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Prof. Dr. Sharon Macdonald erhält Alexander von Humboldt Forschungsprofessur

Auf Vorschlag des Instituts für Europäische Ethnologie und der Philosophischen Fakultät I der Humboldt-Universität zu Berlin hat die Alexander von Humboldt Stiftung Prof. Dr. Sharon Macdonald als eine der diesjährigen Preisträgerinnen für eine Forschungsprofessur ausgewählt. Die Alexander von Humboldt-Professur ist der höchstdotierte internationale Preis für Forschung in Deutschland. Mit ihm werden international führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Disziplinen ausgezeichnet, um ihnen die Gelegenheit zu geben, eine Forschungsgruppe an deutschen Universitäten aufzubauen. Der Preis wird von der Alexander von Humboldt-Stiftung vergeben und durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert.

Als institutionelle Antragsteller fungierten neben der Humboldt-Universität zu Berlin das Museum für Naturkunde und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Die Forschungsprofessur hat eine Laufzeit von fünf Jahren, danach wird sie in eine reguläre W3-Professur für Europäische Ethnologie am Institut der HU umgewandelt. Sharon Macdonald wird damit dann am Institut die Nachfolge von Prof. Dr. Wolfgang Kaschuba antreten. Damit wird erstmals eine britische Sozialanthropologin auf eine Professur für Europäische Ethnologie berufen.


The Department for European Ethnology is delighted to have been successful in its application, as part of the Humboldt University, to the Alexander von Humboldt Association to bring Professor Sharon Macdonald to Mohrenstrasse. The application was supported by the Stiftung Preußischer Kulturbesitz and the Museum of Natural History, each of which will provide further funded posts in the Institute and in a centre for museum and heritage research that Sharon Macdonald will establish. The Alexander von Humboldt Association will provide €3.5 Million over the next five years to support the centre in its development of an innovative programme of research that will engage with ongoing museum and heritage developments in Berlin, Europe and beyond. A range of excellent doctoral, postdoctoral and visiting researchers will be appointed, so further strengthening the international research profile of the Institute. Sharon Macdonald will be appointed Professor for European Ethnology, succeeding Prof. Dr. Wolfgang Kaschuba.


 

Das mit der Verleihung der Forschungsprofessur verbundene Preisgeld in Höhe von 3,5 Mio. € wird von Sharon Macdonald u. a. zum Aufbau eines Center for Heritage and Museum Research verwendet werden, zu dem das Museum für Naturkunde eine Juniorprofessur und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz eine wissenschaftliche Mitarbeiterstelle beisteuern. Zusammen mit den von der Humboldt-Universität aus zentralen Mitteln eingebrachten Stellen wird damit in den kommenden Jahren eine international einzigartige Forschungsgruppe im Feld der Heritage Studies am Berliner Institut für Europäische Ethnologie entstehen, in der exzellente Doktorand_innen, Postdoktorand_innen und Gastwissenschaftler_innen zusammenarbeiten werden.

Zum Erfolg des Antrages trug zum einen die einzigartige Konstellation der Antragsteller aus universitären wie außeruniversitären Institutionen bei. Zum zweiten beeindruckte die Geldgeber ganz offensichtlich die Chance, durch dieses Zentrum die am Institut für Europäische Ethnologie in Berlin bereits bestehenden Schwerpunkte in der Stadt-, Europäisierungs- und Wissenschaftsforschung in innovativer Weise mit Studien zu aktuellen Entwicklungsstrategien von kultureller Repräsentation wie kultureller Differenz zu verknüpfen. Und zum dritten sollen über das zu schaffende Zentrum bestehende Forschungen im Feld der Heritage Studies und Museumsforschung an universitären wie außeruniversitären Institutionen in Berlin besser verknüpft und international sichtbar gemacht werden. Die enge Verbindung von Lehre und Forschung wird zudem durch den Aufbau eines englischsprachigen Master- und Promotionsstudienganges umgesetzt.

Sharon Macdonald hat gegenwärtig die Stelle eines „Anniversary Professor of Cultural Anthropology“ an der Universität York, UK, inne; zuvor war sie u.a. Professorin für Sozialanthropologie an der Universität Manchester und verbrachte 2007 als Alexander von Humboldt Fellow am Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin. Ihr Forschungsschwerpunkt ist die „Anthropology of Europe“ – sie führte langfristige Feldforschungen in Schottland, England und Deutschland durch – sowie die Europäisierungsforschung, wobei sie in den vergangenen Jahren aus einer ethnographischen Perspektive insbesondere zu Museen und „cultural heritage“ gearbeitet hat. Ihre neuesten Buchpublikationen sind „Memorylands. Heritage and Identity in Europe Today“ (2013) sowie „Difficult Heritage. Negotiating the Nazi Past in Nuremberg and Beyond“ (2009). Seit einigen Jahren analysiert sie zudem die Repräsentation ethnischer Minoritätskultur in Museen und „heritage sites“ in China.


Sharon Macdonald is currently Anniversary Professor of Cultural Anthropology at the University of York, UK, and prior to that was Professor of Social Anthropology at the University of Manchester. A specialist on the Anthropology of Europe, with a focus on museums and heritage, she held an Alexander von Humboldt visiting professorship in the Dept. of European Ethnology in 2007. Her most recent books are Memorylands. Heritage and Identity in Europe Today (2013) and Difficult Heritage. Negotiating the Nazi Past in Nuremberg and Beyond (2009). As well as carrying out fieldwork in England, Scotland and Germany, SM has also looked at the representation of ethnic minority heritage in museums and heritage sites in China.

 

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