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Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Europäische Ethnologie

Projektseminare

Neben dem Erwerb fachlichen Wissens sollen sich Studierende im Bachelor-Studiengang vermehrt überfachliche Schlüsselqualifikationen aneignen können – vernetzendes, problembezogenes und kritisches Denken, Selbständigkeit in der Entwicklung von Fragestellungen und Projekten, soziale Kompetenzen, methodische Flexibilität und Kreativität.

Projektseminare sind ein daher wichtiges Element des Bachelorstudiums. Hier werden im Rahmen des „Forschenden Lernens“ (Modul 8) empirisches Arbeiten und Kulturanalyse verbunden und in Kleingruppen geübt. Die Themenfelder werden von den Lehrenden vorgegeben, die Studierenden recherchieren gemeinsam, erheben und analysieren Daten, werten sie aus und dokumentieren die Ergebnisse schließlich (etwa als Veröffentlichung, auf einer eigenen Webseite, als Podcast oder Hörfunkfeature oder in einer Ausstellung).

Voraussetzung für die Teilnahme an einem Projektseminar ist der erfolgreiche Abschluss der Module 1 und 2, in denen die methodischen und theoretischen Grundlagen für eigenes Forschen vermittelt werden.

Die genauen, für Sie gültigen Teilnahmevoraussetzungen und den Aufbau des Moduls „Forschendes Lernen“ entnehmen Sie bitte der für Sie gültigen Studien- und Prüfungsordnung (siehe Dokumente und Formulare).

 

Aktuelle Planung

Grundsätzlich versuchen wir für die Kernfachstudierenden mindestens 2 Projektseminare im Jahr anzubieten. Wir orientieren uns am Studienverlaufsplan und bieten diese eher zum Sommersemester an als zum Wintersemester. Das Angebot hängt aber auch immer von aktuellen Kooperationen und Forschungen ab.

 

  • Wintersemester 2019/20:

„Forschungslabor ‚30 Jahre Mauerfall‘" mit Prof. Dr. Urmila Goel
„Erinnerungskultur vor neuen Herausforderungen am Beispiel von NS-Erinnerungsorten“ mit Prof. Dr. Sigrid Jacobeit und Dr. Kristin Hahn.

 


  • Sommersemester 2020:

"Die erste homosexuelle Bewegung in Berlin: Zwischen Kollektivem Gedächtnis, Vermächtnis und Vergessen" mit Regis Schagdenhauffen (EHESS, Centre Marc Bloch)

 

Kurzbeschreibung des Kurses
Dieses Projektseminar untersucht das Erbe der ersten homosexuellen Bewegung, die Ende des XIX. Jahrhunderts in Berlin gegründet wurde. Die Bewegungsmitglieder verteidigten damals revolutionäre Ideen: u.a. die Depenaliserung gleichgeschlechtlicher Beziehungen, die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare, die Anerkennung von Intersex- und Transgender Personen. Die Bestrebung, eine « moderne Sexualkultur" aufzubauen, wird in diesem Seminar durch die Verwendung persönlicher Dokumente, Archive und Publikationen der Bewegungsmitglieder hinterfragt.

 

Lernziel
Das Projektseminar soll Studierenden ermöglichen, Archive und "persönliche Dokumente" zu nutzen und sie kritisch zu analysieren. Hiermit wird eine Kernidee der europäischen Ethnologie umgesetzt: das tiefe Verständnis einer Kultur im historischen Kontext.

 

Didaktisches Konzept
Der Schwerpunkt des Projektseminars liegt an dem kontextuellen-historischen Rahmen. Ein ethnologischer Standpunkt soll anhand der historischen Materialien entwickelt werden. Hierfür sind Exkursionen in Berliner Archiven vorgesehen.

 


  • Wintersemester 2020/21:

"Archiv der Flucht." mit Prof. Dr. Manuela Bojadzijev

 

Mit dem Oral-History-Projekt „Archiv der Flucht“ entsteht ein digitaler Gedächtnisort, der an Flucht und Migration nach Deutschland im 20. und 21. Jahrhundert erinnert. Auf Initiative der Publizistin Carolin Emcke, die das Projekt gemeinsam mit der Migrationswissenschaftlerin Manuela Bojadžijev realisiert, werden in mehrstündigen Gesprächen die Erfahrungen mit Flucht und Vertreibung, Heimat und Exil, Zugehörigkeit und Neuanfang reflektiert und auf Video dokumentiert. Die Plattform wird als systematisiertes online zugängliches Archiv angelegt. Sie steht damit nicht nur einer allgemeinen Öffentlichkeit zur Verfügung, sondern auch als Quelle und Rechercheinstrument für wissenschaftliche oder journalistische Forschungen. Das „Archiv der Flucht“ soll die Erinnerungen der Vergangenheit vor dem Vergessen oder Verdrängen bewahren, zugleich aber auch aus diesen Erinnerungen heraus die Gegenwart moderner Migrationsgesellschaften besser zu verstehen helfen.

Anlässlich der Veröffentlichung des Online-Archivs sind die Gespräche vom 26. November 2020 bis 4. Januar 2021 erstmals in einer Installation im Berliner Haus der Kulturen der Welt zu sehen. Während der Thementage Ende November werden in Workshops mit Schüler*innen und Lehrer*innen politische Bildungsprojekte initiiert. Theoretiker*innen und Aktivist*innen diskutieren Fragen entlang des Online-Archivs und die Notwendigkeit eines pluralen Gesellschaftsverständnisses. Welche Formen des Erinnerns und Bezeugens braucht es in unseren heutigen Einwanderungsgesellschaften? Welche Ähnlichkeiten teilen die unterschiedlichen Erzählungen von Flucht und Ankommen im Zeitraum von 75 Jahren Bundesrepublik? Was unterscheidet sie? Was offenbaren uns die Erinnerungen der nach Deutschland geflüchteten und migrierten Menschen über das Selbstbild dieser Gesellschaft?

Das Seminar begleitet, nach einführenden Sitzungen, sowohl die Veröffentlichung des Archivs als auch die Thementage. Den Studierenden werden aktuelle Ansätze der Migrationsforschung ebenso näher gebracht, wie sie einen Einblick in kuratorische Tätigkeiten und die Organisation und Nachbereitung von Veranstaltung und Bildungsarbeit in der Migrationsgesellschaft erhalten.

 


Abgeschlossene Projektseminare

Im Online-Archiv finden Sie eine Liste bereits abgeschlossener Projektseminare.