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Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Europäische Ethnologie

Neuerscheinungen

 

Stadt erfahren (2017)Martina Klausner und Maren Heibges (Hrsg.)
Stadt erfahren
Ethnografische Explorationen urbaner Mensch-Umwelt-Beziehungen
 

Panama Verlag

Berlin 2017

Verkehrsinfrastrukturen wie U-Bahn-Systeme, E-Carsharing-Modelle oder Leihrad-Stationen sind unmittelbar mit dem städtischen Raum in seiner spezifischen Dichte verbunden: Nur dort, in der Stadt, können sie funktionieren und scheinen gleichzeitig ‚das Urbane’ mit hervorzubringen. Die alltäglichen Praktiken des Unterwegs-Seins stehen dabei in einem engen Verhältnis zur städtischen Umwelt als sinnlich-körperlich erfahrbarem, sozialen und immer zugleich materiellen Raum.

Die Untersuchung unterschiedlicher Mobilitätspraktiken in diesem Band eröffnet einen Blick darauf, wie Stadt und Mensch sich gegenseitig beeinflussen. Die Beiträge thematisieren zugleich die Spezifität urbaner Erfahrungen wie auch die Spezifik des Urbanen.

 


 

Das Humboldt-Forum (2016)Friedrich von Bose
Das Humboldt-Forum.
Eine Ethnografie seiner Planung

Kulturverlag Kadmos

Berlin 2016

Kaum ein Kulturprojekt findet hierzulande in den letzten Jahren eine so kontinuierliche feuilletonistische Aufmerksamkeit wie das in Berlin geplante Humboldt-Forum. Ab 2019 sollen im wiederaufgebauten Berliner Schloss unter anderem die ethnologischen Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin ausgestellt werden. Friedrich von Bose gibt erstmals grundlegende Einblicke in die Planungsprozesse des Großprojekts und diskutiert diese im Kontext der transnationalen Debatten über das Ausstellen außereuropäischer Kunst und Kultur.

Über mehrere Jahre hat der Autor Schlüsselakteure begleitet, Planungsrunden beigewohnt, Entwürfe gesichtet und Probeausstellungen analysiert. Das Ergebnis ist eine dichte Beschreibung der historischen Entstehungsbedingungen sowie der oftmals konflikthaften Aushandlungen, die der Planung des Humboldt-Forums zugrunde liegen.

 

Di Blasi, Johanna (2017): Friedrich von Bose: Das Humboldt-Forum. In: sehepunkt. Rezensionsjournal für die Geschichtswissenschaften. 17 (5) http://www.sehepunkte.de/2017/05/30407.html

 


 

Wie plant die Planung? (2016)Jan Lange und Jonas Müller (Hrsg.)
Wie plant die Planung? Perspektiven auf die Praxis räumlicher Planungen

Panama Verlag

Berlin 2016

Großprojekte wie Stuttgart 21 zeigen, dass Planungsprozesse immer stärker zu einem Thema öffentlicher Auseinandersetzung werden. Während Pläne öffentlich präsentiert werden, bleiben deren Werdegänge oder andere Aspekte planerischer Arbeitspraxis wie Denkstile und Planungsroutinen eher unterbelichtet.

Dieser Band eröffnet aus einer interdisziplinären Perspektive vielschichtige Einblicke in das Feld der räumlichen Planung und beleuchtet, wie städtische und andere Räume von Planer_innen gedacht und gemacht werden. Die Beiträge analysieren hierfür Planung mit Blick auf Planungskultur und -praxis. Sie untersuchen die gesellschaftspolitische Wirkung von Leitbildern oder Beteiligungsverfahren und thematisieren in Fallbeispielen, wie ethnografische Methoden mit Ansätzen der Raumplanung verknüpft werden können.

 


 

Emotionen im Spiel (2016)Friederike Faust und Stefan Heissenberger (Hrsg.)
Emotionen im Spiel. Beiträge zu einer Ethnologie des Sports

Panama Verlag

Berlin 2016

Sport lebt von Emotionen – ob auf dem Spielfeld, in den Publikumsrängen oder vor dem heimischen Fernseher. Sie spielen nicht selten eine handlungsleitende Nebenrolle in den Legenden und Mythen von großen Sportler_innen und Sportereignissen und werden dementsprechend vermarktet, gefördert und reguliert.

Der Band versammelt aktuelle ethnografische Perspektiven auf Sport als kulturelles Alltagsphänomen und fragt nach seinen emotionalen Dimensionen, Praktiken und Effekten. Die einzelnen Beiträge widmen sich dabei dem Sport und den sportartenspezifischen Emotionen entweder als Forschungsgegenstand oder untersuchen ausgehend vom Sport emotionale Dynamiken, die auch in andere gesellschaftliche Bereiche hineinreichen.

 


 

Körpertechnologien (2016)Katrin Amelang, Sven Bergmann und Beate Binder (Hrsg.)
Körpertechnologien. Ethnografische und gendertheoretische Perspektiven

Panama Verlag

Berlin 2016

Zu manchen Zeiten stehen Körper und Geschlecht im Scheinwerferlicht wissenschaftlicher Aufmerksamkeit, dann wieder laufen beide eher am Rande mit. Doch im Alltag sind sie allgegenwärtig: beim Boxen, auf der Arbeit oder im Online-Rollenspiel, als Fitness-Aufforderung, als Körpereinsatz während der Feldforschung oder in medizinischen Erklärungsmodellen.

Die versammelten Beiträge thematisieren historisch wie gegenwärtig Körper, Körperwissen und Körperpraktiken. Auf diese Weise feiert Körpertechnologien Körper im Plural, erinnert aber auch an die Ambivalenzen seiner Ent-Naturalisierung. Der Band lädt dazu ein, Körper als Forschungs-, Denk- und Analysekategorie erneut zu befragen – aus der Perspektive kulturanthropologischer Geschlechterforschung und darüber hinaus.

