Direkt zum InhaltDirekt zur SucheDirekt zur Navigation
▼ Zielgruppen ▼

Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Europäische Ethnologie

Studienschwerpunkte

Im Masterstudiengang können Sie einen von drei Schwerpunkten wählen, der als vertiefende Qualifikation im Zeugnis detailliert ausgewiesen wird. Eine solche Schwerpunktsetzung ist nicht verpflichtend. Alle Schwerpunkte zeichnen sich insbesondere aus durch intensiven Kontakt zu universitärer Forschung und verschiedenen Praxisfeldern, den Erwerb praktischer Erfahrungen in der ethnografischen Forschung sowie die Einbettung in die vielfältige Wissenschaftslandschaft Berlins.

Die Schwerpunkte:

  • Urbane Kulturen (Urban Studies)
    Städte sind Gesellschaftslabore, in denen soziale und kulturelle Entwicklungen verdichtet werden und gleichzeitig zentrale Knotenpunkte weltweiter Netzwerke und Bewegungen.
    Der Schwerpunkt vermittelt einen differenzierten Einblick in Stadtentwicklungsprozesse im Kontext etwa von Segregation und Gentrifizierung, von Migration und Mobilität, von Kulturindustrie oder urbanen Szenen.
  • Europäische Modernen (European Studies)
    Europa ist ein spezifischer Raum der Produktion, Aneignung und Deutung globaler Entwicklungen, dessen kulturelle Ordnungen nicht hermetisch und homogen sind, sondern offen und plural.
    Der Schwerpunkt beschäftigt sich mit Identitätspolitiken und Transformationsprozessen, in denen Europa und seine Grenzen befragt, verändert, auch konflikthaft definiert werden, etwa in der Erweiterung der EU, mit den Wechselwirkungen von Zentraleuropa und Peripherie, aber auch mit neuen Formen des EU-Regierens und jenen Expertenkulturen, die diese Prozesse definieren und umsetzen.

  • Wissenskulturen (Science and Technology Studies)
    In modernen Gesellschaften und ihren Lebenswelten spielt Wissen eine zentrale Rolle. Ob in den Wissenschaften selbst oder der Politik, in der Medizin oder der Technik, im Tourismus oder im Kiez: Überall wird beständig neues Wissen produziert, transferiert, übersetzt und angeeignet.
    Der Schwerpunkt untersucht diese Praxen, ihre Ordnungen und ihre Akteure vor historischem Hintergrund in ethnografischer Perspektive. In Krankenhäusern wie Archiven, in Schulen wie Laboren, in Familien wie auf Festen wird die Rolle von Wissen in alltäglichen Kontexten und populären Formen erforscht.

 

Urbane Kulturen (Urban Studies)

Urbane Kulturen (Urban Studies) ist ein Schwerpunkt des Masterstudiengangs Europäische Ethnologie, der die methodischen und theoretischen Werkzeuge der ethnografischen Stadtforschung vermittelt. Die ethnografische Stadtforschung widmet sich den populären Kulturen als Kulturen des Urbanen, ihren historischen Wurzeln und ihrer Materialität sowie deren sozial höchst unterschiedliche Ausprägungen und Wirkungen in städtischen Alltagen sowie städtischen Politiken aus einer ethnografischen Perspektive.

 

Einführung

Städte gelten ebenso als Gesellschaftslabore der Moderne wie als komplexe eigenlogische Strukturen und Räume. Der städtische Raum und die Stadt als (soziales) Gebilde sind deshalb zentrale Forschungsfelder der Europäischen Ethnologie. Zum einen beschreibt und analysiert die europäisch-ethnologische Stadtforschung die Ausdifferenzierung städtischen Raums als Bühne und Ordnung von Gesellschaft – historisch wie auch in aktuellen Situationsanalysen. Zum anderen geht sie dem historisch gewachsenen und in der Gegenwart vorfindbaren Charakter der Stadt nach, sie analysiert das Urbane und seine stadtspezifischen Ausdrucksformen.

