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Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Europäische Ethnologie

Katharina Koch

Questioning Public Art practices. Herstellung und Verhandlung von Öffentlichkeit(en) und Raum durch unabhängige Kunst-und Kulturinitiativen in Rumänien – ethnographische Untersuchungen

Betreuung: Prof. Dr. Wolfgang Kaschuba, Prof. Dr. Beate Binder

Förderung: DAAD-Forschungsstipendium für Doktoranden

 

Abstract

In meinem empirischen Forschungsprojekt untersuche ich die Handlungsräume unabhängiger Kunst- und Kulturinitiativen im Kontext der Transformations- und EU-Integrationsprozesse in „(Süd-)Osteuropa“ – konkret in Rumänien.

Dabei liegt mein Interesse auf der Bedeutung und Funktion von Kunst und Kultur als gesellschaftspolitischem Feld und der Untersuchung von Kunst- und Kulturinitiativen als Akteur/innen politischer und sozialer Praxis.

Aus einer geschlechterkritischen Perspektive richtet sich mein Blick auf die Alltagspraxen, Selbstverständnisse, Konzepte, Inhalte und Strategien der jeweiligen Akteur/innen (Künstler/innen, Kurator/innen, Theoretiker/innen und Aktivist/innen des Kunst- und Kulturbereichs), ihre Handlungsräume zu gestalten und nutzbar zu machen. In diesem Sinne frage ich, wie bestimmte (globale) Logiken, Verständnisse und Bedeutungen, insbesondere hinsichtlich Formen „politischer/gesellschaftskritischer“ Kunst- und Kulturproduktion, sich im lokalen Zusammenhang ausdifferenzieren, von den Akteur/innen übersetzt und in spezifischen (Kunst/Kultur-)Projekten umgesetzt werden.

Exemplarisch stehen zwei Initiativen im Mittelpunkt der Analyse: H.arta Group (Timisoara) und E-Cart (Bukarest). Der inhaltliche Schwerpunkt der Initiativen liegt in der kritischen Auseinandersetzung mit der Gestaltung und Nutzung öffentlichen urbanen Raums im Rahmen künstlerischer Debatte und Praxis im lokalen sowie transnationalen Kontext.
Welches Selbstverständnis entwerfen die Akteur/innen hinsichtlich ihrer Projekte als kritischem, politischem und zivilgesellschaftlichem Engagement?
In welcher Weise wird der „urbane öffentliche Raum/Stadtraum“ aufgerufen und zum Gegenstand künstlerischer Praxis und Auseinandersetzung?
Inwiefern wird Geschlecht und die gesellschaftliche Dimension von Geschlecht inhaltlich und strukturell verhandelt und bestimmt sowohl die künstlerischen Projekte als auch die Arbeitsstrukturen und -praxen?

Ziel ist es, die „klassischen“ Felder Kunst, Aktivismus und politisches Handeln in ihren Verschränkungen und lokalen Ausdifferenzierung kritisch zu beleuchten und zu fragen, welche zivilgesellschaftlichen Bedeutungen sie vor der Folie der Transformations-/EU-Integrationssituation Rumäniens herstellen/erhalten, die auch zukunftsweisend für die (Re-)Produktion „kritischer politischer“ Inhalte und Praxen im Rahmen künstlerischer Interventionen im Kontext eines transnationalen (europäischen) Kunst- und Kulturbereichs sein könnten.

 

Schlüsselbegriffe

Kunst- und Kulturproduktion als soziale/politische Praxis, „Doing Gender“-Prozesse, sozialer Raum, urbaner öffentlicher Raum, Transformations- und EU-Integrationsprozesse, „(post-)postsozialistischer“ Raum

 

Curriculum Vitae

1999-2006 Studium der Europäischen Ethnologie und der Gender Studies an der Humboldt-Universität zu Berlin, Magisterarbeit (2006) „Kunst und Gender – (k)ein Thema in Rumänien? Lebenswelt und Gender-Perspektiven junger Künstlerinnen in der rumänischen Gegenwarts-Gesellschaft“, Co-Kuratorin und Initiatorin verschiedener Kulturprojekte und Dokumentarfilme mit Schwerpunkt „Transformationsprozesse in (Süd-)Osteuropa nach 1989“