Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Europäische Ethnologie

Prof. Dr. Maren Heibges

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Name
Prof. Dr. Maren Heibges
Status
Gastprofessorin bis zum 31.3.2027 (Vertretung der Professur für Europäische Ethnologie & Umweltanthropologie)
E-Mail

Einrichtung
Philosophische Fakultät →
Institut für Europäische Ethnologie
Funktion / Sachgebiet
Gastprofessorin
Sitz
Institutsgebäude, Anton-Wilhelm-Amo-Straße 40/41 , Raum 218
Telefon
(+49 30)2093 70845

Ich bin Gastprofessorin für Europäische Ethnologie & Umweltanthropologie am Institut und bleibe nun nicht nur wie ursprünglich geplant für das akademische Jahr 2025/26, sondern sogar bis zum 31.3.2027.

In Forschung und Lehre interessiert mich, wie Wissen, Körper, Technik und Gesellschaft ineinandergreifen – derzeit besonders, aber nicht nur, in der Medizin. Mein Fokus liegt auf gesellschaftlichen Transformationen: Wie verändern Technologien, Wissensordnungen, neue Ideen und Formen sozialer Organisation unser Verständnis von Gesundheit, Politik und Zusammenleben?

Meine Forschung verbindet wissens- und medizinanthropologische Perspektiven mit Science and Technology Studies sowie der Analyse sozialer, arbeitsbezogener und politischer Prozesse. Aktuell untersuche ich Kommunikationsstandards in der Medizin – also wie „richtiges“ Entscheiden imaginiert, inszeniert und in unterschiedlichen sozialen Situationen hervorgebracht wird. Dabei interessiert mich besonders, wie Wissen erzeugt, autorisiert und praktisch wirksam wird – und wie sich diese Prozesse durch Digitalisierung verändern. Ich begreife die Medizin zugleich als spezifische Arbeitsdomäne, in der unter existenziellen Bedingungen zusammengearbeitet, entschieden und gesorgt wird – zunehmend in Koordination mit „digitalen Dritten“.

Frühere transformationsanthropologische Forschungen galten neuen sozialen Formen in der Stadt, etwa Transparenz-Aktivismus im Kontext digitaler Politiken, sowie den Aushandlungen von Verwandtschaft an der Schnittstelle von Recht, Biologie und alltäglicher Sorge. Ein wiederkehrendes Interesse gilt dabei Wissenspraktiken und der Frage, wie Wissen in unterschiedlichen institutionellen und gesellschaftlichen Kontexten geordnet, vermittelt und verhandelt wird.

Darüber hinaus interessiere ich mich methodisch sehr für die Integration ethnografischer Verfahren in Mixed-Methods-Designs und für Fragen der intersubjektiven Nachvollziehbarkeit qualitativer Analysen.

Für meine Gastprofessur bin ich von meiner Position als stellvertretende Leiterin des Fachgebiets Arbeitswissenschaft an der TU Berlin freigestellt.



FRISCH ERSCHIENEN: Das Lehrbuch inklusive Digitalisierung unter meiner Erstherausgeber:innenschaft. Ich freue mich sehr, dass der Band nun tatsächlich in der Welt ist und über den Webshop von Berlin Universities Publishing auch frei zugänglich als Open-Access-Publikation heruntergeladen werden kann.