Es sind also zwei Forschungsperspektiven miteinander verbunden: In einer stadtethnologischen Perspektive stehen die sozialen und kulturellen Differenzierungen innerhalb von Städten im Vordergrund und werden praxis- wie repräsentationstheoretisch auf ihre symbolischen und diskursiven Ordnungen untersucht – in städtischen Kiezen wie urbanen Subkulturen, in (politischen) Aushandlungsprozessen generationell, schicht- und genderspezifisch sowie ethnisch markierter Gruppierungen. In einer stadtanthropologischen Perspektive wird gefragt, welche spezifischen Formen von Urbanität in historisch gewachsenen symbolischen und diskursiven Ordnungen transportiert und in Alltagskulturen aktualisiert werden – in Gestalt eines Habitus der Stadt, in Form von städtischen Politiken wie Architekturen. Beide Perspektiven können in vergleichenden Ansätzen zugespitzt werden, um die Vielfalt der lokalspezifischen Formen urbaner Alltagskulturen und Repräsentationen von Urbanität herauszuarbeiten. Translokale Verknüpfungen (wie z.B. durch Migration) sind dabei für beide Perspektiven von besonderer Bedeutung, da sie die städtischen Alltagskulturen sowie die sozialen und religiösen Netzwerke im urbanen Raum materiell und symbolisch mitgestalten.

Der Blick in die Stadt und der Blick auf die Stadt/auf das Städtische, gehen auf spezifische Forschungstraditionen und Methodenentwicklungen der Europäischen Ethnologie, ihrer historischen Vorgängerdisziplinen und heutigen Nachbardisziplinen zurück. Die damit einhergehenden unterschiedlichen Zugänge und die darüber hinausgehenden theoretischen Horizonte bilden die Grundlage für den Schwerpunkt Urbane Kulturen (Urban Studies). Neben der Vertiefung der Entwicklungen der Stadtforschung sowie ihrer theoretischen Positionen und Konzepte setzen sich die Studierenden in diesem Schwerpunkt mit Konzepten und empirischen Studien auseinander, die von der modernen Metropole, über die global city und world city, bis hin zur spätmodernen Stadt reichen. Diese Grundlagen dienen im weiteren Studienverlauf der Konzeption und Umsetzung forschungsbasierter empirischer Arbeiten im Bereich der Stadtforschung.

 

Inhalte

Die im Schwerpunkt Urbane Kulturen (Urban Studies) vermittelten Inhalte konzentrieren sich vor allem auf drei Felder:

  • die Erforschung stadtspezifischer Formen moderner Gesellschaftsordnungen und urbaner Kulturen in ihrem historischem Bezug und ihrer gegenwärtigen kulturellen Logik;
  • die Analyse kultureller Modelle, Praxen und Diskurse, die in der Herausbildung urbaner Kulturen und Urbanität von konstitutiver Bedeutung sind;
  • die ethnografische Untersuchung konkreter urbaner Kulturen und Urbanitätsstile in ihren spezifischen Verknüpfungen mit globalen und transnationalen Einflüssen.

 

Lernziele
  • Konzeption und Durchführung eigener empirischer Untersuchungen im Zuschnitt stadtethnologischer oder stadtanthropologischer Fragestellungen mit dem methodischen Instrumentarium der Europäischen Ethnologie, insbesondere historischer Forschung, Diskursanalyse und ethnografischer Feldforschung
  • Kenntnisse der aktuellen theoretischen Ansätze, Begriffe und Methoden der internationalen Debatten europäisch-ethnologischer Stadtforschung
  • Fähigkeiten zur Einbettung theoretischer Ansätze in ihre historischen und disziplinären Kontexte

 

Studienverlauf

Für den Masterstudiengang müssen insgesamt 120 Leistungspunkte (LP) erworben werden. Für einen Masterabschluss mit dem Schwerpunkt Urbane Kulturen (Urban Studies) müssen insgesamt 75 LP in diesem thematischen Feld erworben werden. In der Regel schließt dies ein: Modul 2 mit der dem Schwerpunkt entsprechenden Einführungsveranstaltung (15 LP), das Forschungsmodul I und II (Module 4/5: 30 LP) und das Abschlussmodul (Modul 6: 30 LP). Die restlichen 45 LP werden nach den geltenden Vorgaben der aktuellen Studien- und Prüfungsordnung belegt.

 

Europäische Modernen (European Studies)

Europäische Modernen (European Studies) ist ein Schwerpunkt des Masterstudiengangs Europäische Ethnologie. Vermittelt werden methodische und theoretische Zugänge, um Prozesse der Europäisierung, deren historische und kulturelle Bedingungen sowie sozial unterschiedlichen Auswirkungen auf den Alltag europäischer Bevölkerungen zu analysieren.

