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Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Europäische Ethnologie

Forschungsprojekt „Foto-Objekte“

Fotografien als (Forschungs-)Objekte in Archäologie, Ethnologie und Kunstgeschichte
Projektbeginn: März 2015
Förderinstitution: Bundesministerium für Bildung und Forschung (Förderlinie „Sprache der Objekte“)

 

Archäologie, Kunstgeschichte sowie Ethnologie ist neben ihrer Institutionalisierung um 1900 das Arbeiten mit Fotografien gemeinsam, die zu Substituten ihrer Forschungsgegenstände wurden. Ausgehend von neuesten Studien über die Materialität von Fotografien und Fotoarchiven betrachtet der Forschungsverbund „Foto-Objekte“ Dokumentarfotografien als dreidimensionale, von historischen Vorgängen geformte Objekte, die als Träger von sedimentiertem Wissen in sozialen und kulturellen Kontexten agieren. Es soll vergleichend untersuchen, wie sich die Herausbildung der geisteswissenschaftlichen Methoden, die Entwicklung und Verbreitung fotografischer Techniken sowie die Errichtung fachbezogener Fotoarchive in den Jahrzehnten vor und nach 1900 wechselseitig bedingten. Im Zentrum stehen dabei Techniken und Praktiken des wissenschaftlichen Arbeitens an und mit Fotografien. Das Projekt soll das wissenschaftliche Potenzial der Fotoarchive in Museen, Universitäten und Forschungsinstituten erschließen sowie ein Modell für die fächerübergreifende Vernetzung verschiedener Sammlungen entwickeln. Gleichzeitig kann es neue Erkenntnisse im Hinblick auf disziplinenübergreifende Prozesse der Kanonbildung liefern.

Für die interdisziplinäre Bearbeitung dieser Frage werden in dem Verbundprojekt vier Institutionen zusammenarbeiten, an denen eine Fotosammlung existiert und Forschung betrieben wird. Das Netzwerk besteht aus den Partnern: Kunsthistorisches Institut in Florenz, Max-Planck-Institut (KHI), Sammlung Fotografie der Kunstbibliothek (SFKB) und Antikensammlung (ANT), beide Staatliche Museen zu Berlin,Stiftung Preußischer Kulturbesitz, sowie dem Institut für Europäische Ethnologie (IfEE) der Humboldt-Universität zu Berlin.

Am IfEE ist das Teilprojekt „Kollaborative Sammlungsforschung“ angesiedelt, das zum einen die Negativrollen des Hahne-Niehoff-Archivs als exzeptionelle Sammlung völkischer Fotografien untersucht (Sichtung und Analyse der Sammlung, Archivrecherchen). Zum anderen wird das IfEE auch federführend für die Entwicklung eines Modells zur kollaborativen Sammlungsforschung verantwortlich sein. Das Modell soll in Tandem-Forschungen und Feldforschungs-Workshops umgesetzt werden und ist damit ein wichtiger Bestandteil des Verbundvorhabens.