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Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Europäische Ethnologie

Jörn Schulz

Insights, Ideen und Innovationen: Ethnografische Nutzerforschung als Methode der Innovationsentwicklung im Team User Driven Innovation in den Telekom Innovation Laboratories

Betreuung: Prof. Dr. Wolfgang Kaschuba

Förderung/Stiftung: n.a.

 

Abstract

Ein Blick in die Innovationsabteilungen bzw. die Forschungs- und Entwicklungseinheiten (F&E) international agierender Konzerne wie z.B. Intel, Google, Nokia, IBM oder die Deutsche Telekom verrät: große Unternehmen setzen auf ethnografische Forschung bei der Innovationsentwicklung. Dabei sind es aber nicht nur Informations- und Kommunikationstechnologie-Unternehmen (IKT), sondern auch Banken, Konsumgüterkonzerne, Pharmaunternehmen, Nahrungs- und Genussmittelproduzenten und andere Industrien, die sich öffentlich zu ethnografischer Forschung bekennen, wenn es um die Entwicklung neuer und innovativer Produkte und Services sowie um ein besseres Verständnis der Kunden geht. Man kann durchaus behaupten: heutzutage ist Ethnografie, die zentrale Methodologie der Ethnologie sowie anderer kulturwissenschaftlicher Fächer, in verschiedenen Industrien „sexy“ und zu einem der „hot ticket items“ avanciert, also zu etwas, das als äußerst populär, attraktiv und begehrenswert angesehen wird.
Auch zahlreiche Artikel in Wirtschaftszeitschriften und -magazinen bestätigen die Aussage, dass Ethnografie in der Wirtschaft angekommen ist und dort eingesetzt wird. Metaphorische und an frühere Zeiten der Ethnologie erinnernde Artikelüberschriften lauten zum Beispiel: Studying the Natives on the Shop Floor; oder Anthropologists Go Native in the Corporate Village; oder Field Work in the Tribal Office; oder Corporate anthropology: Dirt-free research. Ethnografische Forschung hat also seit mindestens zweieinhalb Dekaden Einzug in das Forschungsmethodenrepertoire von privatwirtschaftlichen Unternehmen gefunden.
Unter vielfältigen Fachbezeichnungen wie Business Anthropology, Corporate Ethnography, Unternehmensethnographie, Private-Sector Ethnography, Applied Anthropology, Industrial Anthropology, Commercial Ethnography und einigen anderen ist ein Wissenschaftszweig der Ethnologie und Kulturanthropologie entstanden, der sich mit dem Einsatz von Ethnografie im privatwirtschaftlichen Bereich auseinandersetzt. In diesem Diskurs über Ethnografie im Dienste der Privatwirtschaft ist diese Dissertation zu verorten.
Anhand der Fallstudienbeschreibung einer ethnografischen Nutzerforschung aus dem Jahr 2013 für das Projekt FLEX 2.0 beim Team User Driven Innovation (UDI) in den Telekom Innovation Laboratories (T-Labs) soll exemplarisch illustriert werden, wie Ethnografie in der Privatwirtschaft verstanden wird und wie sie durchgeführt werden kann. Einer der zentralen Aspekte dieser Dissertation ist es zu erörtern, ob der Einsatzkontext Auswirkungen auf die Methodologie der Ethnografie hat und welche das gegebenenfalls sind.
Methodisch kommen dabei Feldforschung, teilnehmende Beobachtung, Interviews und das Führen eines Feld- sowie Dissertationstagebuches zum Einsatz. Ergänzend dazu wird Literaturrecherche betrieben, um auf Fachdiskussionen aus der Community der Ethnologen in der Privatwirtschaft aufbauen zu können.

 

Schlüsselbegriffe / Keywords

Business Anthropology, Corporate Ethnography, Unternehmensethnographie, Private-Sector Ethnography, Applied Anthropology, Industrial Anthropology, Commercial Ethnography, kommerzielle Ethnografie, ethnografische Nutzerforschung, Innovationsentwicklung, angewandte Ethnografie

 

Curriculum Vitae

Magisterstudium an der Humboldt-Universität zu Berlin
(Fächerkombination: Europäische Ethnologie, Anglistik/Amerikanistik)

 

Interessen:

angewandte Ethnografie, kommerzielle Ethnografie, Ethnographic Praxis in Industry, neue Medien, Online-Offline-Ethnografie, Wikipedia, Fotografieren als soziale Praxis

 

Kontakt

Jörn Schulz
E-Mail: joern (at) joernschulz.de