 

Einführung

Europa als sozial-kulturelle „Landschaft“ setzt sich aus unterschiedlich strukturierten Staaten bzw. Gesellschaften zusammen, die sich seit der Entstehung der Europäischen Union und besonders seit dem Umbruch von 1989 in einem tief greifenden Transitionsprozess befinden: Nationalstaaten geben Teile ihrer traditionellen Souveränitätsrechte ab. Nationale Währungen werden durch den Euro abgelöst, Gesetze entstehen zentral in Brüssel. Grenzkontrollen im Europäischen Binnenraum sind weitgehend abgeschafft, EU-Arbeitskräfte, Kapital, Güter oder Dienstleistungen zirkulieren „frei“ im gemeinsamen Markt. Hinzu treten globale Verflechtungen wie z. B. die Zunahme von Migrationsbewegungen oder die Zirkulation multinationaler Kultur- und Medienprodukte etwa durch das Internet. Das beinhaltet auch enorme politische und ökonomische Veränderungen, mit denen sich gerade die postsozialistischen Gesellschaften Ost- und Südosteuropas konfrontiert sehen.

Damit wird die „europäische Moderne“ – ein Begriff, der nicht nur auf einen geografisch oder geschichtlich definierten Raum, sondern auch auf ein kulturelles Identitätskonzept verweist – neu definiert. Denn er knüpft an einen historischen Prozess an, der seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Gang kam und in dessen Verlauf sich spezifische Vorstellungen von Fortschritt und Freiheit, von Rationalität und Subjektivität mit immer neuen Entwicklungen des Kapitalismus, des (Post-)Kolonialismus und des (Post-)Sozialismus verbanden. Modernität – im Sinne kultureller Imaginationen und Selbstverständnisse – und Modernisierung – verstanden als Ensemble von Steuerungs- und Verwaltungspraxen, als technologischer, politischer und ökonomischer Prozess – gingen dabei Hand in Hand. In der Auseinandersetzung mit realen wie projektierten Traditionen und Lebensformen anderer Epochen und Kulturen entstand ein spezifisches Modell der europäisch-westlichen Moderne, das „moderne“ Dispositionen, Wertschätzungen und Mentalitäten von sogenannten „traditionellen“, „rückständigen“ oder „vormodernen“ Verhältnissen und Identifikationen außerhalb, aber auch innerhalb Europas unterschied. Zu diesen Abgrenzung von „inneren Anderen“ (den Bauern, dem Volk, den unteren Schichten) und „äußeren Anderen“ (fremden Kulturen, den Kolonialisierten) leisteten insbesondere die Kulturwissenschaften (nationale Literaturwissenschaften, Ethnologien, Volkskunde etc.) einen entscheidenden Beitrag.

Diese Forschungstradition kritisch reflektierend, perspektiviert die Europäische Ethnologie die Vielfalt und den Wandel europäischer Gesellschaftsordnungen als „europäische Modernen“. Sie beschäftigt sich mit je spezifischen historischen und lokalen Kontexten, mit Varianten von Gesellschaften und ihren Gegenentwürfen, mit Kritiken und diskrepanten Entwicklungen, mit den Wirkungen transnationaler Migration und neuer Mobilität sowie der Intensivierung des ökonomischen und kulturellen Austauschs. Weil gegen das Axiom der Vielfalt das Beharren auf Eigentümlichkeiten von Kultur und des Kulturellen ebenso steht wie innereuropäische Grenzziehungen und die Abschottung der europäischen Außengrenzen, muss Europäisierung dabei als höchst widersprüchlicher Prozess moderner Staatlichkeit, nationaler Identitätsbildung und kultureller Repräsentationen sowie der Wissensbildung interpretiert werden, an denen die Kulturwissenschaften mit ihrem Expertenwissen beteiligt sind.

 

Inhalte

Die im Schwerpunkt Europäische Modernen (European Studies) vermittelten Inhalte konzentrieren sich vor allem auf drei Felder

  • die Erforschung regional unterschiedlicher Formen moderner Gesellschaftsordnungen und lokaler Kulturen in Europa unter Berücksichtigung von Geschichte und Traditionen als „symbolisches Kapital“;
  • die ethnografische Untersuchung alltäglicher Lebensformen und erlebter sozialer Wirklichkeiten in ihren spezifischen Verknüpfungen mit transnationalen und globalen Einflüssen;
  • die Analyse kultureller Praxen und Diskurse, die in der Herausbildung der europäischen Modernen von konstitutiver Bedeutung sind und Differenzen erklären können.

