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Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Europäische Ethnologie

Forschung

In meinem im September 2014 abgeschlossenen Promotionsprojekt habe ich den Planungsprozess des Berliner Humboldt-Forums untersucht, das 2019 im wieder errichteten Berliner Stadtschloss eröffnet werden soll. Unter dem Titel „Displays des Kolonialen: Eine Ethnographie des ‘Making-of’ des Berliner Humboldt-Forums“ habe ich eine ethnographische Untersuchung der Planungen an dem Projekt unternommen. Hier hat mich interessiert, unter welchen Perspektivierungen sich die Sammlungen des Berliner Ethnologischen Museums für die Berliner Mitte qualifiziert haben und wie sie dort ausgestellt werden sollen. Während sich ethnologische Museen gerade im deutschsprachigen Kontext noch bis vor einigen Jahren wenig zu Reformen herausgefordert sahen, ändert sich dies langsam: Die lange währenden Debatten über (Post-)Kolonialismus und die historischen Verstrickungen der völkerkundlichen Museen haben dazu geführt, dass auch die Museen selbst sich zunehmend mit der in den Sozial- und Kulturwissenschaften ausgerufenen „Krise der Repräsentation“ auseinandersetzen müssen. Mit Bezug auf die ganz unterschiedlichen an der Planung des Humboldt-Forums beteiligten Akteure und deren Praktiken habe ich untersucht, welche Konsequenzen im Berliner Kontext aus den historischen Problematiken ethnologischen Sammelns und Ausstellens gezogen werden. Anhand der Analyse der Genese des Humboldt-Forums möchte ich mit meiner Studie letztlich zu einem besseren Verständnis darüber beitragen, welche ganz unterschiedlichen Logiken einem solchen Museumsprojekt zugrunde liegen und wie diese analysiert werden können. Meine langjährige ethnographische Arbeit eröffnet den Blick auf die komplexen Dynamiken eines Großprojektes, das sich durch ein heterogenes Netzwerk aus unterschiedlichen Institutionen, Akteuren, Politiken und der öffentlichen Debatte auszeichnet. Getragen ist meine Forschung dabei nicht zuletzt von der Frage, wie ein gegenwartsbezogener und reflektierter Umgang mit ethnologischen Sammlungen aussehen kann, der die „Krise der Repräsentation“ auch als Chance für spannende Ausstellungen begreift.

 

Forschungsschwerpunkte

  • Theorien und Geschichte des Museums
  • Methoden der Museums- und Ausstellungsanalyse
  • Gender- und Postcolonial Studies, Erinnerungskulturen
  • Stadtforschung
  • Visual Culture Studies
  • Konsumkulturen in historischer Perspektive