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Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Europäische Ethnologie

Ausstellungen und Kunst

Temporäre Ausstellungen und Kunstwerke

seit Februar 2016
Ort: Flur im 1. OG

Ethno Graphic Novel – Abschlusspräsentation des Projekttutoriums Comics und Wissenschaft

Für zwei Semester beschäftigten sich Studierende im Projekttutorium „Von Superhelden, Mäusen und Pfeifen – Comic-Theorien und ihre Anwendungen“ mit verschiedenen Themen und Fragen rund um das Thema Comics. So wurden unter anderem verschiedene Definitionen, Fragen nach Rassismus und Stereotypen sowie die verschiedenen Ausdrucksmöglichkeit dieses besonderen Mediums diskutiert. Ein besonderer Fokus lag dabei auf dem Zusammenspiel von Comics und Wissenschaft. Können Comics wissenschaftliche Ergebnisse visualisieren und präsentieren? Hat eine solche Darstellung vielleicht sogar Vorteile gegenüber anderen Präsentationsmöglichkeiten? Und kann ein Comic selbst Teil einer Forschung sein? Zur Beantwortung dieser und anderer Fragen wurde der direkte Kontakt zu Experten aus Wissenschaftsbetrieb und Museum gesucht, die von ihren eigenen Erfahrungen und Plänen berichten. Ausstellungsbesuche und Vorträge über die ganz persönlichen Comic-Erfahrungen rundeten das Seminar ab. Zum Abschluss des Seminars ist nun eine Ausstellung entstanden, in der auf der Grundlage eines wissenschaftlichen Textes eigene Comics von den Studierenden gezeichnet wurden. Diese gestalten sich wie das Medium selbst: Bunt, vielfältig, ganz verschieden, aber immer interessant. Ansprechpartner: Paul Homrighausen

Mehr Informationen unter: www.ethno-graphic-novel.de

 

 

 

 

Auf der Suche nach dem ethnologischen Blick

bis Juli 2015

Ich ging in der Stadt so für mich hin,
und nichts zu suchen, das war mein Sinn.

So begann – goetheinspiriert und smartphonebewaffnet – die offene Motivsuche in der Stadt. Ziel des Seminars war es, in ethnologisches Sehen und Schreiben einzuführen und Fotos, auch Videos, als eigenständige Repräsentationsformen zu untersuchen und sie als Ergänzung und Erweiterung textdominanten Wissenserwerbs und Wissensvermittlung zu verstehen.

Jedes Foto, verwackelt oder überbelichtet, kann unabhängig von seiner formalästhetischen Qualität Gegenstand ethnologischer Reflexion sein: Das ethnologische Foto gibt es nicht, es muss ethnologisch interpretiert werden. Der ethnologische Blick ist ambivalent: er ist eingebunden in Erfahrung und Reflexion, verwoben und fragend zugleich.

Allein die Bildmotive sind Quelle der begleitenden Texte. Die Analyse und Interpretation  der Bilder sollte sich nicht auf das Faktische, das Sichtbare, das oft Banale und Oberflächliche beschränken, sondern darüber hinaus die Bedeutung herausarbeiten, die die Bildmotive für die Erkenntnis der modernen, komplexen und vielfältigen Großstadt haben.

Die Ausstellung ist der Versuch, ein anderes, ethnologisch gesehenes Berlin durch eine Vielzahl von Momentaufnahmen, dichten Augenblicken, Erfahrungen und Wahrnehmungen im Kontrast zum touristischen Blick des Postkartenberlins zu zeigen.

 

Was bleibt. 90 Jahre Ortsumsiedlungen im Lausitzer Kohlerevier

Oktober 2014 bis März 2015

1924 mussten in der Lausitz zum ersten Mal ein Ort und seine Bewohner dem Braunkohletagebau weichen. Seither hat sich dieser Vorgang 136 Mal wiederholt – und ein Ende ist derzeit nicht absehbar. „Was bleibt“ ist eine Wanderausstellung der Energiefabrik Knappenrode die eine Begegnung mit Bewohnern der umgesiedelten Dörfer Trebendorf-Hinterberg, Tzschelln und Buchwalde ermöglicht. Sie verfolgt den Wandel der Lausitzer Heide vom stillen Bauernland zur tagebaugeprägten Industrieregion. Und sie begibt sich auf Spurensuche: Was bleibt von einem verschwundenen Dorf und seinen Menschen? Welche Bilder finden sich, welche Dinge sind durch die Jahre an uns weitergereicht worden? Welche Geschichten können noch gehört werden und was berichten sie uns? Mit ihrer aspektreichen Erzählung und einer visuell eindringlichen wie überraschenden Gestaltung ist „Was bleibt“ in einer Zeit tief greifender energiepolitischer Debatten ein Diskussionsbeitrag aus spezifisch Lausitzer Perspektive, der keinen Besucher kalt lassen wird.

Kurator der Ausstellung ist Robert Lorenz, europäischer Ethnologe aus Berlin. Sie entstand im Auftrag des Fördervereins Lausitzer Bergbaumuseum e.V. und mit finanzieller Unterstützung von Vattenfall Europe Mining.

Mehr Informationen unter: www.was-bleibt-lausitz.de

 

Das klingende Sonntagsrätsel und die Postkontrolle in der DDR

Juli 2014 bis November 2014

Westliche Unterhaltungsprogramme waren für die Menschen in der DDR von großer Bedeutung. Sie waren aber auch ein Politikum. „Das klingende Sonntagsrätsel“, seit 1965 vom RIAS gesendet, war eine gesamtdeutsche Familiensendung, die bis heute überlebt hat. In den Archiven des Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen (BSTU) befinden sich 4500 an den RIAS adressierte Briefe und Postkarten aus der Zeit von 1982-1989, die dort nie ankamen. Sie wurden von der Stasi geöffnet, ausgewertet und einbehalten.

