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Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Europäische Ethnologie

Institutskolloquium

Wann 13.12.2016 von 18:00 bis 20:00 (Europe/Berlin / UTC100) iCal
Wo Raum 311
Kontaktname
Kuratieren/Ethnografieren
Ein Input von Museumslabor und CARMaH

Kuratieren gilt als eine der zentralen Museumspraktiken, herkömmlich bezogen auf die Auswahl und Anordnung von Objekten in Ausstellungen. Gegenwärtig jedoch erfährt der Begriff eine Entgrenzung und migriert in andere Felder. So wird unter anderem Kuratieren als Ergänzung bzw. auch als Ersatz ethnografischer Wissensproduktion thematisiert („anthropologist-as-curator“). Doch dabei wird die Praxis auch kritisiert: Leiden wir an einer Kuratitis? Ist wirklich alles und jedes kuratierbar? Obgleich Kuratieren und Ethnografieren häufig in einem Atemzug genannt werden, stellen ethnografische Untersuchungen kuratorischer Wissensproduktionen eine Forschungslücke dar. Im Museumslabor haben wir dies zum Anlass genommen, uns mit dem Verhältnis zwischen den beiden Praktiken näher auseinanderzusetzen. In diesem Kolloquium gehen wir mit Beispielen aus unseren aktuellen Forschungen folgenden Fragen nach: Welches Erkenntnispotenzial besitzen Ethnografien von kuratorischen Prozessen? Wie können kuratorische Praktiken mittels ethnografischer Methoden reflexiv erweitert werden? Inwiefern kann Kuratieren als ethnografische Methode verstanden werden? Welche Möglichkeiten eröffnen sich, was gerät aus dem Blick?

Mit Beiträgen von Christine Gerbich, Anna Schäffler, Franka Schneider, Jonas Tinius und Margareta von Oswald.  

Franka Schneider ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im BMBF-Projekt "Foto-Objekte" am IfEE und promoviert zu Tracht als Gegenstand der volkskundlichen Wissensproduktion und Element der Stadtkultur. Anna Schäffler ist Kunsthistorikerin und untersucht in ihrer Doktorarbeit die posthumen Erhaltungspraktiken von prozesshaften Installationswerken. Sie koordiniert außerdem das interdisziplinäre PhD und Postdoc Netzwerks CoCARe (Conservation of Contemporary Art Research). Informationen zu den aktuellen Forschungsprojekten von Christine Gerbich, Jonas Tinius und Margareta von Oswald im Rahmen von CARMaH.