 

Lernziele
  • Konzeption und Durchführung eigener empirischer Untersuchungen des Wandels kultureller Repräsentationen „europäischer Modernen“ mit dem methodischen Instrumentarium der Europäischen Ethnologie, insbesondere auf der Basis von historischer Forschung, Diskursanalyse und ethnografischer Feldforschung
  • Aneignung von theoretischen Ansätzen, Begriffen und Methoden des Faches entlang internationaler Debatten und Wissenskontexte im Bereich von Europäisierung, Moderne/Modernisierung, Transition, Globalisierung und Transnationalisierung
  • Ausbau der Fähigkeiten zur Einbettung theoretischer Ansätze in ihre historischen und disziplinären Kontexte

 

Studienverlauf

Für den Masterstudiengang müssen insgesamt 120 Leistungspunkte (LP) erworben werden. Für einen Masterabschluss mit dem Schwerpunkt Europäische Modernen (European Studies) müssen insgesamt 75 LP in diesem thematischen Feld erworben werden. In der Regel schließt dies ein: Modul 2 mit der dem Schwerpunkt entsprechenden Einführungsveranstaltung (15 LP), das Forschungsmodul I und II (Module 4/5: 30 LP) und das Abschlussmodul (Modul 6: 30 LP). Die restlichen 45 LP werden nach den geltenden Vorgaben der aktuellen Studien- und Prüfungsordnung belegt.

 

Wissenskulturen (Science and Technology Studies)

Wissenskulturen (Science and Technology Studies) ist ein Schwerpunkt des Masterstudiengangs Europäische Ethnologie, der die methodischen und theoretischen Werkzeuge der Science and Technology Studies und der Wissensanthropologie vermittelt, um die zunehmende Verschränkung von Forschung, Technologie und Gesellschaft zu analysieren.

 

Einführung

Wir leben in einer Kultur, die von wissenschaftlichem Wissen, Hochtechnologie und technologischen Infrastrukturen durchdrungen ist. Forschung und Technik entwickeln sich rasant, insbesondere in lebenswissenschaftlichen und informationstechnologischen Bereichen durchdringt und prägt dies auf vielfältige Art und Weise unser Alltagsleben, die Art und Weise, wie wir handeln und über uns nachdenken können. Noch bevor wir geboren werden, werden wir mit Hilfe von bildgebenden Verfahren untersucht und vermessen, mittels medizinischer Klassifikationen bewertet. Viele von uns tragen Brillen, messen Blutdruck, nehmen die Antibabypille oder greifen auf andere Art gezielt in körperliche wie geistige Funktionen ein. Unser Aktionsradius hat sich in den vergangenen Jahren schnell erweitert: wir nehmen an Diskussionsforen im Internet teil, chatten mit Freunden im virtuellen Raum, erledigen unsere Bankgeschäfte online oder integrieren auf andere Art und Weise Technologien und spezialisiertes Wissen in unsere Alltage. Die Effekte und Konsequenzen dieser Entwicklungen sind oft unüberschaubar. Während wir häufig Veränderungen spüren, fehlen meist Vokabularien und analytische Kategorien, um sie zu verstehen und zu erklären. Ihre historischen Bedingungen und die verschiedenen sozialen, politischen, ökonomischen und kulturellen Einflussfaktoren werden oft nicht diskutiert. Wie charakterisiert man solche Neuerungen? Inwieweit sind sie historisch und kulturell spezifisch für unsere Gesellschaft? Welche gesellschaftlichen und kulturellen Effekte haben solche Entwicklungen – für den Einzelnen, für die Kultur, für die Gesellschaft? Nach welchen Logiken entwickeln sich Wissenschaft und Technologie? Wie trägt wissenschaftliches Wissen – ob in den Naturwissenschaften oder den Sozial- und Geisteswissenschaften produziert – zu Veränderungen in Wahrnehmungen, Selbstbildern und Selbstverständnissen bei? Diese Fragen sind nicht nur von wissenschaftlichem Interesse, Verständnisbedarf besteht etwa auch bei Nutzer_innen wissenschaftlichen Wissens genau so wie bei Expert_innen, Behörden und Politiker_innen.

Der Schwerpunkt Wissenskulturen (Science and Technology Studies) vermittelt Studierenden methodische wie analytisch-theoretische Kompetenzen, um solche Phänomene zu analysieren und sie gleichzeitig aktiv zu begleiten und zu beeinflussen. Er bietet Studierenden unter anderem eine grundlegende Einführung in den Literatur- und Forschungsstand der Science and Technology Studies (STS) sowie der Wissensanthropologie. Zentral für den Schwerpunkt ist die ethnografische Forschung, die Wissenschaft und Technologie als Alltagsphänomene untersucht. Die Fachtradition der Europäischen Ethnologie bietet Methoden und Ansätze um Alltagspraxen zu untersuchen und zu analysieren. Alltagspraxis bezeichnet dabei konkrete Handlungsabläufe, Routinen und Ereignisse, die in vielfältigen Netzwerken hergestellt werden und die diese wiederum auf spezifische Weise ordnen und stabilisieren. Eine Analyse konkreter Praxis muss dabei immer auch ihre Produktionsbedingungen berücksichtigen, die häufig weniger offen zu Tage treten: öffentliche Diskurse, (inter)nationale rechtliche wie ethische Regulierung, private wie marktförmige transnationale Bezüge usw. Durch eine solche praxistheoretische Orientierung wird es möglich, die alltagskulturelle Verarbeitung von Wandlungsprozessen und Zäsuren nachzuzeichnen und Prozesse von Wissens- und Technologieproduktion und deren Aneignung und Transfers ethnografisch dicht zu beschreiben.

 

Inhalte

Trotz ihrer Allgegenwärtigkeit in unseren Alltagswelten werden wissenschaftliches Wissen und neue Technologien oft als Sonderbereich moderner Gesellschaften dargestellt. Der Schwerpunkt Wissenskulturen (Science and Technology Studies) legt den Fokus gerade auf diese Alltagswelten und die in ihnen sichtbaren vielfältigen Beziehungen von Wissenschaft, Technik und Gesellschaft. Er bietet Einblicke in die Produktion und Wirksamkeit wissenschaftlichen Wissens und technologischer Entwicklungen im Alltag von Patienten und Technologienutzerinnen, von Behörden und Politikern, von Wissenschaftlerinnen und Designern. Es untersucht, wie Kultur unter die Haut geht, wie Körper sich durch Konzepte von Krankheiten verändern, wie soziale Beziehungen durch Präventionsprogramme beeinflusst werden, wie Technologien Subjektivitäten schaffen.

Im Schwerpunkt werden vor allem drei Bereichen thematisiert:

  • die Produktion von wissenschaftlichem Wissen und Technologieentwicklung als alltägliche Wissenspraxis;
  • die Verbreitung und (politische) Regulierung wissenschaftlichen Wissens und technologischer Entwicklungen durch die relevanten gesellschaftlichen Institutionen;
  • die Aneignung und Verbreitung wissenschaftlichen Wissens und technologischer Entwicklungen in alltäglichen Lebenswelten.

 

Lernziele
  • Konzeption und Durchführung eigener empirischer Untersuchungen mittels der theoretischen und methodischen Instrumente der STS und der Wissensanthropologie
  • Kenntnisse der aktuellen theoretischen Ansätze, Begriffe und Methoden der STS und ein kritisches Verständnis ihrer Anwendungen in empirischen Untersuchungen
  • Einbettung dieser Ansätze in ihre historischen und disziplinären Kontexte

 

Studienverlauf

Für den Masterstudiengang müssen insgesamt 120 Leistungspunkte (LP) erworben werden. Für einen Masterabschluss mit dem Schwerpunkt Wissenskulturen (Science and Technology Studies) müssen insgesamt 75 LP in diesem thematischen Feld erworben werden. In der Regel schließt dies ein: Modul 2 mit der dem Schwerpunkt entsprechenden Einführungsveranstaltung (15 LP), das Forschungsmodul I und II (Module 4/5: 30 LP) und das Abschlussmodul (Modul 6: 30 LP). Die restlichen 45 LP werden nach den geltenden Vorgaben der aktuellen Studien- und Prüfungsordnung belegt.