikten der Aids-Bewegung in der BRD. Auf Basis von Archivrecherchen und Interviews mit ehemaligen Aktivist_innen möchte das Forschungsprojekt die Vielfalt, unterschiedlichen Machtpositionen und dadurch bedingten Spannungen der Akteur_innen nachzeichnen. Im Mittelpunkt steht die Rolle von Emotionen, kollektiver Identität und sozialen Differenzen für die Aids-Bewegung.

Das Projekt verknüpft Ansätze der kulturanthropologischen, kulturhistorischen und sozialwissenschaftlichen Bewegungs- und Politikforschung sowie der Gender- und Queer Studies. Über die Aids-Bewegung hinaus sollen durch die besondere Berücksichtigung prekärer und heterogener Prozesse praxistheoretische Einsichten in Bewegungsformierungen gewonnen werden.

Die Interviews sollen, sofern die Interviewten zustimmen, dem an der Humboldt-Universität zu Berlin im Aufbau befindlichen „European HIV/AIDS Archive“ für Forschungs- und Bildungszwecke zur Verfügung gestellt werden. Damit will das Projekt einen Beitrag zu einer vielstimmigen Erinnerung an die Aids-Krise leisten und zu einer differenzierten öffentlichen Auseinandersetzung über die mit Aids verbundenen gesellschaftlichen Themen beitragen.