 


 

Urbane Aushandlungen (2016)Wolfgang Kaschuba, Dominik Kleinen, Cornelia Kühn (Hrsg.)
Urbane Aushandlungen. Die Stadt als Aktionsraum

Panama Verlag

Berlin 2016

Das Urbane liegt im Trend. Die Stadt wird von verschiedenen Akteuren als Handlungsraum neu entdeckt, erforscht und erkundet. Dabei verweisen urbane Räume auf Geschichte und sind zugleich – als Zentren sozialer Bewegung und als Bühnen performativer Praktiken – gefüllt mit Entwürfen für die Zukunft. Urbanität nimmt damit eine imaginäre Qualität an, die als Projektionsfläche zwar eng an den Stadtraum und seine Praktiken gebunden ist, aber ebenso weit über ihn hinausgeht.

Dieses Spannungsverhältnis zwischen Materialität und Imagination beschreibbar zu machen, ist Anliegen dieses Bandes. Die Einzelfallstudien beleuchten in ihrer historischen wie auch gegenwartsbezogenen Ausrichtung die Bedeutung und Verhandlung von Urbanität als einem essentiellen Bestandteil der Moderne.

 


 

Über Suizid. Ein Berlin-Buch (2015)Falk Blask, Wolfgang Knapp, Maren Michligk und Judith Willkomm (Hrsg.)
Über Suizid. Ein Berlin-Buch

Panama Verlag

Berlin 2015

Über Suizid. Ein Berlin-Buch bündelt kleine und große Geschichten, Momentaufnahmen und Episoden, die das Thema Suizid und die Stadt Berlin miteinander verbinden. Das Buch nähert sich diesem Thema über Porträts, Orte, Interviews, Abschiedsbriefe und andere Dokumente aus den letzten 100 Jahren.

 


 

Prettin liegt in Deutschland (2015)Nicole Hördler
Prettin liegt in Deutschland: Stadt und Land zwischen Aufbruch, Resignation und Identitätssuche, 1990 bis 2010

Metropol-Verlag

Berlin 2015

Die ethnologische Feldstudie untersucht den Transformationsprozess der ostdeutschen Kleinstadt Prettin (Sachsen-Anhalt) vom letzten Jahrzehnt vor dem Zusammenbruch der DDR bis in die Gegenwart. Ziel ist es, übergreifende Zusammenhänge städtischen und ländlichen Wandels zu beschreiben sowie Kontinuitäten und Brüche lokal und vergleichend zu analysieren und zu bilanzieren.

Die Autorin kann das oft reproduzierte Bild, der Osten Deutschlands sei durch hohe Arbeitslosigkeit und Abwanderung in Depression und Lethargie gefallen, differenzieren. Sie zeigt, dass trotz extremer wirtschaftlicher, kultureller und sozialer Veränderungen ein breites Engagement für Prettin existiert. Ehrenamtliches Handeln und das Wohl der Gemeinde stehen nicht selten über prekären finanziellen und beruflichen Verhältnissen. Die Heimat und der Mikrokosmos der Lokalgemeinde werden zum Eckpfeiler nicht nur von gemeinschaftlicher Sicherheit, sondern auch von neuer Identität und ersetzen die überkommene DDR-Sozialisation. (Metropol-Verlag, 2015)

 


 

Choreografien psychiatrischer Praxis (2015)Martina Klausner
Choreografien psychiatrischer Praxis: Eine ethnografische Studie zum Alltag in der Psychiatrie

transcript: VerKörperungen

Bielefeld 2015

In einer psychiatrischen Klinik werden Menschen mit schweren psychischen Krisen behandelt. Doch wie wird Psychiatrie eigentlich praktiziert? Wie werden psychische Erkrankungen im Klinikalltag diagnostiziert und behandelt? Und nicht zuletzt: Was bedeutet es, längerfristig mit einer psychischen Erkrankung zu leben?

In ihrer ethnografischen Studie einer Berliner Sozialpsychiatrie geht Martina Klausner diesen Fragen nach und arbeitet heraus, mit welchen Vorstellungen von psychischer Erkrankung und Gesundheit die Behandelnden wie auch die Betroffenen im Alltag umgehen. Es entsteht ein ambivalentes Bild, das die vielfältigen Anstrengungen, gute Behandlung zu leisten, nachzeichnet. (transcript Verlag, 2015)

 


 

Abseitiges (2015)Katrin Amelang, Silvy Chakkalakal (Hrsg.)
Abseitiges: An den Rändern der Kulturanthropologie

Panama Verlag: Berliner Blätter (Band 68)

Berlin 2015

Die kulturwissenschaftlichen Aufsätze, Geschichten und Gedichte in diesem Band beleuchten (vermeintliche) disziplinäre und thematische Ränder. Sie beschäftigen sich mit randständigen Forschungsmethoden, mit Außenseiter_innen und Grenzgänger_innen der Disziplinen, mit abseitigen Themen und Genres. Abseitiges ist ein experimentell-fragend-suchender Band mit Beiträgen aus dem breiten internationalen Kontext der Kulturanthropologie. Er behandelt das Abseitige als eine Kategorie der Bezüge und Verhältnisse, als eine Denkfigur der Kritik, als einen unlösbaren Zustand der Paradoxie und nicht zuletzt als ein verlockendes Versprechen.

Mit Beiträgen von Silvy Chakkalakal, Katrin Amelang, Jens Wietschorke, Friedrich von Bose, An Deming, Jonas Tinius, Jen Jack Gieseking, Sven Bergmann, Stefan Wellgraf, Alexa Färber, Anne Dippel, Ina-Maria Greverus, Viktoriya Volodko, Richard Albrecht, Kathrin Leipold, Michel Massmünster, Beate Binder und Shaka McGlotten.

