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Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Europäische Ethnologie

Humboldt-Universität zu Berlin | Institut für Europäische Ethnologie | Forschung | Projekte | Akteurinnen, Praxen, Theorien. Zur Wissensgeschichte der Ethnologie in der DDR

Akteurinnen, Praxen, Theorien. Zur Wissensgeschichte der Ethnologie in der DDR

Projektlaufzeit: 03/2017 – 02/2019
Förderinstitution: Volkswagen-Stiftung

 

Die Volkswagenstiftung hat mit zweijähriger Laufzeit vom 01.03.2017 bis 28.02.2019 die Förderung des Kooperationsprojektes „Akteurinnen, Praxen, Theorien. Zur Wissensgeschichte der Ethnologie in der DDR“ übernommen. Das Projekt zielt, ausgehend von den Biographien von Eva Lips, Ursula Schlenther und Irmgard Sellnow, auf eine systematische Erarbeitung der Wissens- und Fachgeschichte der Ethnologie in der DDR. Im Focus stehen die komplexen Wechselbeziehungen zwischen zentraler Wissenschaftsplanung, akademischen Traditionslinien, lokalen und regionalen Eigendynamiken sowie deutsch-deutschen und internationalen Vernetzungen, die im Spannungsfeld weltpolitischer Dynamiken und Veränderungsprozesse auf Wissenschaftspolitik und „Politiken des Wissens“ wirkten. In dem Projekt kooperieren unter Gesamtleitung von PD Dr. Leonore Scholze-Irrlitz, Landesstelle für Berlin-Brandenburgische Volkskunde, das Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin mit Dr. Blanka Koffer und die Abteilung für Altamerikanistik der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn mit Dr. Ingrid Kreide-Damani.

Das Teilprojekt in Berlin beschäftigt sich mit der konzeptionellen und institutionellen Zusammenführung von Völkerkunde und Volkskunde als Teil einer umkämpften Standortbestimmung der Ethnologie in der DDR. Es widmet sich damit solchen Prozessen, die dezidiert auf die Neukonzeptionierung und Neuordnung gesellschaftswissenschaftlicher Fächer im Spannungsfeld komplexer Verflechtungen disziplinärer wie institutioneller Traditionen und wechselnder wissenschaftspolitischer Leitlinien zielten. In einem ersten Schritt geht es darum, herauszuarbeiten, wie in den Jahren zwischen 1945 und 1980 Ethnologie als Wissenschaft in Forschung und Lehre zwischen Disziplinen wie der Ur- und Frühgeschichte, Volkskunde und den Regionalwissenschaften etabliert wurde. Im Mittelpunkt stehen dabei die Netzwerke und Ressourcen von Irmgard Sellnow. Ein zweites Untersuchungsfeld stellen die transnationalen Kontakte und Kooperationen der Ethnografinnen und Ethnografen dar. Dabei geht es um Chancen und Begrenzungen, die sich gerade einem „kleinen“ Fach im Spannungsfeld von Anerkennung und Abschottung der DDR-Wissenschaften in der internationalen scientific community sowie vor dem Hintergrund des Kalten Krieges als Bedingungsrahmen für wissenschaftliches Arbeiten im Sinne der Aushandlung alltagspraktischer Routinen und fachlicher Diskurse boten.

 

 

Partner:

Institut für Archäologie und Kulturanthropologie, Rheinische Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn