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Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Europäische Ethnologie

Humboldt-Universität zu Berlin | Institut für Europäische Ethnologie | Termine | Institutskolloquium Wintersemester 2017/2018

Institutskolloquium Wintersemester 2017/2018

Vortrag
Wann 21.11.2017 von 16:00 bis 18:00 (Europe/Berlin / UTC100) iCal
Wo 311
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Vom Überrest zum Monument. Geplante und unfreiwillige Folgen der Musealisierung der DDR
 

Andreas Ludwig (Potsdam)

 

Mit dem Fall der Berliner Mauer setzte ein intensiver Prozess des Sammelns von Relikten der in Auflösung befindlichen DDR-Gesellschaft ein. Er fand teils in und durch Museen statt, teils aus privater Initiative. Im Ergebnis ist die DDR die wohl am besten, auf der Grundlage materieller Kultur belegbare Gesellschaft. Dies war u. a. dadurch bedingt, dass die Akteure vornehmlich Alltagsobjekte im Blick hatten, denen sie als "beiläufige Begleiter" eine adäquate Aussagekraft für ein historisches Verständnis der unmittelbaren Vergangenheit beimaßen.

Dieser aus der Situation heraus erklärbare Musealisierungsschub ist inzwischen selbst historisch und es stellt sich die Frage nach den langfristigen Folgen. Hat die Integration von Alltag in die Narration historischer Museen Auswirkungen auf das von der DDR entwickelte Geschichtsbild? Hatten die damaligen Sammlungskonzepte und -praktiken langfristigen Einfluss auf Musealisierungskonzepte von Gesellschaft und Zeitgeschichte?

Der Beitrag stellt einige sammelnde und museale Zugriffe auf die DDR vor und fragt genereller nach der Verwandlung von "Überresten" in "Monumente" (Gustav Droysen).
 


Andreas Ludwig, Dr. phil., Historiker
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Zeithistorische Forschung.
Aktuelles Projekt: "Die Musealisierung der Gegenwart. Die Verwandlung von Gegenwart in Geschichte in den Sammlungsstrategien historischer Museen"; 1993 bis 2012: Konzeption, Aufbau und Leitung des Dokumentationszentrums Alltagskultur der DDR, Eisenhüttenstadt