 


 

Dichten und Denken in Österreich (2015)Anne Dippel
Dichten und Denken in Österreich: Eine literarische Ethnographie

Turia + Kant

Wien 2015

Anne Dippel hat auf der Basis von zweieinhalb Jahren Feldforschung und Archivrecherche ein ungewöhnliches Spektrum österreichischer Identität erschlossen. Dazu gehört wesentlich der Bereich der Kulturproduktion, insbesondere der Literatur die, so wie der Film und andere Künste, in Österreich eine unverwechselbare Signatur aufweist. Sprache, Nation und Kultur sind gemacht, nicht gegeben. Am Beispiel Österreichs lässt sich wie bei kaum einem anderen Land des heutigen Europa der komplexe Prozesscharakter kollektiver Identität veranschaulichen. Dieser Sachverhalt gewinnt durch den ethnographischen Blick einer in Österreich lebenden »Ausländerin« aus Deutschland neue Plastizität. Vor dem Hintergrund der österreichischen Geschichte bis hinein in die Gegenwart der weltweiten Verflechtungen und kulturellen Differenzkriege, anhand von vielen Gesprächen mit Akteuren und Akteurinnen der österreichischen Kulturszene, wird die Besonderheit des österreichischen Verhältnisses zur deutschen Sprache, das Dichten und Denken in Österreich, sichtbar. (Turia + Kant, 2015)

 


 

Arbeit anders denken (2015)Dominik Scholl
Arbeit anders denken: Ethnografische Perspektiven auf Narrative der Arbeit

Panama Verlag

Berlin 2015

Der Wandel der Arbeit ist sowohl eine gesellschaftliche Erzählung als auch eine Herausforderung, die individuell in der eigenen Arbeitsbiografie bewältigt werden muss. Basierend auf einer ethnografischen Forschung porträtiert Arbeit anders denken Kleinselbständige, die über das Gärtnern, Werkeln, Nähen oder Handeln neue Verständnisse von Arbeit entwickeln. Das Buch eröffnet eine wirtschaftsanthropologische Perspektive auf die Frage, wie Arbeit jenseits der in der gegenwärtigen Debatte dominanten Begriffe konzeptualisiert werden kann.

 


 

Objekt, Bild und Performance (2015)Beatrix Hoffmann, Steffen Mayer (Hrsg.)
Objekt, Bild und Performance: Repräsentationen ethnographischen Wissens

Panama Verlag: Berliner Blätter (Band 67)

Berlin 2015

Die durch die postkoloniale Kritik offengelegte Krise der Repräsentation stellt seit rund 25 Jahren eine existenzielle Herausforderung in der Vermittlung (ethnologischer) ethnographischer Inhalte dar. Die Beiträge dieses Bandes diskutieren anhand von Filmen, Objekten und Performances die aktuelle Relevanz postkolonialer, multiperspektivischer und partizipativer Konzepte für die Arbeitspraxis ethnogra(f)phischer Vermittlung. Sie stellen neue Formen und Orte der Repräsentation vor und fragen nach deren demokratischem Zugang sowie subversiven und widerständigen Nutzungsmöglichkeiten.

Mit Beiträgen von Beatrix Hoffmann, Steffen Mayer, Silvy Chakkalakal, Helmut Groschwitz, Ulrich Hägele, Florian Walter, Steffen Köhn, Sabine Manke, Lukasz Nieradzik, Elisabeth Timm, Anna Seiderer und Julia T. S. Binter.

 


 

Die Kunst gehört dem Volke? (2015)Cornelia Kühn
Die Kunst gehört dem Volke? Volkskunst in der frühen DDR zwischen politischer Lenkung und ästhetischer Praxis

LIT Verlag: zeithorizonte

Münster 2015

In der Kulturpolitik der DDR wurden in den fünfziger Jahren die Volkskunsttraditionen als „nationale Volkskultur“ aufgewertet und als Breitenkultur zur Bildung und Erziehung eines sozialistischen Menschen staatlich gefördert. Die damit verbundene politische Ideologisierung der Volkskunst wird von der Autorin als eine Praxis der Aushandlung und Interaktion auf der mittleren kulturpolitischen Ebene betrachtet. Die in der Studie dargestellten Konflikte und Dissonanzen zwischen den kulturpolitischen Programmen einerseits und den lokalen Traditionen und Praxen andererseits veranschaulichen die divergierenden Auffassungen und die vielfältigen Nutzungen der Volkskunst in der frühen DDR. Dabei werden die Strukturen und Grenzen einer „Erziehungsdiktatur“ sichtbar. 

 


 

Die Welt im Licht (2015)Esther Sabelus, Jens Wietschorke
Die Welt im Licht: Kino im Berliner Osten 1900–1930

Panama Verlag

Berlin 2015

Das frühe Kino ist eine faszinierende Welt greller Lichtreklamen, strahlender Filmpaläste und dunkler Hinterhofkaschemmen. Aus Abenteuerlust und missionarischem Eifer gingen zu Beginn des
20. Jahrhunderts Pastoren, Lehrer und Studenten in die Arbeiterviertel Berlins, um die sozialen Verhältnisse und den unaufhaltsamen Aufstieg der Massenkultur zu erforschen.

Esther Sabelus und Jens Wietschorke präsentieren in „Die Welt im Licht“ erstmals die Forschungsnotizen, Reportagen und Kartierungen, die im Rahmen dieser Expeditionen entstanden sind, und betten diese in eine Kulturgeschichte des städtischen Massenvergnügens ein. Eine Kinokarte sowie eine umfassende Dokumentation vervollständigen dieses Kompendium der Kinolandschaft im Berliner Osten. (Panama Verlag, 2015)

 


 

Visual Kei (2014)Nadine Heymann
Visual Kei: Körper und Geschlecht in einer translokalen Subkultur

transcript: Queer Studies

Bielefeld 2014

Visual Kei ist mit der Jahrtausendwende von Japan nach Europa gekommen. Die Subkultur zeichnet sich durch ästhetische Inszenierungspraxen aus, in denen Konzeptionen von Körper und Geschlecht fluide erscheinen. Die vertraute Geschlechtsbinarität wird überschritten: Eine Zuordnung zu den Polen »männlich« oder »weiblich« wird erschwert und auch heterosexuelles Begehren wird in Frage gestellt.
Wie konstituieren sich Subjekte in und durch Praxis? Und wie werden sie darin anerkannt, möglich und lebbar? Nadine Heymanns ethnographische Studie geht diesen Fragen vor dem Hintergrund von Bourdieus Theorie der Praxis und Butlers Konzept der Performativität nach. (transcript Verlag, 2014)

