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Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Europäische Ethnologie

Humboldt-Universität zu Berlin | Institut für Europäische Ethnologie | Neuigkeiten | Forschungsgruppe "Recht - Geschlecht - Kollektivität. Prozesse der Normierung, Kategorisierung und Solidarisierung" bewilligt!

Forschungsgruppe "Recht - Geschlecht - Kollektivität. Prozesse der Normierung, Kategorisierung und Solidarisierung" bewilligt!

In der interdisziplinären Forschungsgruppe »Recht – Geschlecht – Kollektivität. Prozesse der Normierung, Kategorisierung und Solidarisierung« kooperieren Geschlechterforscherinnen und –forscher aus der Rechtswissenschaft, der Soziologie, der Europäischen Ethnologie und der Geschichtswissenschaft. Mit Fokus auf den Zusammenhang von Recht, Geschlecht und Kollektivität stellt die Forschungsgruppe die Austauschprozesse, Wechselwirkungen, Widersprüche und Ambiguitäten ins Zentrum, die dort entstehen, wo alltagsweltliche, institutionelle und rechtliche Praktiken aufeinandertreffen. Gefragt wird nach den konstituierenden und regulierenden Funktionen, die den spezifischen Modi, Praktiken und Mobilisierungsformen des Rechts zukommen, und in welcher Weise Geschlechternormen und -verhältnisse in verschiedene Dimensionen der Kollektivität hineinwirken.

In sechs Teilprojekten werden Kollektive, Vorstellungen von Kollektivität und Prozesse der Kollektivierung in ihrer gesellschaftspolitischen Bedeutung analysiert und dabei unterschiedliche Dynamiken der Ko-Evolution von Recht, Geschlecht und Kollektivität herausgearbeitet. Mit der Perspektive auf Kollektive einer mittleren Ebene lotet die Forschungsgruppe unterschiedliche Aggregatzustände und Intensitäten von Kollektivität aus – von eher losen sozialen Bewegungen über manifeste soziale Gruppen wie Hausgemeinschaften und Wohnkollektive bis hin zu Vereinen und (politischen) Organisationen, von denen wichtige Impulse in Hinblick auf neue Formen der Teilhabe und Sozialität auszugehen scheinen. Damit zielt die Forschungsgruppe erstens auf einen theoretischen Mehrwert für die empirische Rechtsforschung sowie die Geschlechterforschung und will zweitens einen eigenständigen Beitrag zum Verständnis der Bedeutung von Kollektivität in spätmodernen Gesellschaften im transnationalen Zusammenhang leisten.

Antragsteller*innen (in alphabetischer Reihung): Prof. Maja Apelt, Universität Potsdam; Prof. Susanne Baer, HU; Prof. Beate Binder, HU (Sprecherin); Prof. Sabine Hark, TU; Prof. Eva Kocher, Europa Universität Viadrina; Prof. Martin Lücke, FU.

An der Humboldt-Universität sind neben der Koordination zwei Teilprojekte angesiedelt: Unter der Leitung von Prof. Susanne Baer untersucht ein rechtswissenschaftliches Projekt den „Knotenpunkt soziale Gruppe. Geschlecht, sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität im Asylrecht“. Am Institut für Europäische Ethnologie / Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien fragt ein Projekt unter der Leitung von Prof. Beate Binder nach „Mobilisierung von Recht durch/als Kollektivierung? Antidiskriminierungs- und Gleichstellungsrecht als institutionelle und politische Praxis. Kulturanthropologische Fallstudien“.

 

 

siehe auch:

»Pressemitteilung der HU«