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Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Europäische Ethnologie

Humboldt-Universität zu Berlin | Institut für Europäische Ethnologie | Termine | Institutskolloquium im Wintersemester 2019/20

Institutskolloquium im Wintersemester 2019/20

Wann 22.10.2019 von 14:00 bis 16:00 (Europe/Berlin / UTC200) iCal
Wo Hausvogteiplatz 5-7, Raum 0007
Daten, Grenzen, Verflechtungen: Infrastrukturen und Praktiken der Migrationsregulierung in mediterranen "Hot Spots" und auf See

Silja Klepp (Kiel), Jan-Hendrik Passoth (München), Silvan Pollozek (München)

 

Im April dieses Jahres entschied das EU-Parlament eine Versiebenfachung des FRONTEX-Personals. Bis 2027 sollen fast 10.000 Agenten die Außengrenzen der EU kontrollieren. Der Ausbau der europäischen Außengrenzen -gerne im Namen der inneren Sicherheit in einer grenzenlosen Europas- geht also weiter. Dabei spielen die so gennanten Hotspots und die Seenotrettung entlang der verschiedenen
Migrationsrouten eine zentrale Rolle. Die Infrastrukturen, Praktiken und
Regimen der Migrationsregulierung an diesen Schnittstellen werden wir in dieser Sitzung genauer betrachten.

Prof. Dr. Silja Klepp (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel) beschäftigt sich seit Jahren mit dem maritimen Grenzregime der EU und ist Mitbegründerin des Netzwerks Kritische Migrations- und Grenzregimeforschung (kritnet). In ihrem Beitrag wird sie die Veränderungen der letzten Jahren der EU-Politiken bezüglich der Seenotrettung, des Flüchtlingsrechts und der Zusammenarbeit mit NGOS reflektieren. Dabei wird sie sich u.a. auf ihre jüngsten Beobachtungen in Italien und entlang der Libyen/Italien Route zu den aktuellen zum Teil ja illegalen Konditionen und Praktiken in Hotspots beziehen.

PD Dr. Jan-Hendrik Passoth (Europa Univ. Frankfurt-Oder/TU München) und Silvan Pollozek (TU München) werden auf der Grundlage von ethnographischer Feldforschung in Griechenland Hotspots als ‚logistische Gebilde‘ diskutieren, welche nicht nur Personen verorten, festhalten und klassifizieren, sondern auch Daten generieren, die in mehrere Kontrollregimes einspeist. Dabei arbeitet der Vortrag die Reibungen, Unstimmigkeiten und Nebenfolgen solch eines logistischen Gebildes heraus, die nicht nur die Prozeduren der Registrierung und Identifizierung heimsuchen, sondern auch Auswirkungen auf das Schicksal der betroffenen Migrant*innen haben