 


 

Tempelhof. Das Feld (2014)Wolfgang Kaschuba, Carolin Genz (Hrsg.)
Tempelhof. Das Feld – Die Stadt als Aktionsraum

Institut für Europäische Ethnologie (Selbstverlag)

Berlin 2014

Der Titel spielt natürlich auf beides an: auf das alte Flugfeld Tempelhof, das mittlerweile zu einem experimentellen „Feld“ urbaner Kulturen und Praktiken geworden ist. Aber auch auf das Konzept der Feldforschung: also auf die genaue Beobachtung und Analyse dieser Nutzungen im Rahmen des Studienprojektes. Und diese Nutzungsweisen wie die Akteure decken ein breites Spektrum ab: von Sport bis Picknick, von Radfahren bis Grillen, von Urban Gardening bis Kunst – dazu in Gruppierungen und Konfigurationen, die sozial wie kulturell keineswegs einfach zu verorten sind, sondern vielfältig „vermischt“. In der Broschüre „Tempelhof. Das Feld“ finden sich die Ergebnisse der Beobachtungen dieser Aktions- wie Bewegungsformen ”im Feld“, ihrer jeweiligen Organisierungs- und Mobilisierungsformen, ihre Legitimations- wie Repräsentationspoliltiken.

Vollansicht der Publikation

 


 

Erlebnisgemeinschaft (2014)Marcus Merkel
Erlebnisgemeinschaft. Über die Inszenierung von Gemeinschaft seit Beginn der europäischen Moderne

Panama Verlag

Berlin 2014

Gemeinschaft ist das Gefühl von Zusammengehörigkeit. Es ist ein flüchtiges Gefühl, das im Erlebnis von Gemeinschaftlichkeit immer wieder neu erzeugt und bestärkt werden muss. Marcus Merkel analysiert Inszenierungskonzepte von Gemeinschaft in Theater und Fest seit der Aufklärung und zeigt, dass die Erlebnisgemeinschaft nicht erst ein Phänomen der postmodernen Erlebnisgesellschaft ist.

 


 

Die Welt in Bildern (2014)Silvy Chakkalakal
Die Welt in Bildern. Erfahrung und Evidenz in Friedrich J. Bertuchs „Bilderbuch für Kinder“

Wallstein Verlag

Göttingen 2014

Die erste umfassende Studie zum ersten enzyklopädisch ausgerichteten natur- und weltkundlichen Sachbuch im deutschsprachigen Raum.
Friedrich J. Bertuchs »Bilderbuch für Kinder« erschien zwischen 1790 und 1830 in 237 Einzelheften mit 1.186 Kupfertafeln. Wie auch andere wissenschaftliche Werke der Zeit brachte es die neuesten Entdeckungen in die bürgerliche Lebenswelt. Damit war es eines der ersten und umfangreichsten enzyklopädisch ausgerichteten Sachbücher in Deutschland. Hatte Basedows philanthropisches »Elementarwerk« (1770) allgemein bekannte Dinge und Begebenheiten nahegebracht, setzte Bertuch weitgehend Exotisches und Unbekanntes ins Bild.

Silvy Chakkalakal verbindet eine kulturanalytische Auseinandersetzung mit den erkenntnistheoretischen Debatten über sinnliche Wahrnehmung, anschauende Erkenntnis und kindliche Sehweisen. Anhand der Bilder untersucht sie den zeitgenössischen Entwicklungsgedanken der Anthropologie, Pädagogik, Naturgeschichte, Geologie und der frühen Ethnographie. Mit der Erkenntnis, dass deren Wissenschaftsgeschichte ohne Visualisierungen nicht zu verstehen ist, leistet die Untersuchung einen wichtigen Beitrag zur Bild- und Wahrnehmungsgeschichte um 1800.

 


 

Alltag in der Psychiatrie im Wandel (2014)Milena D. BisterJörg Niewöhner (Hrsg.)
Alltag in der Psychiatrie im Wandel. Ethnographische Perspektiven auf Wissen, Technologie und Autonomie

Panama Verlag: Berliner Blätter (Band 66)

Berlin 2014

Die psychiatrische Versorgungslandschaft durchläuft derzeit in Berlin wie anderenorts einen signifikanten Wandel in Richtung »offener« Behandlungsangebote. »Offen« bezeichnet dabei den Wunsch, den Psychiatrie-erfahrenen Menschen mehr Mitsprache in der Therapie zukommen zu lassen. Recovery-Gruppen, Behandlungskonferenzen oder das gemeinsame Formulieren von Arztbriefen sind Beispiele dieser neuen Formen.
Der vorliegende Band nimmt diese Änderungen als konkrete Praktiken in ihren klinischen Alltagen ethnographisch unter die Lupe. Ausgehend von Ansätzen der Wissensanthropologie, der Science and Technology Studies und der feministischen Anthropologien fokussiert der Band Fragen von Wissen, Technologie und Autonomie im gegenwärtigen Versorgungsalltag.

Mit Beiträgen von Sabine Biedermann, Patrick Bieler, Milena D. Bister, Nadine Gloss, Jennifer Hartl, Wiebke Hemme, Hanae Ikehata, Natalie Jankowski, Ruzana Liburkina, Jörg Niewöhner, Judith A. Rädlein, Alexandra Samaras, Georgia Samaras, Valeria Sambale, Lydia Sertori und Laura Stähler.

 


 

Vom Rand ins Zentrum (2014)Forschungslabor Migration (Hrsg.)
Vom Rand ins Zentrum. Perspektiven einer kritischen Migrationsforschung

Panama Verlag: Berliner Blätter (Band 65)

Berlin 2014

»Entmigrantisierung der Migrationsforschung« und »Migrantisierung der Gesellschaftsforschung«: Diese Formeln fassen eine Diskussion pointiert zusammen, die wir im Berliner Labor Migration mit dem Ziel führen, aktuelle Eng-pässe und Sackgassen der Migrationsforschung kritisch zu überdenken. In diesem Band stellen wir perspektivisch einige Auswege vor, die sich daraus ableiten lassen. Migration kann nicht isoliert am Rand der Gesellschaft konzipiert werden, wenn sie als konstitutiv für alle Bereiche unseres Lebens erkannt wird – für Kultur, Ökonomie, Recht, Politik, Grenzen, Stadt, Europa. Diese Blickverschiebung in Richtung »Zentrum« braucht jedoch neue Kategorien, neue Zuschnitte, neue Fragestellungen: für eine Forschung, die sich der Gesellschaft widmet, die Migration hervorbringt.