In einem zweisemestrigen Studienprojekt des Instituts für Europäische Ethnologie wurden die Archivbestände gesichtet, analysiert und interpretiert. Ergänzt durch Interviews mit dem damaligern Moderator der Sendung und HörerInnen entstand ein wichtiger Beitrag zur Postkontrolle der DDR und zur deutsch-deutschen Rundfunkgeschichte. Das Projekt wurde gefördert von der Humboldt-Universitäts-Gesellschaft.

Mehr Informationen zur Ausstellung und zum Projekt finden Sie im Booklet zur Ausstellung.

Die Ausstellung wurde vom Juli 2014 – November 2014 in den Räumen des Instituts für Europäische Ethnologie gezeigt und war vom 17.05–13.09.2015 nochmals im Industriesalon Schöneweide, Reinbeckstr. 9, 12459 Berlin zu sehen.

Die Ausstellung ist nach Berlin, Frankfurt/Main und Hof jetzt in Frankfurt/Oder zu sehen.
Ort: Europa- Universität Viadrina, Europaplatz (Mensa)
Laufzeit: 18.10.- 7.12. 2016

 

Dauerhafte Ausstellungen und Kunstwerke

 

looking glass self

seit 2012; aus der Serie SEE NOT SEE

Mit der Wandarbeit looking glass self in Raum 9/107a hinterfragt Jeewi Lee (* 1987, Seoul) Wahrnehmungsmuster zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem sowie die Regelsysteme von Kommunikation und Verständnis.

Das pastellfarbene Halbkugel-Relief entzieht sich der vollständigen Beobachtung; ein abstraktes Gebilde, das sich verspielt in der gegenüberliegenden Glasabtrennung widerspiegelt. Dabei handelt es sich um eine stark vergrößerte Braille-Schrift, die ihrer eigentlichen Funktion, der tastenden Informationsvermittlung für Blinde, mit irrationaler Größe trotzt. Das Farbmuster ist für die visuelle Erfahrung geschaffen, dem primären Zugang zur bildenden Kunst.

Nur wer den Titel entziffern kann, versteht das eigens für den Ort geschaffene Motiv: looking glass self verweist auf ein sozial-psychologisches Konzept, demzufolge das Selbstbild in Abhängigkeit von der Umgebung geformt wird. Der Begriff, der auf Charles Horton Cooley (On Self and Social Organization, 1902) zurückgeht, findet in einer hypermedialen Welt der Selfie – Kampagnen und dem ständigen Streben nach Individualismus eine offensichtliche Bestätigung.

Konzipiert als ein visueller Moment der (Selbst- und Gesellschafts-)Hinterfragung, reflektiert der dezente Farb- und Formrhythmus die elementarsten Wahrnehmungsmuster von Kunst und Alltag.

   

 

Das Haus hinter der Kolonnade. 150 Jahre An-Stiftung zur Bildung

seit 2011

Die dauerhafte Ausstellung Das Haus hinter der Kolonnade. 150 Jahre An-Stiftung zur Bildung im Foyer des Institutsgebäudes widmet sich dem Stadtviertel, in dem das Gebäude steht. Der ehemalige Berliner Stadtteil „Friedrichswerder“ kann mit seiner ereignisreichen Geschichte über drei Jahrhunderte exemplarisch für die Entwicklung Berlins zur Metropole stehen. Diesem Stadtviertel – durch Nationalsozialismus und Kriegseinwirkungen seines Gesichtes und seiner Historie weitgehend beraubt – möchte jetzt eine Ausstellung des Instituts für Europäische Ethnologie und der Landesstelle für Berlin-Brandenburgische Volkskunde auf die Spur kommen. Im Mittelpunkt der historischen Sondierungen steht das Haus Mohrenstraße 40/41, Sitz des heutigen Universitätsinstituts.

Markantes Kennzeichen des Gebäudes sind die historischen Kolonnaden, gebaut vom Architekten des Brandenburger Tores, die auf die frühere Bedeutung des historischen Umfelds hinweisen. Seltene Archivfunde werfen ein interessantes Schlaglicht darauf.
Die Ausstellung beleuchtet – neben anderem - das Engagement der ansässigen Schmiede- und späteren Eisenwarenhändlerfamilie Fuhrmann, die als Stadtverordnete und Stifter am Beginn des 19. Jahrhunderts die Mohrenstraße geprägt haben; die Bedeutung des Quartiers während der Revolution 1848, als Berlins Oberbürgermeister Kraußnick im Haus wohnte sowie besonders die 16. Gemeinde- und Armenschule, eine Stiftung aus dem Jahre 1856. Vor allem durch sie wurde der Standort über mehr als 150 Jahre zu einer echten Bildungsinstitution –  zunächst für die ärmeren Bevölkerungsschichten Berlins –, beherbergte die „1. Öffentliche Lesehalle“, eine „Handelsschule für Jünglinge“ und später Institute der „Deutschen Akademie der Wissenschaften“.

Die Ausstellung ist montags bis freitags zwischen 8 und 20 Uhr im Foyer des Institutsgebäudes in der Mohrenstraße 40/41 zu besichtigen.

Für weitere Informationen oder bei Fragen wenden Sie sich bitte an Leonore Scholze-Irrlitz.