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Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Europäische Ethnologie

Zur Geschichte des U-Bahnhofs

Der U-Bahnhof, der den Namen M*-Straße trägt, wurde 1908 zunächst als "Kaiserhof" eingeweiht. Das Hotel Kaiserhof galt als das erste Grand Hotel in Berlin und wurde 1875 eröffnet. Zu Beginn der 1930er-Jahre wurde das Hotel zeitweise als provisorische Parteizentrale der NSDAP genutzt. Adolf Hitler (1889-1945) und andere NS-Funktionäre waren regelmäßige Gäste, bis das Gebäude 1943 bei einem Bombenangriff zerstört wurde. Der Eingang zum U-Bahnhof befindet sich auf dem "Zietenplatz", der nach dem preußischen Reitergeneral Hans Joachim von Zieten (1699-1786) benannt wurde und östlich an den "Wilhelmplatz'" grenzt. 1968 wurde der im Krieg zerstörte Platz Teil der M*-Straße und trägt erst seit 2008 wieder den Namen "Zietenplatz". Nach dem Krieg wurden der "Wilhelmplatz" sowie der U-Bahnhof zunächst in "Thälmannplatz" unbenannt. Ernst Thälmann (1886–1944) war von 1925 bis zu seiner Verhaftung 1933 Vorsitzender der KPD. Er wurde 1944 im Konzentrationslager Buchenwald erschossen. 1986 erhielten beide Örtlichkeiten den Namen "Otto-Grotewohl-Straße". Otto Grotewohl (1894-1964) war von 1949 bis zu seinem Tod 1964 Ministerpräsident der DDR. Nach ihm waren in der DDR zahlreiche Straßen und öffentliche Einrichtungen benannt, die sämtlich nach 1990 einen neuen Namen erhielten. Der U-Bahnhof heißt seit 1991 M*-Straße.

Im Juli 2020 gaben die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) öffentlich bekannt, den U-Bahnhof umbenennen zu wollen. Die Absicht war zunächst, den U-Bahnhof nach der zwischen "Wilhelm"- und "Friedrichstraße" verlaufenden "Glinkastraße" zu benennen. Nach Kritik an dem Vorschlag aufgrund von Antisemitismusvorwürfen gegen den russischen Komponisten Michail Glinka (1804-1857) wird nun ein Austausch zwischen seit langem aktiven zivilgesellschaftlichen Initiativen, politischen Vertreter*innen und den Berliner Verkehrsbetrieben angestrebt, um eine Namensalternative zu finden.