Mit Beiträgen von Manuela Bojadžijev, Elena Fontanari, Dorothee ­Frings, Urmila Goel, Duygu Gürsel, Jule Karakayali, Serhat Karakayali, Johanna Karpenstein, Katrin Lehnert, Barbara Lemberger, Carolin Leutloff-Grandits, Doris Liebscher, Regina Römhild, Nina Violetta Schwarz, Nora Sternfeld, Stephen Sulimma, Ceren Türkmen und Birgit zur Nieden.

 


 

Ausweichrouten der Reproduktion (2014)Sven Bergmann
Ausweichrouten der Reproduktion: Biomedizinische Mobilität und die Praxis der Eizellspende

Springer VS

Wiesbaden 2014

Immer mehr Paare und Singles mit Kinderwunsch fahren für eine reproduktionsmedizinische Behandlung ins Ausland; dieses Phänomen wird oft als „Reproduktionstourismus“ bezeichnet. Doch im Mittelpunkt der ethnografischen Studie von Sven Bergmann stehen keine Urlaubsaktivitäten, sondern Ausweichpraktiken wie das Umgehen des Verbots der Eizellspende in Deutschland. Ausgangspunkt der Untersuchung sind zwei Infertilitätskliniken in Spanien und Tschechien. Mittels welcher Praktiken wird in diesen Kliniken Verwandtschaft hergestellt? Welche Rolle spielen Anonymität, Ähnlichkeit und Imagination, wenn Keimzellen (Sperma und Eizellen) oder Embryonen von unbekannten Dritten gespendet werden? Fragen wie diesen geht der Autor auf der Basis von teilnehmender Beobachtung und Interviews nach. (Springer VS, 2014)

 


 

Transplantierte Alltage (2014)Katrin Amelang
Transplantierte Alltage: Zur Produktion von Normalität nach einer Organtransplantation

transcript: VerKörperungen

Bielefeld 2014

Eine Organtransplantation verspricht Schwerkranken, wieder zu einem „normalen Alltag“ zurückzufinden. Doch wie gelingt ihnen dies? Katrin Amelangs ethnografische Studie gibt Einblick in die Erfahrungswelten Lebertransplantierter und leuchtet die Verschränkung von klinischen und alltäglichen Praktiken in ihren Körpern und Leben detailliert aus. Indem sie sich der unspektakulären Seite der Organtransplantation widmet und die Selbstverständlichkeiten des Alltags unter die Lupe nimmt, durchkreuzt sie die übliche Gegenüberstellung von „außergewöhnlicher“ Transplantationsmedizin und »unproblematischem« Alltag und stellt so beide auf den Prüfstand. (transcript Verlag, 2014)

 


 

Formation des Politischen (2014)Jens Adam, Asta Vonderau (Hrsg.)
Formationen des Politischen: Anthropologie politischer Felder

transcript: Kultur und soziale Praxis

Bielefeld 2014

„Alternativlos“ ist zu einem Schlagwort in gegenwärtigen politischen Debatten geworden. Der Begriff steht für einen Politikstil, der neoliberale Regierungslogiken mit zunehmend autoritären Argumentationsfiguren verknüpft. Die in diesem Buch versammelten Beiträge bieten eine alternative Perspektive auf aktuelle politische Prozesse und Machtfelder – etwa durch den Fokus auf „Policies“ als wirkmächtige Organisationsformen (spät-)moderner Gesellschaften, durch die ethnographische Verfolgung der lokalen, nationalen und transnationalen Effekte von politischen Entscheidungen oder durch das Aufspüren neuartiger (Macht-)Formationen aus Individuen, Institutionen, Ressourcen und Wissensbeständen. (transcript Verlag, 2014)

 


 

(K)information (2014)Maren Klotz
(K)information: Gamete Donation and Kinship Knowledge in Germany and Britain

Campus: Eigene und Fremde Welten

Frankfurt am Main 2014

Openness about sperm and egg donation and the regulation of donor anonymity or non-anonymity are new phenomena. How do affected families, clinics, and regulators deal with information about gamete donors and the donation itself? And how does this knowledge management contribute to the creation and enactment of kinship? Addressing these questions in Germany and Britain, this ethnography makes a comparative contribution to the empirical and theoretical analysis of kin-formation and social change. Maren Klotz reveals a contemporary renegotiation of the values of privacy, information-sharing, and connectedness as they relate to the social, clinical, and regulatory management of kinship information. Transparency, not genetics, is the moral imperative, and instead of an unambiguously discernible “geneticization,” her findings on donor non-anonymity and parental openness display a pattern of “transparentization.” This pattern represents a shift in authority over kinship away from the sometimes highhanded reproductive medical profession towards concerned groups, parents-by-donation, and policymakers. (Campus Verlag, 2014)

Bekommt ein Paar ein Kind mithilfe von gespendeten Ei- und Samenzellen, stellt sich die Frage, wie diese Familie mit dem Wissen um die Spende im Alltag umgeht. Maren Klotz untersucht, wie Verwandtschaft vor diesem Hintergrund konstruiert wird. Sie zeichnet ein Bild von Familiengründung im 21. Jahrhundert, das weniger von einer Relevanz genetischen Wissens geprägt ist, als vielmehr von Transparenz und Informationsfreiheit als neuem moralischem Gebot. (Campus Verlag, 2014)

Ausgezeichnet mit dem Humboldt-Preis 2013 der Humboldt-Universität zu Berlin.

