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Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Europäische Ethnologie

Humboldt-Universität zu Berlin | Institut für Europäische Ethnologie | Termine | Was ist unser Stadtteil wert? – Die Potenziale einer Community Cartography für eine andere Darstellung von Stadträumen

Was ist unser Stadtteil wert? – Die Potenziale einer Community Cartography für eine andere Darstellung von Stadträumen

Arbeitstreffen des SEiSMiC-Netzwerks in Deutschland am 9. und 10. April 2015 in Berlin
Wann 09.04.2015 bis 10.04.2015 (Europe/Berlin / UTC200) iCal
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Ein Stadtteil erhält erst durch das alltägliche Engagement von Bewohner_innen, lokalen Initiativen und Bündnissen seine besondere Lebensqualität und Attraktivität. Durch ihre Ideen und Kreativität, durch ihre Sorgen und ehrenamtlich erbrachte Arbeitszeit wird ein Viertel zu dem was es ist. Solche Aktivitäten leisten nicht nur einen Beitrag zur Gestaltung eines Stadtraums, sondern er gewinnt hierdurch an Wert für Anwohner_innen und Passant_innen, aber auch für Stadtplaner_innen und Investor_innen. Es handelt sich um zivilgesellschaftliche Investitionen, die im urbanen Raum häufig direkt sicht- und erfahrbar sind, aber kaum in übergeordneten Darstellungen von Stadt – Karten, Statistiken und ähnliches – auftauchen.

Privatwirtschaftliche Investitionen, „Aufwertungsprojekte“, aber auch stadtplanerische Prozesse, die sich an gesamtstätdtischen Leitbildern orientieren, treiben zumeist eine „Verengung der Wertebasis“ voran: Der Schwerpunkt liegt hier etwa auf monetären Interessen oder auf der „Brauchbarkeit“ eines Stadtraums in großflächigen Entwicklungsszenarien. Aus Perspektive von Bewohner_innen und Initiativen vor Ort erscheinen solche Prozesse häufig als Formen der Enteignung zuvor gemeinsam erschaffener Werte; lokale Expertisen und Bindungen verlieren ihre Anerkennung.

Im Rahmen dieses Arbeitstreffens möchten wir die Möglichkeiten einer „Erweiterung der Wertebasis“ für die Gestaltung partizipatorischer stadtpolitischer Entwicklungsprozesse diskutieren: Welche verschiedenen Wertigkeiten treffen in einem Stadteil aufeinander? Können unterschiedliche (ökonomische, städteplanerische, lokale usw.) Bewertungskriterien miteinander kombiniert werden? Wie lassen sich zivilgesellschaftliche Investitionen in Stadträume, kollektiv erarbeitete Bindungen und Bedeutungen erheben und darstellen? Bieten uns Verfahren und Techniken einer „Community Cartography“ Potenziale, um die vielfältigen Werte eines Stadtteils sichtbar zu machen und zu kommunizieren? Zur Debatte steht hierbei die Initiierung von bottom-up-Prozessen, in denen sich ein Stadtteil zuerst über „seinen Wert“ verständigt, um die Ergebnisse in einem nächsten Schritt in stadtpolitische Diskussionen, Planungs- und Entwicklungsforen einzubringen.

 

Das Arbeitstreffen wird sich in drei Teile gliedern:

  • inhaltliche Inputs zu Möglichkeiten und Erfahrungen einer „Verbreiterung der Wertbestimmung“ eines Stadtaums sowie zu den Ideen, Potenzialen und Erfahrungen mit Verfahren einer „Community Cartography“
  • Praxisübung zur Ermittlung, Wahrnehmung und Darstellung von Werten, Raum-Bindungen und -Bedeutungen in einem Berliner Stadtteil
  • Diskussion zu den Möglichkeiten einer Anwendung solcher Verfahren und Techniken in den Stadträumen, in denen die Workshop-Teilnehmer_innen leben, arbeiten oder sich engagieren; ggf. gemeinsame Projektentwicklung (zwischen den Teilnehmer_innen, interdisziplinär, also etwa zwischen Stadtteilinitiativen, Wissenschaft, Verwaltung, …)

 

Der Workshop findet im Rahmen des Projektes SEiSMiC statt und wird durch das Institut für Europäische Ethnologie an der Humboldt-Universität zu Berlin in Kooperation mit der Zukunftsakademie NRW organisiert.

Das Treffen beginnt am 9. April gegen 14 Uhr und endet am 10. April gleichfalls gegen 14 Uhr. (Die Veranstaltung findet nicht am Institut für Europäische Ethnologie statt.)

Er richtet sich an Stadtteilinitiativen, Stadtplaner_innen, Stadtteilarbeiter_innen, Stadtaktivist_innen, Stadtforscher_innen, Selbständige, Vertreter_innen aus der Verwaltung, von (Bürger-)Stiftungen usw., in erster Linie aus Berlin und NRW.

Die Teilnahme ist kostenlos; Reise- und Übernachtungskosten können nach Absprache mit den Veranstaltern erstattet werden. Anmeldungen sind bis zum 23. März möglich. Bitte melden Sie sich hierzu oder auch für weitere Informationen per E-Mail bei Jens Adam