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Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Europäische Ethnologie

Humboldt-Universität zu Berlin | Institut für Europäische Ethnologie | Termine | Institutskolloquium Wintersemester 2017/2018

Institutskolloquium Wintersemester 2017/2018

Projektpräsentation: BMBF–Forschungsprojekt “Foto-Objekte”
Wann 12.12.2017 von 16:00 bis 18:00 (Europe/Berlin / UTC100) iCal
Wo 311
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Vom Postpaket zum Archivkarton: Überall Foto-Objekte! Eine Fachgeschichte aus dem Souterrain des IfEE.
 

Das Verbundprojekt „Foto-Objekte“ untersucht die Arbeit an und mit Fotografien in Archäologie, Ethnologie und Kunstgeschichte. Fotografien werden dabei nicht nur als Bilder betrachtet, sondern auch als historisch geformte, dreidimensionale Objekte, die auf spezifische Weise in disziplinären Sammlungen bearbeitet und gespeichert wurden. Im Rahmen des Verbundprojektes untersuchen wir am Institut für Europäische Ethnologie das sog. Hahne-Niehoff-Archiv, das sich u. a. im Keller der Mohrenstr. 40/41 befindet. Es handelt sich um eine Sammlung völkischer Brauchtums-Fotografien, die Hans Hahne, Direktor des Museums/der Landesanstalt für Vorgeschichte in Halle und sein Mitarbeiter Heinz Julius Niehoff von den 1920ern bis 1945 anlegten. In den 1950er-Jahren ging ein Teil dieser Sammlung an das Institut für Volkskunde an der Akademie der Wissenschaften der DDR, wo es unterschiedlich weiter- bzw. umgenutzt wurde. Der Vortrag möchte einige Ergebnisse unserer Untersuchung zur Diskussion stellen. Er nimmt neben den disziplinären fotografischen Praktiken dabei besonders die vielgestaltigen Materialitäten und Gebrauchsweisen von Fotografien im Archiv in den Blick. Der Vortragstitel spielt dabei auf eine zentrale Erfahrung im Rechercheprozess an: denn die Fotografien des Hahne-Niehoff-Archivs fanden sich an allen möglichen wie unmöglichen Orten, nicht nur in Archivschachteln, sondern auch in Postpaketen oder Verwaltungsordnern – und dies nicht nur am IfEE, sondern auch in anderen Archiven in Berlin, Halle und Marbach.

Franka Schneider, M. A., ist derzeit beschäftigt im vom BMBF seit 2015 geförderten Projekt "Foto-Objekte. Fotografien als (Forschungs-)Objekte in Archäologie, Ethnologie und Kunstgeschichte" (eine interdisziplinäre Kooperation zwischen dem KHI Florenz, den Staatlichen Museen zu Berlin und dem IfEE, HU Berlin). Sie forscht zur Wissensgeschichte des Volkskundlichen, besonders in Sammlungen und in urbanen Populärkulturen. Aktuell beschäftigt sie sich mit der Materialität von ethnografischen Foto-Archiven sowie mit der ko-laborativen Sammlungsanalyse.