 


 

Kollegialität (2014)Götz Bachmann
Kollegialität: Eine Ethnografie der Belegschaftskultur im Kaufhaus

Campus: Arbeit und Alltag

Frankfurt am Main 2014

Angestellte im Einzelhandel stehen unter starkem Einsparungs- und Konkurrenzdruck. Welche Formen kollegialen Miteinanders können sich hier behaupten? Götz Bachmann beschreibt in seiner Ethnographie den Arbeits- und Pausenalltag weiblicher Kaufhausangestellter. In ihrem alltäglichen Kampf um gemeinsame Pausen und ihrem Umgang miteinander geraten die Frauen in Konflikte. Zugleich gelingt es ihnen, auch unter widrigen Umständen Achtsamkeit zu leben und Herrschaftsverhältnisse neu auszuformen. (Campus Verlag, 2004)

 


 

Walks on the Wild Side (2013)Rolf Lindner
Walks on the Wild Side: en historia om stadsforskning

Égalité: Chicagoskolan

Malmö 2013

Svenska/Schwedisch (Übersetzung: Gunnar Sandin)

Rolf Lindners Werk Walks on the Wild Side: Eine Geschichte der Stadtforschung, das im Jahr 2004 erschienen ist, wurde kürzlich auf Schwedisch übersetzt und ist nun im Malmöer Verlag Égalité erschienen, mit einer Enleitung von Mats Franzén (Universität Uppsala).

„Stadsforskningens historia är en berättelse om utforskningen av ‚andra platser‛, om stadens fattigkvarter, om dess outsiders. I Walks on the Wild Side sträcker den sig från Henry Mayhews omfångsrika arbete om Londons fattiga vid mitten av 1800-talet till den undersökning av Chicagos South Side, som Loïc Wacquant genomförde strax före millenniumskiftet genom att först lära sig professionell boxning. I denna sin genomgång av metodologiskt och analytiskt banbrytande stadsstudier behandlar Rolf Lindner också stadsetnografi ska teman och metoder och redovisar och diskuterar etnografers motiv för, och besatthet av, att ständigt belysa stadens oönskade, skrämmande delar.“ (Égalité, 2013)

„Die Geschichte der Stadtforschung ist eine Geschichte der Erforschung ‚anderer Räume‛, der Quartiere der Armen, der Außenseiter. Entlang methodisch wie analytisch bahnbrechender Studien – von Henry Mayhews Großwerk über die Londoner Armen bis hin zum Projekt des Bourdieu-Schülers Loïc Wacquant, der das professionelle Boxen lernte, um die Chicagoer South-Side zu erkunden – lässt Rolf Lindner die Geschichte der Stadtforschung seit dem 19. Jahrhundert Revue passieren. Er führt in Themen und Methoden der Stadt-Ethnografie ein und berichtet auch von den Motiven und Obsessionen der Forscher, die es immer wieder in die unheimlichen Teile der Stadt gezogen hat.“ (Campus Verlag, 2004)

 


 

Zur Untermiete in St. Petersburg (2013)Katja Grote
Zur Untermiete in St. Petersburg. Eine Ethnografie von Räumen und Ordnungen

LIT Verlag: zeithorizonte

Berlin 2013

Die ethnografische Studie spürt dem Alltag städtischen Wohnens im postsowjetischen Russland nach. Die Autorin beleuchtet private Untervermietungen als informelle Nischenökonomie von Frauen, fragt nach den mit dem Zerfall der Sowjetunion einhergehenden biografischen Brüchen und den alltäglichen Praxen des Zusammenlebens. Vordergründige Konflikte um Sauberkeit oder Einrichtung und Nutzung der Wohnung erweisen sich als Ringen um ein Stück Privatheit angesichts räumlicher Enge und vielschichtiger Abhängigkeiten. Immer wieder schimmert dabei das kulturelle Erbe der Sowjetgesellschaft durch.

Dr. Katja Grote studierte Europäische Ethnologie und Gender Studies an der Humboldt-Universität zu Berlin und forschte am Centre for Independent Social Research in St. Petersburg.

 


 

Jenseits des Eurozentrismus (2013)Sebastian Conrad, Shalini Randeria, Regina Römhild (Hrsg.)
Jenseits des EurozentrismusPostkoloniale Perspektiven in den Geschichts- und Kulturwissenschaften (2., erweiterte Auflage)

Campus Verlag

Frankfurt 2013

Dieses Standardwerk enthält zentrale Texte zu postkolonialen Ansätzen in den Geschichts- und Kulturwissenschaften. Es lädt dazu ein, die europäische Geschichte im Kontext von Kolonialismus und Imperialismus neu zu denken und den Blick zu öffnen für die Verflechtungen zwischen der europäischen und der außereuropäischen Welt.

Die 2., erweiterte Auflage wurde um aktuelle Texte ergänzt, die das postkoloniale Europa der Gegenwart beleuchten. Die Einleitung zur Neuauflage erörtert, warum eine postkoloniale Perspektive unerlässlich ist – ebenso für die gegenwärtige Wissensproduktion wie für ein kritisches Verständnis heutiger europäischer Gesellschaften und Politik.

 


 

Update in Progress (2013)Falk Blask, Joachim Kallinich, Sanna Schondelmayer (Hrsg.)
Update in Progress. Beiträge zu einer ethnologischen Medienforschung

Panama Verlag: Berliner Blätter (Band 64)

Berlin 2013

Die digitale Revolution wirkt tief hinein in unseren Alltag. Das Netz ermöglicht neue Wege der Übermittlung von Informationen und der Kommunikation; Smartphones und iPads stehen exemplarisch für veränderte Formen der Mediennutzung. Dies ist eine Herausforderung für die ethnologisch-kulturwissenschaftliche Forschung, die Perspektiven auf digitale Alltagspraxen öffnet und analysiert, welche Funktion die neuen Medien in der Lebenswelt verschiedener Gruppen haben.Sie leistet damit einen Beitrag zur jüngsten Mediengeschichte wie zum Verständnis der gegenwärtigen Kultur.

Mit Beiträgen von / with contributions by Christoph Bareither, Hermann Bausinger, Falk Blask, Christian Blumhagen, Dennis Eckhardt, Meret Eikenroth, Lina Ewert, Joachim Kallinich, Fiona Krakenbürger, Michael Metzger, Fabio Santos, Jan Schnorrenberg, Sanna Schondelmayer, Michael Westrich und Anja Zeutschel.

 


 

Generation koscher light (2013)Alina Gromova
Generation »koscher light«: Urbane Räume und Praxen junger russischsprachiger Juden in Berlin

transcript: Kultur und soziale Praxis

Bielefeld 2013

»Welche Rolle spielen räumliche Aspekte für die Identitätsarbeit und Gemeinschaftsbildung junger russischsprachiger Juden, die heute in Deutschland leben? Alina Gromova hat 15 junge Erwachsene ein Jahr lang durch ihren Alltag begleitet und ist ihnen an Orte wie jüdische Treffs und Partys, Cafés und Wohnungen, Synagogen und Clubs gefolgt. Die Analyse von Begegnungen zwischen jüdischen, russischen, deutschen, israelischen und muslimischen Traditionen offenbart einen ungezwungenen Umgang mit jüdischer Religion und Symbolik, jüdischer Essenstradition und Mode. Diese ethnologische Studie zeigt: Es ist ein Umgang „koscher light“, in dem sich Religion und Tradition nach den Gesetzen der Urbanität richten.«

 


 

Vielfalt plus Zusammenhalt (2013)Barbara Kiepenheuer-Drechsler
Vielfalt plus Zusammenhalt: Eine ethnologische Perspektive auf die Praxis Berliner Integrationspolitik

transcript: Kultur und soziale Praxis

Bielefeld 2013

»Über Integration wird viel gesprochen – seltener wird jedoch danach gefragt, wer auf welche Weise an integrationspolitischen Interventionen beteiligt ist und diese ausgestaltet. In diesem Buch wird die Komplexität und Widersprüchlichkeit des sozialen Lebens eines Integrationsprojektes nachgezeichnet. Dabei kommen alle Akteure zu Wort: Sachbearbeiterinnen einer Behörde ebenso wie männliche Jugendliche mit Migrationshintergrund. Mit ihrer ethnologischen Feldforschung im Feld der „Integrationspolitik“ geht Barbara Kiepenheuer-Drechsler den diversen Aushandlungen, Übersetzungen und Repräsentationsstrategien nach, die das soziale Leben dieser Politik ausmachen.«

 


 

Texturen einer Stadt (2013)Christiane Schwab
Texturen einer Stadt: Kulturwissenschaftliche Lektüren von Sevilla

Campus Verlag

Frankfurt 2013

»Eine Stadt ist wie ein offenes Buch. Als eine zeichenhafte Textur mit eingeschriebenen kulturellen Mustern prägt sie die Lebensformen ihrer Bewohner und legt bestimmte Arten des Umgangs mit Herausforderungen wie Gentrifizierung oder demografischem Wandel nahe. Auf den Spuren der Mythen Sevillas führt Christiane Schwab durch diese im äußersten Südwesten Europas gelegene Stadt. Die Autorin verknüpft historische Figuren und Ereignisse, ikonische Bauten, urbane Vorstellungswelten und Formen des Freizeit- und Arbeitslebens zu einer facettenreichen Interpretation Sevillas.«

 


 

Participative Strategies (2013)Léontine Meijer-van Mensch, Elisabeth Tietmeyer (Hrsg.)
Participative Strategies in Collecting the Present

Panama Verlag: Berliner Blätter (Band 63)

Berlin 2013

Museums need to find answers to what it means to be part of a participative culture, a culture in which members believe that their contributions matter and feel some degree of social connection with one another. In documenting contemporary culture, participative projects add new perspectives to collections. At the same time they provide participants with a better understanding of the specificity of museum work. This better understanding fosters people’s sense of ownership in a museum. Yet, the participative method of collecting is not uncontested. It may question the autonomy and authority of the museum professional, involving a redefinition of the professional as an external expert acknowledging the expert knowledge of the individual and the community itself.

Mit Beiträgen von / with contributions by Zvjezdana Antoš, Zelda Baveystock, Pina Cardia, Kathrina Dankl, Christine Fredriksen, Dennis Herrmann, Angela Jannelli, Aleksandra Janus, Dorota Kawecka, Renée Kistemaker, Jonas Koch, Arjen Kok, Léontine Meijer-van Mensch, Peter van Mensch, Tena Mimica, Tanja Roženbergar, Elisabeth Tietmeyer, Thomas Michael Walle, Markus Walz und Annemarie de Wildt.

 


 

Ein Proll mit Klasse (2013)Moritz Ege
„Ein Proll mit Klasse“: Mode, Popkultur und soziale Ungleichheiten unter jungen Männern in Berlin

Campus Verlag

Frankfurt 2013

» Die umgangssprachliche Rede vom „Prolligen“ verdeutlicht, wie im alltäglichen Kommentieren von Kleidung, Körperhaltung oder Frisur die wechselseitige Antipathie von sozialen Gruppen mitverhandelt wird. Wie hängen die eigenmächtige Stilisierung als „Proll“ und die feindselige oder spöttische Etikettierung von außen zusammen? Was bedeutet zum Beispiel die Aussage, man sei „auch nur ein Proll, aber ein Proll mit Klasse“? Auf der Grundlage ethnografischer Forschung bietet Moritz Ege Einblicke in solche „Klassifikationskämpfe“ und in die Lebenswirklichkeit junger Männer, deren proletenhafte Stilpraxis als Bedrohung und Provokation wahrgenommen wird. Dadurch kommen erstmals junge Erwachsene selbst zu Wort, die sonst nur Gegenstand von Debatten um gesellschaftliche Entwicklungen sind. «

 


 

Geschlecht – Sexualität (2013)Beate Binder (Hrsg.)
Geschlecht – Sexualität. Erkundungen in Feldern politischer Praxis

Panama Verlag: Berliner Blätter (Band 62)

Berlin 2013

Geschlechter-Gerechtigkeit, Anerkennung sexueller Diversitäten, Antidiskriminierungsarbeit – diese Ziele haben sich gegenwärtig verschiedenste Initiativen, Projekte und Institutionen auf die Fahnen geschrieben. Sie organisieren Bildungs-, Beratungs- und Unterstützungsangebote und informieren die Öffentlichkeit über geschlechtliche und sexuelle Diskriminierung und Ausgrenzung. Die vorliegenden Beiträge befragen dieses Feld alltäglicher politischer Praxis: Wie werden abstrakte Ziele zu konkreter Praxis? Mit welchem Selbstverständnis agieren Personen in diesem Feld? Welches Wissen wird für die Interventionen in die gesellschaftliche Geschlechter-Ordnung genutzt?

Mit Beiträgen von Beate Binder, Andrea Bunckenburg, Gloria Goldner, Christine Görn, Patrick Henze, Kathrin Kremer, Alik Mazukatow, Julia Röder, Lukas Schliephake, Corinna Schmechel, Anita Stahl, Christine Weingarten und Janine Wulzt.

 


 

(aus)tauschen (2013)Sebastian Mohr, Lydia-Maria Ouart, Andrea Vetter (Hrsg.)
(aus)tauschen | Erkundungen einer Praxisform

Panama Verlag: Berliner Blätter (Band 61)

Berlin 2013

Austausch stiftet soziale Beziehungen und prägt darüber gesellschaftliche Verhältnisse: sei es beim Tausch von materiellen Gütern oder auf einer immateriellen Ebene des Wissens, der Erfahrungen und Gefühle. Die hier versammelten Beiträge beschäftigen sich aus einer ethnografischen Perspektive mit Austausch als Alltagsphänomen und Praxisform. Über die klassischen anthropologischen Themenfelder der Gabe und des Tauschhandels hinaus nehmen sie dabei auch neue Formen der wirtschaftlichen Produktion, Pflegebeziehungen, intergenerationelle Familienrelationen, Wissenschaftsgeschichte und Machtpolitiken von Nationalstaaten als Austauschpraktiken in den Blick.

Mit Beiträgen von Friederike Habermann, Sebastian Mohr, Lydia-Maria Ouart, Marguerite Rumpf, Christian Schönholz, Maria Olejaz Tellerup, Andrea Vetter und Nadine Wagener-Böck.

 


 

Eingreifen, Kritisieren, Verändern!? (2013)Beate Binder, Friedrich von Bose, Katrin Ebell, Sabine Hess, Anika Keinz (Hrsg.)
Eingreifen, Kritisieren, Verändern!? Interventionen ethnographisch und gendertheoretisch.

Verlag Westfälisches Dampfboot

Münster 2013

Es gilt erneut zu fragen, was unzufrieden macht!
Unter dem Stichwort „Interventionen“ versammelt dieser Band unterschiedliche Perspektiven auf ethnographische und geschlechterkritische Wissensproduktion, die kritisierend und verändernd in politische Konfliktfelder eingreifen will und auf vielfältige Formen der Kollaboration mit sozialen Bewegungen und gesellschaftlichen AkteurInnen setzt. Die Beiträge loten das Dazwischensein aus – zwischen ForscherInnen und Beforschten, zwischen Wissenschaft, Kunst und Aktivismus – und diskutieren, wie alltagsweltliche und wissenschaftliche Interventionen ethnographisch, praxistheoretisch und kulturanalytisch er- und beforscht werden können. Sie fragen, unter welchen institutionellen Bedingungen intervenierende Wissenspraxen gegenwärtig stattfinden und welchen Einfluss die zunehmende Ökonomisierung von Wissen auf ethnographisches Arbeiten hat. Und sie erkunden, wie aktuelle Entwicklungen und Positionen der feministischen kulturanthropologischen Geschlechterforschung auf die Fachgeschichte bezogen werden können. Der Band trägt so zur Diskussion über Möglichkeiten, Potentiale und Grenzen eingreifender Wissenschaftspraxen aus geschlechtertheoretischer und europäisch ethnologischer Perspektive bei.

Der Sammelband ist Ergebnis der Tagung (2011) der dgv-Kommission Geschlechterforschung.

 


 

Kontrolle öffentlicher Räume (2013)Elisa T. Bertuzzo, Eszter B. Gantner, Jörg Niewöhner, Heike Oevermann (Hrsg.)
Kontrolle öffentlicher Räume. Unterstützen Unterdrücken Unterhalten Unterwandern

LIT Verlag: zeithorizonte

Berlin 2013

Jegliche Gestaltung von Raum, ob in Form von Werbung oder städtebaulichen Maßnahmen, impliziert immer auch eine Ausübung von Kontrolle über diesen Raum. Sie negiert und erschwert alternative Nutzung. Der „weite“ Begriff der Kontrolle ist es, dem sich der Band „Kontrolle öffentlicher Räume“ aus verschiedenen disziplinären Perspektiven nähert. Er beschäftigt sich mit der Pluralität der Akteure, die einen Anspruch auf Gestaltung, und somit auf Kontrolle des Raums erheben; mit den unterschiedlichen Ausformungen und Modi von Kontrolle(n) und mit den Konsequenzen dieser Kontrolle für öffentliche Räume in Städten.

 


 

Arbeiterfreunde (2013)Jens Wietschorke
Arbeiterfreunde: Soziale Mission im dunklen Berlin 1911–1933

Campus: Campus Historische Studien

Frankfurt 2013

Im Oktober 1911 gingen bildungsbürgerliche Sozialreformer in die Arbeiterviertel im Osten Berlins: eine soziale Mission, in deren Mittelpunkt das Kennenlernen der Menschen und Verhältnisse im „dunklen Berlin“ stand. Sie wurde für ihre Teilnehmer zu einer „Schule des wirklichen Lebens“, in der sie Erfahrungen nachholen konnten, die ihnen ihre bürgerliche Sozialisation bislang vorenthalten hatte. Indem er die Begegnungen zwischen Bürgern und Arbeitern schildert, bietet Jens Wietschorke eine Mikrogeschichte der Klassengesellschaft in Kaiserreich und Weimarer Republik und leistet einen wichtigen Beitrag zum Verständnis bildungsbürgerlicher Mentalitäten.